Droste-Hülshoff, Annette von

Die Judenbuche

Die Judenbuche
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Erscheinungsdatum: 1997-04-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 112
  • ISBN: 3423026073
  • EAN: 9783423026079
  • Amazon.de Verkaufsrang: 224.678
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Beschreibung von buecher.de

Ganz zu unterst auf dem Boden des Koffers lag die silberne Uhr...«
Dieses 'Sittengemälde aus dem gebirgigten Westphalen' gehört zu den meist gelesenen Novellen des 19. Jahrhunderts und ist eine Milieustudie der damaligen Zeit. Ihre herausragende Modernität erlangt 'Die Judenbuche' durch eine Verflechtung von Schauermärchen, moralischer Problematisierung menschlichen Handelns und sozialpsychologischer Kriminalgeschichte. Der reale Ort des Verbrechens wird zum Symbol immanenter Gerechtigkeit, die unerbittlich Vergeltung fordert.
Auf Theodor Storms nachdrückliches Betreiben hin wurde 'Die Judenbuche' 1876 in den 'Deutschen Novellenschatz' aufgenommen.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von T. Hofbauer fanden 6 von 7 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Ein eingängiges Buch einer deutschen Autorin

Annette von Droste-Hülshoff schaffte auf nur wenigen Seiten eine Szenerie der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. In einem abgeschiedenen Dorf B. entwickelt sich der Junge Friedrich zu einem schlecht integrierten "Möchtegern", der nach einer Reihe von kriminellen, nicht aufgeklärten Ereignissen (illegales Holzschlagen, Mord) mit seinem Freund Johannes flieht. Der Mord geschah an einer Buche und das Opfer war ein Mitglied der jüdischen Gemeinde (daher Judenbuche). Nach 28 jahren kehrt einer der Beiden zurück und endet schließlich erhangen an eben diesem Baum. Interessant ist besonders, ob nun der Erhangene Johannes (wie er von den Dorfbewohnern, als er wieder auftauchte, erkannt worden war) oder Friedrich ist. Genau geklärt ist dies meines Erachtens nicht.

Spannend zu lesen war die psychologische Aufarbeitung der Entwicklung des Protagonisten Friedrich. Sein Lebensweg und sein daraus entstehender Charakter wird von der Autorin durch widrige Lebensumstände, in denen er aufwuchs, erklärt. Auch das Verhalten der Dorfbewohner und die Behandlung von kriminellen Handlungen wird durch eine ausführliche Schilderung der Umstände des Dorfes und deren Gesellschaft dem Leser verständlich erklärt.

Somit ist dies nicht nur eine Geschichte über ein Individuum, das aufgrund aller Umstände gerade diesen Weg einschlagen muss, sondern auch über ein Gesellschaftsbild, das sich selbst gebildet hat.

Diese Rezension von Carib fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Die Judenbuche, eine Novelle?!

-Das Buch, geschrieben von A. von Droste-Hülshoff, ist eine Art der Darstellung von der verzweifelten Flucht vor dem Leben. (Zumindest meiner Meinung nach) Das Leben von Friedrich, der Hauptperson, wird sehr dramatisch aber auch glaubwürdig geschmackvoll dargestellt. Die Liebe zwischen Mutter und Sohn wird spätestens ab der Flucht von Friedrich, weil er des Mordes verdächtig wird, erkennbar und sogar fühlbar. Doch das Traurige Ende, das einfach nur aus Verzweiflung geschah(Friedrich beginnt Selbstmord, da er merkt, dass seine Flucht umsonst war) ist ein würdiges Ende des Buches.

Wir können das Buch sehr empfehlen( Wir lasen es als Klassenlektüre ), denn es regt zum Nachdenken an, denn vor allem die Rassistischen Andeutungen, den Juden gegenüber können auf die Gegenwart übertragen werden.

