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Das Wesen, das die Tochter des Sonnengottes, Pasiphae, geboren hatte, nachdem sie auf ihren Wunsch hin eingeschlossen in eine künstliche Kuh von einem dem Poseidon geweihten weißen Stier bestiegen worden war, fand sich, von den Knechten des Minos hineingeschleppt, die lange Ketten bildeten, um sich nicht zu verlieren, nach langen Jahren eines wirren Schlafs, währenddessen es in einem Stall zwischen Kühen heranwuchs, auf dem Boden des Labyrinths vor, das von Daidalos erbaut worden war, um die Menschen vor dem Wesen und das Wesen vor den Menschen zu schützen, aus dem keiner, der es betreten hatte, wieder herausfand, und dessen unzählige in sich verschachtelte Wände aus Glas waren, so daß das Wesen nicht nur seinem Spiegelbild gegenüberkauerte, sondern auch den Spiegelbildern seiner Spiegelbilder: Es sah unermeßlich viele Wesen, wie es eines war, vor sich, und wie es sich herumdrehte, um sie nicht mehr zu sehen, unermeßlich viele, ihm gleiche Wesen wiederum vor sich.'
So beginnt Friedrich Dürrenmatts Ballade, die den Mythos von Minotaurus in einer lyrischen Prosa neu erzählt.
Der einsame MenschIch sehe den Menschen alleine in einem Raum. Der Fernseher läuft. Er ist gelangweilt. Reiserische Nachrichten, Pseudodramen und VIPs laufen unaufhörlich hin und her. Und der Mensch erkennt, dass er allein ist. Er will diese Situation unbedingt ändern, doch ist er schon so weltfremd geworden, haben sich seine Muskeln heruntergebildet, dass er von seinem Fernsehsessel nicht hochkommt. Als die Klingel Zuhause ertönt, blickt er auf den Türschlitz, auf den Schatten von aufregenden Stöckelschuhen. Er will die Tür aufreisen und die Frau reinziehen, mit ihr zusammensein, sich ihr öffnen, sie aufsaugen und sich aufsaugen lassen. Doch es ist schon viel zu spät.
Er ist ein Monster geworden. Er schleppt sich ins Badezimmer und schaut sich ganz tief in die leeren, ausdruckslosen Augen während er sich die Adern aufschneidet.