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Ruchloser OptimismusAn G.W.F. Hegel scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für den größten Genius der deutschen Philosophie, die anderen für einen Scharlatan. Die "Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte", nach Hegels Tod von seinen Schülern herausgegeben, geben einen ersten Einblick in die Gedankenwelt des Mannes, der einen so großen Schatten warf, dass wir noch heute nicht aus ihm herausgetreten sind.Den unbefangenen Leser mag die Selbstsicherheit verblüffen, mit der Hegel über Dinge urteilt, die er bestenfalls aus dritter oder vierter Hand kennen kann. Dies wirkt auf heutige Leser ausgesprochen dilettantisch, und tatsächlich erhebt Hegel in gewisser Weise den Dilettantismus zum methodischen Prinzip: Er glaubt nämlich, seine Philosophie erlaube es, Gottes Gedanken nachzudenken, und da die Weltgeschichte in Hegels Augen das Sich-Entfremden und Zu-Sich-Selbst-Kommen des Geistes ist, kann der Philosoph die geschichtlichen Ereignisse sozusagen ableiten. Die nackte Empirie ist da eher lästig. Die Historiker-Generation nach Hegel hat dann - bescheidener und klüger - nur noch versucht herauszufinden, wie es denn eigentlich gewesen ist" (Ranke), und dies hat der Geschichtswissenschaft nur gut getan. Inhaltlich ist zu sagen, dass Hegels Philosophie der Geschichte den nackten Erfolg zum Maßstab der geschichtlichen Größe erhebt, wobei er bei seinem Nachweis der "Vernünftigkeit" geschichtlicher Ereignisse auch vor blankem Sophismus nicht zurück. Anlässlich des verheerenden Peloponnesischen Krieges etwa führt er aus, dieser habe immerhin das Gute gehabt, dass Thukydides über ihn geschrieben und der Welt damit ein unsterbliches Buch geschenkt habe.Schopenhauer hat den Geschichtsoptimismus eine "wahrhaft ruchlose Denkungsart" genannt, ein Urteil, das dem nicht zu hart erscheinen wird, der Hegels ebenso alberne wie brutale Rechtfertigung der neuzeitlichen Sklaverei gelesen hat.
Ein Buch von ungeheurer Wirkung.Hegels "Philosophie der Weltgeschichte" hat eine ungeheure Wirkung entfaltet - bis auf den heutigen Tag. Sie in wenigen Zeilen zu umschreiben, ist unmöglich. Es sei nur soviel gesagt: Hegel sieht einen Sinn in der Geschichte, auch in ihren dunklen Seiten. Das Prinzip ist, "dass die Vernunft die Welt beherrscht, dass es also auch in der Weltgeschichte vernünftig zugegangen ist." Dass es dabei nicht immer harmonisch zugehen kann, ist klar: "Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind wie leere Blätter in ihr." Hegels Geschichtsphilosophie ist ausserordentlich umstritten. Moderne Philosophen wie Karl Popper werfen Hegel vor, ein Wegbereiter des Totalitarismus gewesen zu sein. Mag dies nun zutreffen oder nicht, sicher ist, dass die Geschichte ohne die Philosophie Hegels anders verlaufen wäre. Sicher ist auch, dass Hegels Philosophie sowohl auf das nationalsozialistische Deutschland als auch - in marxistischer Entstellung - auf den Kommunismus größten Einfluss gehabt haben. Das Buch ist nicht leicht zu lesen. Hegels Sprache und Ausdrucksweise verlangt hohe Konzentration. Es empfiehlt sich sicherlich Sekundärliteratur, die reichlich auf dem Markt vorhanden ist. Aber die Mühe lohnt sich! Egal, wie man das Werk bewertet, es stellt - insbesondere sein erster Teil, "Die Vernunft in der Geschichte" - eines der wichtigsten Werke der Politischen Philosophie dar. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Eine Philosophie von ungeheurer Wirkung.Hegels "Philosophie der Weltgeschichte" hat eine ungeheure Wirkung entfaltet - bis auf den heutigen Tag. Sie in wenigen Zeilen zu umschreiben, ist unmöglich. Es sei nur soviel gesagt: Hegel sieht einen Sinn in der Geschichte, auch in ihren dunklen Seiten. Das Prinzip ist, "dass die Vernunft in der Welt herrscht, dass es also auch in der Weltgeschichte vernünftig zugegangen ist." Dass es dabei nicht immer harmonisch zugehen kann, ist klar: "Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind wie leere Blätter in ihr." Hegels Philosophie ist ausserordentlich umstritten. Moderne Philosophen wie Karl Popper werfen Hegel vor, ein Wegbereiter des Totalitarismus gewesen zu sein. Ob dies zutrifft oder nicht, sicher ist, dass ohne Hegels Geschichtsphilosophie die Geschichte anders verlaufen wäre. Sicher ist auch, dass Hegels Philosophie sowohl Nazi-Deutschland als auch - in marxistischer Veränderung - den Kommunismus stark beinflusst hat. Das Buch ist nicht leicht zu lesen. Hegels Sprache und Wortwahl erfordert hohe Konzentration. Es empfielt sich die Lektüre der reichlich vorhandenen Sekundärliteratur zu Autor und Buch. Aber die Mühe lohnt sich! Denn das Werk stellt eines der wichtigsten Werke der politischen Philosophie überhaupt dar. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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