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Bestimmte Konstitutionsmittel werden in der homöopathischen Praxis häufiger indiziert als andere. Diese oft verordneten Mittel werden als Polychreste (griech. etwa: zu vielem nützlich) bezeichnet und sind somit Arzneimittel mit einem besonders großen Anwendungsbereich. Catherine Coulter stellt in ihren 'Portraitshomöopathischer Arzneimittel' ausgewählte Polychreste nicht in der neutralen, wissenschaftlichen Sprache, sondern - wie Hahnemann es forderte - in der Sprache der betroffenen Patienten dar.
Mit Hilfe der Beschreibung von berühmten Persönlichkeiten und bekannten Charakteren aus Geschichte und Literatur werden diese Typen herausgearbeitet und veranschaulicht. Dadurch wird es dem verordnenden Arzt leicht gemacht, anhand der beschriebenen Symptome und Empfindungen, die Individualität und Persönlichkeit des Patienten zu erkennen und das Verständnis für dessen Wesen zu vertiefen
Homöopathie verstehen lernen- und sich selbst.Der zweite Band der Portraits von Catherine R. Coulter läßt noch tiefer als der erste Band nachvollziehen, wie Homöopathie "denkt" und entstanden ist - und das spielerisch, fast nebenbei. Im Mittelpunkt stehen weitere homöopathische Konstitutionstypen, darunter auch die "Nosoden", die sowohl eigenständige Typen als auch eine Art Grundmuster hinter allen Portraits darstellen. Die Beschreibungen sind humorvoll und facettenreich - schmunzelnde Selbsterkenntnis nicht ausgeschlossen. Noch deutlicher als im ersten Band werden die Überschneidungen zwischen den Typen sichtbar. Die laienhafte Diagnose fällt nach der Lektüre schwerer, aber nach meinem Eindruck zu Recht. Schade nur, daß es keine Fortsetzung gibt! Fazit: Wer vor allem Selbsterkenntnis sucht, fängt besser mit Band 1 an. Wenn Sie erst Feuer gefangen haben, wird Ihnen vermutlich auch der zweite Band so kostbar sein wie der erste. Für Menschen, die psychotherapeutisch arbeiten, können beide Bände eine wunderbare Ergänzung darstellen, ob Sie vom Ansatz her eher tiefenpsychologisch, humanistisch oder mehr verhaltenstherapeutisch arbeiten.
Etwas für Fortgeschrittene - oder Sie finden genau Ihren TypDer dritte Band der homöopathischen Portraits stellt weitere Konstitutionstypen vor (Aurum, Thuja, Causticum, Graphites) und vergleicht die bisher beschriebenen Mittel anhand spezifischer Verhaltensweisen und Eigenschaften (Hellsichtigkeit, Misstrauen, Großzügigkeit, Gleichgültigkeit). Außerdem werden in diesem Rahmen zwei weitere Konstitutionstypen (Mercurius und Acidum phosphoricum) beschrieben. Für Profis ist der dritte Band vermutlich eine wunderbare Vertiefung. Wenn Ihr Typ sich unter den ausgewählten befindet, wird das Buch für Sie auch ohne Vorkennntnisse hoch interessant sein. Ich bin homöopathische Laiin mit psychotherapeutischem Hintergrund und hatte mit dem dritten Band mehr Mühe als mit den ersten beiden Bänden. Das liegt zum einen daran, dass die Typen schwerer abzugrenzen sind. Zudem erscheint mir auch die Autorin vorsichtiger. Sie wagt sich auf Neuland und ermuntert, Grenzen zu überschreiten. Als Therapeutin ist mir die Wanderung an Grenzen vertraut, für medial Veranlagte ist sie sicheres Terrain, für Orientierung suchende NeuanfängerInnen in der Homöopathie vermutlich ungeeignet. Als Einstieg für psychologisch Interessierte empfehle ich den ersten Band oder für psychologisch nicht Vorgebildete Nash.