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John Rabe (1882-1950) lebte von 1908 bis 1938 in China, zuletzt als Vertreter eines deutschen Konzerns in Nanking. Hier erlebte er 1937 die Eroberung der Stadt durch japanische Truppen - Beginn unvorstellbarer Massaker, dem Hunderttausende von Chinesen zum Opfer fielen. Rabe stand an der Spitze jener, die verzweifelt um das Leben von Zivilisten, von Frauen und Kindern kämpften. Seine Tagebücher, nach über einem halben Jahrhundert in Deutschland aufgefunden, beschreiben die Vorgänge in Nanking und schildern zahlreiche Einzelschicksale. Sie wurden, ergänzt durch Aktenberichte des Auswärtigen Amtes, von Erwin Wickert herausgegeben.
Kaum zu glauben, daß das Hakenkreuz Leben gerettet und nicht nur vernichtet haben soll. Hat es auch nicht. Doch zumindest wurde das Furcht und Schrecken verbreitende Symbol als Deckmantel genutzt. Oskar Schindler, berühmt geworden durch Steven Spielbergs Verfilmung seines Lebens, war einer, der unter dem Vorwand, ein Nazi zu sein, Menschen vor ihrer Ermordung gerettet hat. Ein anderer hieß John Rabe, war leitender Siemens-Angestellter im chinesischen Nanking und Mitglied der NSDAP. Seine Parteizugehörigkeit ist kaum vorstellbar, hat dieser Mann doch ein Tagebuch geschrieben, das ihn als humanitären und selbstlosen Retter zu erkennen gibt. In den USA nennt man ihn inzwischen den "Oskar Schindler von Nanking". Die Chinesen verehren John Rabe als Helden und haben ihn erst vor kurzem in ihre Memorial Hall aufgenommen. In Deutschland war der 1950 gestorbene Deutsche bis vor kurzem vergessen: Zu unbequem erschien ein Held, dessen Vergangenheit so deutliche braune Spuren hatte. John Rabe, für Siemens in der Hauptstadt Chiang Kai-sheks, wurde 1937 Augenzeuge des Massakers von Nanking, dem Hunderttausende von Menschen zum Opfer fielen. Japanische Truppen hatten zunächst die Stadt umzingelt, während im Innern furchtlose Ausländer, unter ihnen John Rabe, eine "Sicherheitszone" einrichteten, die vor allem durch das respekteinflößende Hakenkreuz an Rabes Arm gegen japanische Übergriffe verteidigt werden konnte. John Rabe hat über diese Zeit Tagebuch geführt. Er beschreibt detailliert die Vorgänge vor dem Angriff und die Vergewaltigungen, Hinrichtungen und Plünderungen während des Massakers, das wochenlang andauerte und in seiner Brutalität einzigartig war. "Wir sind damals buchstäblich über Leichen gestiegen", faßt Rabe die Greuel zusammen, denen er sich stellte, obwohl es für ihn, den verbündeten Deutschen, ein leichtes gewesen wäre, nach Nazi-Deutschland auszureisen. "Wenn doch der Führer nur wüßte", sinniert er in seinem Tagebuch. Doch Adolf Hitler mißbilligte in Wirklichkeit seine Menschenfreundlichkeit, und auch Siemens schätzte nicht, daß ein entscheidender Mitarbeiter sich und das Wohl der Firma für die Rettung von rund 2000 chinesischer Flüchtlinge in Gefahr brachte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland, fand Rabe ein Land vor, das in keinster Weise dem Bild entsprach, das er sich vom nationalsozialistischen Deutschland und seinem Führer im fernen China gemacht hatte. Das Tagebuch John Rabes rehabilitiert nicht nur "den guten Deutschen von Nanking", es ist auch der einzige umfassende Augenzeugenbericht der Greueltaten von Nanking und somit ein wertvolles zeitgeschichtliches Zeugnis. --Bettina Albert
Ein Buch dessen Inhalt man nicht so schnell vergisst!Dass Menschen zu bestialischen Grausamkeiten fähig sind wenn Anarchie herrscht weiß jeder. In diesem Buch stemmt sich John Rabe mit Hilfe einiger anderer Ausländer gegen die Unmenschlichkeit der jap. Besatzungstruppen. John Rabe der in Nanking die deutsche Siemensvertretung leitet wird Zeuge des Einmarsches der kaiserlichen japanischen Armee im Dezember 1937 und ihrer wochenlang andauernden Disziplinlosigkeit und Gräueltaten. In seinen Tagebüchern beschreibt er die Einrichtung einer Sicherheitszone in der c.a. 250.000 Chinesen Zuflucht suchen werden und die sich daraus ergebenden Probleme wie die Lebensmittelversorgung, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Geldmittelbeschaffung. Nach Nanking kehrt John Rabe zurück nach Deutschland und erlebt auch noch den Einmarsch der Russen in Berlin. John Rabe schrieb seine Tagebücher in einen für uns etwas altmodisch anmutenden Stil, der mir aber trotzdem gefällt, und diesem Thema voll gerecht wird. Des Weiteren ist die Korrespondenz zwischen John Rabe und der deutschen und japanischen Botschaft enthalten, eine Liste der Mitglieder des Internationalen Komitees und eine gekürzte Liste der 450 Ausschreitungen japanischer Soldaten in der Sicherheitszone. Das Nachwort des Herausgebers Erwin Wickert finde ich auch gut, weil er die damaligen Zusammenhänge noch einmal erklärt (wie die Beziehungen Nazideutschlands zu China und Japans und die damaligen politischen Verhältnisse in China).Fazit: John Rabe hinterließ der Nachwelt ein Dokument des Grauens das den Leser berührt und zum Nachdenken anregt.
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Brockhaus-1809: Die deutsche Union · Der Deutsche Fürstenbund
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