Gross, Raphael

Carl Schmitt und die Juden

Carl Schmitt, einer der einflußreichsten deutschen Staatstheoretiker des 20. Jahrhunderts, war von der 'Judenfrage' besessen. Seiner Aura hat dies keineswegs geschadet. Im Gegenteil, der Kontrast zwischen der Abgründigkeit seiner Judenfeindschaft und seinem als brillant gerühmten Denken hat die Faszination seines Werks nur erhöht.

Raphael Gross untersucht den historischen Kontext, in dem Carl Schmitts ständige Auseinandersetzung mit Juden und 'dem Jüdischen' stand und wie diese Auseinandersetzung sich in seinen wichtigsten Begriffspaaren niederschlug: Freund und Feind, Nomos und Gesetz, Katechon und Antichrist. Dabei wird deutlich, wie sich seine politische Theologie im Nationalsozialismus wandelte, als Schmitt eine Biologisierung des Politischen unternahm und eine 'artgerechte', 'deutsche' Rechtslehre entwarf. In Schmitts Werken überlagern sich traditionelle antijudaistische Vorstellungen mit modernen politischen Antisemitismen. Sein Denken läßt, wie Raphael Gross zeigt, die Übergänge von einer religiös begründeten Judenfeindschaft zum modernen Antisemitismus sichtbar werden - die Transformation einer traditionellen religiösen Form in eine moderne atheistische Theologie.


Verlag: Suhrkamp

Ausstattung: 441 S.

ISBN: 3518582852

Preis: 27,80 €


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