Beck, Eleonore / Miller, Gabriele / Sitarz, Eugen (Hgg.)

Das Neue Testament

Das Neue Testament
  • Verlag: Kösel
  • Erscheinungsdatum: 2004-02-05
  • Bindung: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 580
  • ISBN: 3466203155
  • EAN: 9783466203154
  • Amazon.de Verkaufsrang: 232.474
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Beschreibung von buecher.de

Die Übersetzung von Fridolin Stier.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von claudiaauffenberg2 fanden 18 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Großartig

Die Stier-Übersetzung ist für jeden bibelinteressierten Menschen ein Muss. Zwar sind seine Texte in der Sprache etwas holperig (mit Absicht), aber man kann auch nicht so schnell "drüberweg" lesen. Er eröffnet einem gleichzeitig einen tieferen Blick in die Welt des Jesus aus Nazareth. Stier übersetzt ungeheuer kraftvoll, z. B. "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen." lautet bei ihm: "Heran zu mir alle, ihr Mühenden und Überbürdeten: Ich werde euch aufatmen lassen."

Diese Rezension von claudiaauffenberg2 fanden 14 von 22 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Nur für Interessierte!

Das Nachwort ist ja schon in einer altertümlich-verdichteten Sprache abgefaßt. Bei der Übersetzung selbst, die-Stier als Alttestamentler (!?!) vorgenommen hat, handelt es sich wohl um eine lyrische Übertragung, die Gräzismen eindeutschen will. Das geht ja auch ganz gut, weil es im Griechischen auch nur vier Fälle gibt und das Partizip eine ähnliche Rolle wie im Deutschen spielt. Stier will urtextnah sein und kraftvolle deutsche Worte finden - als Leser empfinde ich dann den Text schnell als altertümlich. Viele Ausdrücke sind heutzutage nicht mehr geläufig, etwa grimmen, barmen, wesen (als Verben), Königtum, Trugzeugnis, Jenseite, Zehr, Abergeister. Auch von der Grammatik her war es bis zum 19. Jhdt. in Deutschland nicht unüblich, Hilfsverben wegzulassen (wie z.B. Schnitzlers Traumnovelle, die ja vom Jahrhundertwechsel stammt); heutzutage ist aber die Nennung des Hilfsverbs unverzichtbar (Das ist das lebendige Brot, das aus dem Himmel niedergestiegen „ist", kein solches wie es die Väter gegessen „haben", Jh 6, 58). Die Übersetzung erinnert mich im Stil etwas an die Übersetzung Platons von Schleiermacher, alles philologisch "richtig', aber würden in dieser Form nur noch Interessierte lesen.

Stier ist damit praktisch das Gegenstück zu Luther, der dem Volk auf's Maul schauen wollte und deshalb ausdrucksmäßig mit der Zeit ging, wie man ja an der Fortentwicklung der Luther-Bibel sieht und an ihrem Ableger, der Guten Nachricht.

Ein kleiner Test war für mich Gal 3, 26: "Allesamt seid ihr Söhne Gottes", was tatsächlich dem Urtext entspricht (ich habe es extra nachgeschaut), in der Luther-Übersetzung heißt es "Gottes Kinder", was aber in der geschlechtsneutralen Übersetzung besser dem Nachfolgenden entspricht, weil ja die Unterschiede aufgehoben werden sollen.

Zweiter Test: Joh 1, 1: Wieso "Er? Steht so im Urtext nicht drin. Dann wäre es schon flotter gewesen, "logos" (was ja nicht Wort, sondern Wortsinn bedeutet) mit "Gedanke" zu übersetzen. Man kennst ja die drollige Reflexion von Goethes Faust über diese Stelle.

Die Übersetzung von Stier liest sich vom Druckbild gut - auch weil Anmerkungen etc. fehlen. Vieles ist aber erläuterungsbedürftig, weil es eben changiert, mal super-urtexttreu, mal Übertragung in einen kraftvollen deutschen Ausdruck.

Würd ich so als Ergänzung sehen, um mal sensibilisiert zu werden, aber als hauptsächlich gelesenen Text nicht geeignet, schon gar nicht zum Vorlesen.

Das Neue Testament



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