Hauptmann, Gaby

Nur ein toter Mann ist ein guter Mann

Nur ein toter Mann ist ein guter Mann
  • Verlag: Piper
  • Erscheinungsdatum: 2005-06
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 301
  • ISBN: 3492222463
  • EAN: 9783492222464
  • Amazon.de Verkaufsrang: 106.434
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Beschreibung von buecher.de

Ursula, die Heldin, ist soeben Witwe geworden. Doch sie wird Walter nicht los. Unbewußt lebt sie ganz in seinem Sinne weiter. Und immer, wenn ihr ein neuer Verehrer über den Weg läuft, räumt sie ihn für Walter, der Konkurrenz noch nie leiden konnte, aus dem Weg. Doch bald wird Ursula klar, daß es nicht die Männer sind, sondern Walters Macht über sie, von der sie sich befreien muß...

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Andi fanden 15 von 20 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Bestseller einer Sexistin

Daphne Patai schreibt: „Es fällt einem schwer, sich heute eine andere

Gruppe von Menschen vorzustellen, die dermaßen krass in der Öffentlichkeit

niedergemacht werden kann, ohne augenblicklich Protest zu erheben.“

Dass dem so ist, liegt am unglaublichen Erfolg der Frauenbewegung, die ein Weltbild etablieren konnte, nach dem jeder Mann qua Geschlecht Vorzüge gegenüber Frauen genießt. Dass dies nicht die Realität ist, wird einem schnell klar, wenn man männliche und weibliche Biografien mit ungetrübten Blick betrachtet; wenn man das Vorkommen von ganz und gar nicht selbstbestimmten Punkten wie Selbstmord, Obdachlosigkeit, Drogenabhängigkeit, Kriminalisierung, Tod am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit und in jüngerer Zeit die Jungenmisere zusammenzählt. Abseits der Minderheiten in den Chefetagen stellt sich die Lebenswirklichkeit von ganz durchschnittlichen Männern etwas anders dar, als dass sie obskure patriarchale Privilegien genießen würden.

Dennoch, Männer stehen pauschal unter Verdacht, deswegen darf man sie pauschal niedermachen - wie keine andere Gruppe. Gaby Hauptmann versteht es, die populäre, zeitgeistige Strömung der Männerfeindlichkeit aufzugreifen und in Bestseller zu gießen. Anders lässt sich nicht erklären, dass sich „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ so gut verkaufen konnte, denn von Originalität der Handlung oder anderweitigen literarischen Anspruch kann nicht im Geringsten die Rede sein.

Der Plot des Romans unterteilt sich in zwei Haupthandlungen, die größtenteils unabhängig voneinander verlaufen. In der einen – an Kriminalromane angelehnten – Handlung muss sich die Heldin – Ursula – gegen den Versuch einer feindlichen Übernahme ihrer Firma erwehren. Unterschwellig wird angedeutet, dass dieser mit unlauteren Mitteln geführte Versuch einem Mann nicht passieren würde. Das ist ins Reich der Mythen zu verweisen. Diese Handlung ist nur mäßig spannend, zum einen weil Ursula, auch wenn sie den Kampf verlieren sollte, in keinster Weise existentiell gefährdet ist, zum Anderen, weil dem (Krimi-)Leser offenkundig ist, wer hinter der Intrige steckt.

Im anderen Handlungsstrang erfüllt Hauptmann die mit dem Titel geschürten Erwartungen, dass Ableben von Männern als Unterhaltungsmoment anzubieten. Und hier macht Hauptmann konsequent Ernst mit dem Titelprogramm. Die Männer die sterben, haben sich - mit einer Ausnahme - nichts zu Schulden kommen lassen, sie sind in keinster Weise miese Widerlinge, sie sind noch nichtmal die „bösen“ Gegenspieler der Heldin. Es sind einfach nur Männer, und das allein rechtfertigt ihr Sterben, zu welchem der Leser aufgefordert wird, bedenkenlos darüber hinwegzugehen. Allerdings setzt sich Gaby Hauptmann von der Schuld Ursulas ab, indem sie sie durch eine Art paranormale Besessenheit durch ihren verstorbenen Ex-Mann handeln lässt. Es ist dogmatischer Feminismus in Reinstform, in dem Frauen entweder unschuldig sind, oder wenn sie doch etwas Verwerfliches tun, durch „das Patriarchat“ korrumpiert wurden, womit schlussendlich wiederum die Männer schuldig sind.

