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Zehn ausgewählte Erzählungen KafkasKAFKAESK wird definiert als etwas undurchschaubares, rätselhaftes, abstruses, mit dem Verstand kaum nachvollziehbares. Etwas, das unmittelbar mit Furcht, Bedrohung, Geheimnis und Fremdheit einhergeht. So erscheinen dann auch sämtliche Texte von Kafka, mitunter dessen Erzählungen. Eine kleine Sammlung eben solcher wurde in ‚Das Urteil und andere Erzählungen' zusammengestellt. Durch die konkrete Auswahl einiger wenigen Texte gewinnt dieses Werk stark an Bedeutung, nicht zuletzt deshalb, da der Umfang dadurch stark begrenzt wird. Man wird nicht von einer Unmenge von Erzählungen erdrückt und kann sich demnach mit gutem Gewissen den einzelnen Inhalten ausführlich und bewusst zuwenden. Auf die einzelnen Erzählungen näher einzugehen, würde an diese Stelle kaum Sinn machen, geschweige denn, Versuche zu unternehmen, diese zu interpretieren - an dieser Aufgabe haben sich schon ganz andere die Zähne ausgebissen... Gesagt sei deshalb nur, dass es sich bei dem vorliegenden Buch um eine gezielte Auswahl von Kafkas Erzählungen handelt, welche überlegt ausgesucht wurden und uns nun in einem Band vorliegen. Alle Texte wiederspiegeln eindringlich die Eigenart Kafkas, dessen individuellen Humor und das ständige Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion. Als Appetithäppchen für weitere Kafka-Lektüren bietet diese Sammlung eine wunderbare Gelegenheit, sich der diffusen Welt des Autors mit kleinen Schritten zu nähern.
Ein aktueller Klassiker.Obwohl die Geschichten Kafkas auf mich oft einen eher verstörenden Eindruck machen, bin ich doch von Kafkas Erzählkunst fasziniert. Die Erzählung "In der Strafkolonie" aus dieser Geschichtensammlung hat mir persönlich am besten gefallen. Es ist wohl nicht nur das offensichtlich grausamste Bild, daß der Autor hier zeichnet, auch spiegelt die Geschichte am eindrucksvollsten Kafkas Liebe zum Detail wieder. Minutiös und Schraube für Schraube läßt er einen der "Darsteller" den Aufbau des mysteriösen Apparates beschreiben. Dieser schon fast Detailfanatismus zieht sich durch das ganze Buch, welches durch seinen Aufbau in Kurzgeschichten eine gewisse Kurzweil vermittelt. So ist es gut möglich, an einem Nachmittag ein Kapitel zu lesen, das Buch beiseite zu legen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzugreifen, ohne befürchten zu müssen, wichtige Details für das Verständnis vergessen zu haben. Es ist erstaunlich, wie gut die Geschichten, die ursprünglich schon in den Jahren 1915 bis 1924 erschienen sind, auch in die heutige Zeit und sogar in das heutige literarische Bild sich einfügen. "Die Verwandlung" könnte auch gut von einem aktuellen Science-fiction Autor geschrieben worden sein. Mich hat das Buch seit meiner Schulzeit begleitet und je älter ich werde, desto mehr Details und Bezüge zu anderen Sachverhalten fallen mir auf. Das Kafka zu den großen Literaten dieser Welt gehört und damit selbstverständlich empfehlenswert ist, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb möchte ich das Buch auch denen wärmstens ans Herz legen, die normalerweise vor den eher schon als verstaubt geltenden Schreibern zurückschrecken! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)