Diese Rezension von s-c-r-u-b fanden 5 von 7 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Interessant

Die Judenbuche war eins der wenigen Schulbücher, die mir wirklich gefallen haben. Zwar ist das Buch sehr kurz (man kann es locker in 2 Stunden durchlesen), jedoch ist die Geschichte über den jungen Friedrich Mergel sehr interessant und mit vielen, zum Teil unterschwelligen Information verfasst. Vorallem ist die Sprache sehr verständlich, was man von anderen Klassiker wie z.B. Maria Stuart nicht behaupten kann. Das Buch behandelt auch sehr viele gesellschaftliche "Tabu" Themen, wie unglückliche Ehen, Judenverfolgung und Gruppenzwang. Ich kann die Judenbuche nur weiterempfehlen.

Diese Rezension von Lothar Müller-Güldemeister fanden 6 von 9 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Oh, diese Deutschlehrer!

Die zahlreichen Rezensionen hier stammen fast ausschließlich von Schülern, für die diese Novelle offensichtlich Pflichtlektüre war. Dafür fallen die Beurteilungen insgesamt noch recht positiv und milde aus. Ist es Zufall, dass die Geschichte etwas von von einem düsteren Comic hat oder seine Kulisse an gruselige Computerspiele erinnert? Ich habe die Geschichte jetzt zum ersten Mal gelesen und finde sie nicht sonderlich attraktiv. Alle Figuren sind sehr holzschnittartig gezeichnet, die Handlung kommt nicht in Gang und das Ende ist recht moralinsauer.

Aufgrund welcher Kriterien dieses antiquierte Buch noch Lehrstoff im heutigen Deutschunterricht ist, ist mir ebenso unerfindlich wie die Tatsache, dass lauter zweitklassige Autoren des 19. Jahrhunderts, wie Droste-Hülshoff, aber auch Stifter und Gottfried Keller zum ewigen Repertoire der Literatur gehören, mit der die Deutschlehrer ihre Schüler pesten. Gibt es denn nicht Schillers "Geisterseher", "Die Räuber" oder den "Verbrecher aus verlorener Ehre"? Gibt es nicht die äußerst eleganten Novellen von Kleist, die hintersinnigen, rasanten und zugleich psychologisch tiefschürfenden Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, den "Hyperion" von Hölderlin? Von Autoren des 20. Jahrhunderts ganz zu schweigen?

Nein, es muss offensichtlich die "Judenbuche" sein, mit der die Deutschlehrer schon zu ihrer eigenen Schulzeit geplagt wurden. Wie heißt es doch bei Goethe: "Es erben sich Gesetz und Rechte/Wie eine ew!ge Krankheit fort./Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte/und rücken sacht von Ort zu Ort". Mehr als für Gesetz und Rechte scheint dies für die Lieblingsliteratur der Deutschlehrer zu gelten, die schon meinen Großvater unterrichtet haben.

Diese Rezension von Mareike Schmidt fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Trotz mancher Verwirrung ein sehr gutes Buch

Noch keine Novelle, die ich bisher gelesen habe, war so interessant und zugleich spannend wie die Judenbuche. Scheint die Novelle anfangs langweilig und zieht sich in die Länge, wird sie jedoch von Seite zu Seite besser. Die Autorin vermittelt das Gefühl, die Geschichte mitzuerleben und regt zum Nachdenken an. Durch die Kriminalfälle hat die Novelle einen gewiss guten Spannungsgrad erreicht, auch wenn teils kleine Nebengeschichten angeschnitten werden und dann jedoch ungeklärt bleiben. Ein Minus gibt es für die Unklarheiten und Verwirrungen. An manchen Stellen lässt sich sehr schwer erkennen, ob nun Friedrich selbst oder sein verkümmertes Spiegelbild Johannes gemeint ist. Die Novelle ist auf jeden Fall auch für Schüler empfehlenswert, denn sie ist nicht nur gut strukuriert, sondern weckt auch das Interesse. Besonders der Zusammenhang zwischen Friedrich Mergel und Johannes Niemand ist faszinierend.




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