Besonders deutlich wird die Botschaft „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“, wenn man zwei der auftretenden Figuren vergleicht: Beide sind sie Tierfreunde, beide kommen sie aus einer finanziell prekären Situation. Der eine ist ein Mann, die andere ist eine Frau. Der Mann wird erschossen. Bei der Frau hingegen, obwohl sie eine Verräterin (!) an Ursula ist, lässt man Gnade vor Recht ergehen. Über ein paar hundert Seiten wird hier eine geschlechtsgebundene Ethik vermittelt, die die Verwerflichkeit einer Tat nicht an der Handlung selbst, sondern über Geschlecht des Opfers bzw. des Täters beurteilt.

Was die Hinrichtung des Vergewaltigers angeht, so ist dieses Form der Selbstjustiz zwar nicht legitim, aber nachvollziehbar. Auf der anderen Seite kann ich mich, nachdem ich die Lektionen der vorhergehenden Seiten brav geschluckt habe, entspannt zurücklehnen und fragen: „Vergewaltigung. Na und?!“

Bis etwa zur Hälfte des Romans bewegt sich Ursula in einer grauen, düsteren Welt, in der die negativen Konturen überwiegen. Besonders bei Männern werden mit gnadenloser Erbamungslosigkeit unsympathische Eigenschaften oder Schwächen – die nur menschlich sind – überbetont scharfgezeichnet. Dass man bestimmte Eigenschaften auch mit liebevoller Zuneigung betrachten kann, wie etwa die Sorge um einen Hasen, wird dem Leser konsequent aberzogen. Kann man einem Mann, der sich leicht lächerlich macht, weil er mit einem „Husch!Husch!“ einen Hasen vertreiben will, nicht auch mit einem „Süüüüüß“ betrachten? Wird der – insbesonders jungen – Leserin eigentlich klar, was Frau Hauptmann da betreibt?

Dann – in etwa der Mitte des Romans - tritt in Form einer alleinerziehenden Mutter eine Frau in Ursulas Leben, die einen literarischen Stilwechsel einläutet. In Ursulas graues Leben hält menschliche Wärme in Form von Sonnenschein und Kinderlachen Einzug. Dieser Wechsel kommt kommt so plump daher, dass es eine Beleidigung für den Intellekt des Lesers ist. Eine weitere Beleidigung ist, dass hier auf einmal eine Frau auftritt, die – rein in Körper und Geist – über keine unsympathische Schwächen zu verfügen scheint, welche sich scharfzeichnen lassen. Dass diese tadellose, teils tragische aber dafür umso kosmopolitischere Alleinerziehende dann plattesten Trivialfeminismus von sich gibt, und ein Weltbild zeichnet, in dem Männer als vergewaltigende, kinderschändende Frauenunterdrücker beschrieben werden, ist dann letzte Konsequenz von Propaganda, mit der der Autor seine Ideale verkaufen will, indem er sie durch besonders koschere Figuren aufsagen lässt.

Nach diesem Muster sprengt Gaby Hauptmann die Grenzen des Erträglichen, wenn sie gleich zweimal kleine Mädchen mit kindlicher Unschuld auftreten lässt, um die Botschaft über die Überflüssigkeit des „Papi“ zu verkünden.

Ich vergebe null Sterne und lasse meine Rezension mit einer Äußerung der kritischen US-Feministin Wendy McElroy schließen:

„Entschuldigungen wären angebracht bei der Hälfte der menschlichen Rasse: das heißt, den Männern.“

Diese Rezension von Niclas Grabowski fanden 11 von 14 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Aus der Mottenkiste

Also das ist doch mal ein schöner Titel. Provozierend. Und wenn der männliche Leser am Flughafen dann noch liest, dass dieses Buch seit Oktober 1996 es zu immerhin 19 Auflagen gebracht hat, kann er nicht mehr anders, als vor seinem Flug zuzuschlagen. Und schon sitzt er im Flugzeug, hat keine andere Wahl mehr und muss es auch zu Ende lesen - leider hat er ja keine Alternative im Handgepäck.

Als erstes fällt auf, dass dieses Buch in beinahe jeder Hinsicht veraltet ist. Nicht nur, dass ständig der Wert von allen möglichen Luxusgütern in Mark statt in Euro genannt wird, nein, auch die Charaktere scheinen irgendwie aus einer anderen Zeit zu stammen. Da gibt es den alles beherrschenden Macho-Unternehmenslenker mit Adrenalinsucht. Da sind die kleinen Sekretärinnenmäuschen. Da ist der schwablig-böse, aber völlig durchschaubare Gauner. Und natürlich die immer klein gehaltene Ehefrau, die nach dem Tod Ihres Macher-Manns endlich das Schicksal selbst in die Hand nehmen darf und gegen alle männlichen Widerstände auch mal Chefin sein darf. Ach ja, und die gute Hure darf auch nicht fehlen. Kurz: Das Personal entstammt einem Groschenroman der 50er Jahre. Aber selbst die Ermittlungstechniken der Polizei sind hier veraltet, und auch die Geschichte ist geschrieben, wie wir es heute dramaturgisch nur noch selten erleben. Trotz der Erzählung im Präsenz breitet sich schnell Langeweile aus. Leichen bleiben auf der Strecke und werden irgendwie vergessen. Personen tauchen auf und verschwinden wieder, ohne wirklich eine Spur zu hinterlassen. Und immer wieder geht es um den Lebensstil der oberen Zehntausend, allerdings ohne dass man wirklich etwas Neues erfährt. Immerhin scheinen die getrunkenen Weine wirklich gut recherchiert zu sein.

Was bleibt also außer dem kreativen Titel? Eine wirklich gute und genaue Beschreibung von Zürs und Lech, zwei wunderschönen, aber auch irgendwie skurrilen Skiorten in Österreich. Ein gutes Marketingkonzept, dass bereits beim ersten bekannten Titel der Autorin funktioniert hat: "Suche impotenten Mann fürs Leben". Der Titel ist bereits mehr als das Buch. Und dann noch die Botschaft. Männer sind dumm oder böse, oder beides. Und wenn man sie erschießt, ist das auch in Ordnung. Und wenn sich eine Frau dann wie ein Mann benimmt und böse Dinge tut, dann ist selbst das noch OK, denn schließlich ist sie ja immer noch eine Frau, oder? Und so bleiben wirklich viele Tote im Buch ungesühnt. Es sind ja nur Männer.

Der Rezensent hat dieses Schicksal nach dieser Rezension wohl auch verdient. Er konnte weiblicher Logik ohnehin noch nie folgen. Jedenfalls nicht dieser Art von weiblicher Logik.

Diese Rezension von Niclas Grabowski fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen amüsant, interessant ... eben, gaby hauptmann

ich geb's ja zu, es war das erste buch, das ich von gaby hauptmann gelesen habe und das in zwei tagen (wobei ich 2/3 am ersten tag schaffte und den rest, weil's am vortag schon zu spät war)!

eine leicht zu lesende (nichts schweres), amüsant beschwingte damenlektüre, die jedoch an einigen stellen sehr gefühlsarm (eine kalte ursula) wirkt und dennoch interessant ist (frau behauptet sich in der brutalen männer-geschäftswelt) und einer meiner lieblingssportarten, segeln, kommt auch vor!

Frauenherz, was willst du mehr ...?!

Diese Rezension von fos-bos-schwandorf@t-online.de fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Neuer Lebensbeginn für eine Witwe

Meine Meinung: Da ich den Film zum Buch leider nicht gesehen habe, kann ich keinen Vergleich zum Buch herstellen. Jedoch kann ich sagen, dass das Buch mich im Großen und Ganzen schon ein bisschen enttäuscht hat. Es liest sich gut, es ist also nicht überheblich geschrieben.Aber die Geschichte fängt sehr vielversprechend an ( ca. ersten acht Kapitel ), doch dann ist es ein einziges Wiederholen der Handlungen. Sie lernt jmd. kennen verliebt sich ihn ihn, dann findet sie ihn doch wieder abstoßend, landet dann doch wieder mit ihm im Bett, und er stirbt dann entweder durch ihre Hand oder durch einen bedauerlichen Unfall. Das Eizige, dass wechselt, ist die Art der Tötung. Ich persönlich hätte mir mehr Witz versprochen und vielleicht ein bisschen mehr Symphatie gegenüber der Hauptperson, da ich finde, dass Ursula in manchen Situationen ein bisschen zu forsch gegenüber ihren Mitmenschen (und nicht nur Männern ) ist, was sie wirklich ei bisschen unsymphatisch und irreal erscheinen lässt.

Diese Rezension von cvanberk fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen schön zu lesen, guter Schluß

Frau will es nach dem Tod ihres Mannes nochmal wissen. Dabei erlebt sie einiges. Mir gefällt an Gaby Hauptmann Büchern, dass es den Hauptfiguren immer selbst gelingt aus schlimmen Situationen das beste zu machen. Am Schluß hat dann die Hauptdastellerin eine gute Freundin gewonnen- und das ist doch das wichtigste im Leben! Der Schluß ist diesemal besser gelungen als der in "suche impotenten Mann.." Dieses Buch ist sehr empfehlenswert.

Nur ein toter Mann ist ein guter Mann

Lexikalische Einträge zum Thema

Adelung-1793: Hauptmann, der · Martins-Mann, der · Mann, der

Brockhaus-1809: Majorat-Güter · Transito-Güter · Der Mann mit der eisernen Maske

Brockhaus-1911: Toter Punkt · Toter Winkel · Hauptmann [2] · Hauptmann [3] · Hauptmann · Geschlossene Güter · Trennung der Güter · Sperrige Güter · Guter Glaube · Güter · Alter Mann

Eisler-1912: Hauptmann, Carl · Mann, Abbé

Herder-1854: Hauptmann [1] · Hauptmann [2] · Mann · Alte Mann

Lueger-1904: Feuergefährliche Güter · Alter Mann

Meyers-1905: Toter Winkel · Toter Punkt · Hauptmann [1] · Dreizehnter Hauptmann · Hauptmann [2] · Guter Taktteil · Guter Name · Guter Ton · Landwirtschaftliche Güter · Zählende Güter · Zerschlagung der Güter · Sattelfreie Güter · Lehntäfelige Güter · Mathildische Güter · Deserierte Güter · Errungene Güter · Bruderschaft guter Werke · Bewegliche Güter · Beschlossene Güter · Geistliche Güter · Guter Hirt · Guter Montag · Guter Glaube · Geschlossene Güter · Güter · Starke Mann · Alle Mann auf · Alter Mann · Wilder Mann · Mann [1] · Mann und Weib sind ein Leib · Mann im Mond · Mann [2] · Mann. · Mann, Thomas · Mann, Horace

Pagel-1901: Mann, Ludwig · Mann, Jakob

Pataky-1898: Radnicka, Maria, Frau Hauptmann · Rochow, Frau Hauptmann Helene · Versing-Hauptmann, Anna · Krieg, Frau Hauptmann Luise · Döring, Frau Hauptmann Elisabeth · Arnim, Frau Hauptmann M. v. · Gnade, Frau Hauptmann, Elisabeth · Mann, Mathilde · Mann, Frau Mathilde

Pierer-1857: Milder-Hauptmann · Hauptmann [1] · Hauptmann [2] · Höfische Güter · Güter · Guter Freitag · Guter Heinrich · Rutzauer Güter · Niederfällige Güter · Recht guter Hirsch · Lübische Güter · Untheilbare Güter · Unbewegliche Güter · Beschockte Güter · Wohlerworbene Güter · Beschlossene Güter · Anfällige Güter · Walzende Güter · Deutschherrige Güter · Gehuste Güter · Geistliche Güter · Errungene Güter · Einschichtige Güter · Erblose Güter · Wilder Mann · Voller Mann · Silberner Mann · Rother Mann · Auf den alten Mann einschlagen · Blinder Mann · Alter Mann [1] · Alter Mann [2] · Mann [2] · Mann [3] · Mann im Mond · Mann [1]



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