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Wo war der Richter, den er nie gesehen hatte? Wo war das hohe Gericht, bis zu dem er nie gekommen war?
Suhrkamp BasisBibliothek Ausgabe - SuperVon den mehreren Ausgaben Kafkas "Der Prozeß" ist die Ausgabe von "Suhrkamp BasisBibliothek" sicherlich die weitaus Beste!Man findet Erläuterungen zu Wörtern des ostereichischen Dialektes direkt am Text. Sehr hilfreich!
Weiter gibt es diese Ausgabe Hintergrundinformationen über Kafka, Deutungsanzätze und direkte Verweise im Text zu Hinweisen, die einen tieferen Einblick in das Werk ermöglichen.Im Anhang finden sich außerdem von Kafka gestrichene Textpasagen.Klasse Ausgabe!
(unvollendende) WeltliteraturDie Geschichte, in einen Prozeß verwickelt zu sein, ohne auch nur im geringsten zu wissen, warum und weshalb und sich dennoch jederzeit vor Gericht und Öffentlichkeit zu verantworten, hat etwas Reizvolles. K. als Hauptfigur wird mit einer ungewöhnlichen Gegebenheit konfrontiert und es macht Spaß die Reaktionen dieser Hauptfigur zu betrachten. Immer im Hinterkopf die Frage, wie man sich selber in dieser Situation verhalten würde.Zum Leidwesen des Lesers werden die entscheidenen Fragen, die einem zu Weiterlesen animieren, nicht beantwortet: Der Roman ist und bleibt unvollständig, auch wenn Kafka den Schluß sehr früh verfaßt hat und zumindest das Schicksal K.s wiedergibt. Doch zwischen Hauptplot und Schlußszene klafft eine gewaltige Lücke, die Kafka aufgrund Schreibblockaden nie füllen konnte.3 Sterne von mir nur deshalb, weil "Der Prozeß" Weltliteratur ist, die man des Allgemeinwissens wegen schon gelesen haben sollte. So interessant der Kerngedanke der Geschichte auch sein mag, aus heutiger Sicht mag der Roman nicht wirklich fesseln. "Der Prozeß" minus Kafka als Hauptmythos eines selbstzerstörerischen Schriftstellers ergäbe eine eher leidliche und wenig aufregende Geschichte. Entsprechend ist der Roman nur bedingt empfehlenswert.
Frustrierende LektüreInhalt: Josef K. wird eines Tages früh aus dem Bett geholt und verhaftet. Gegen ihn wird ein Verfahren eröffnet, es wird ihm aber erlaubt, sein Leben wie bisher weiterzuführen, zu wohnen wie bisher und seine Tätigkeit als Bankangestellter weiter auszuüben. Der Gehalt der Anklage bleibt ihm (und dem Leser) verborgen. K. nimmt den Prozess zunächst nicht sehr ernst, erst mit der Zeit versucht er sich zu verteidigen und Hilfe dafür zu bekommen. Zeitweise versucht er, die Berechtigung des Prozesses und dessen Relevanz für ihn in Frage zu stellen, immer wieder versucht er, das was ihm geschieht, (erfolglos) zu verstehen und zu erklären. Letztlich scheitert er (und mit ihm der Leser) in den Versuchen einen Sinn darin zu finden. Seine Versuche zu handeln scheitern, K. erweist sich im Umgang mit dem Gericht überfordert und dem Prozess hilflos ausgeliefert. Am Ende ist zweifelhaft, ob es hätte anders laufen können, ob K. so frei gewesen ist, sein Schicksal in die Hand zu nehmen und ob nicht alles so notwendig folgte wie es dann tatsächlich lief.
Ich empfand einen Widerwillen gegen das Lesen des Buches, den ich darauf zurückführe, dass die Handlung im Ganzen wie in den Teilen irreal (oder "kafkaesk") wirkt. So befinden sich die Gerichtskanzleien auf dem Dachboden von Mietshäusern, immer wieder kennen Personen K. und wissen über ihn Bescheid, obwohl sie das realerweise eigentlich noch gar nicht können sollten, Kollegen sind bei seiner Verhaftung mit dabei und tauchen zufälligerweise später irgendwo auf, Onkel Karl heißt plötzlich Onkel Albert, usf.
Zugleich mit der Schilderung der vordergründig irrealen Handlung macht das Buch dem Leser jedoch auch einige "Sinnangebote", ergibt jedoch keinen kohärenten "Gesamtsinn". So könnte man den Prozess als einen eigentlich psychischen Prozess deuten, bei dem die einzelnen Personen (z.B. das Gericht, der Onkel, der Advokat, die Kollegen) Instanzen der Seele (z.B. das Gewissen, das Unbewusste) darstellen (allerdings fehlt der innere Konflikt). Zudem könnte man das Geschehen als Ausdruck innerer Prozesse deuten, etwa als Ausdruck eines Wahns (so hat man oft den Eindruck, als ob die ganze Stadt mitsamt seinen Menschen um K. zentriert ist und auf ihn hingeordnet ist, ja teilweise, als ob sein Bewußtsein das Sein der Dinge bestimmt). Und ebenso könnte man die Handlung als ein Bild für die Existenz, das Leben und das Sein des Menschen insgesamt halten und deuten. Zu berücksichtigen ist, dass nicht jede Schlußfolgerung Ks und Information der Beteiligten wahr sein muß, da der Erzähler sich als "unzuverlässig" erweist.
Fazit: Identifikatorisches Potential bietet der Roman u.a., wenn man ihn als eine Darstellung eines anonymen und menschlichen Waltens liest, dem man hilflos und überfordert ausgeliefert ist, und das man nicht versteht. Die Handlung wirkt allerdings vordergründig "irreal" und auch die möglichen Deutungsansätze bieten keinen kohärenten Sinn. Diese Irrealität und Sinnlosigkeit des Geschehens empfand ich als frustrierend.
Beste AusgabeBei dieser Suhrkamp Ausgabe handelt es sich sicherlich um die beste Ausgabe von Kafka's "Der Prozeß", denn das Buch enthält nicht nur den Prozeß selbst, sondern auch die unvollendeten Kapitel sowie die von Kafka gestrichenen Stellen. Außerdem befinden sich sowohl auf den Textseiten und auch im Anhang Erläuterungen zum Text sowie eine Entstehungsgeschichte.
"Der Prozeß" selbst ist sicher eines von Kafkas bedeutendsten Werken und lebt von der surrealen Situation des Angeklagten K., der herauszufinden sucht, weshalb er angeklagt ist. Dadurch gelingt Kafka ein Spannungsaufbau, der bis zur letzten Seite anhält. Glücklicherweise hatte Kafka zunächst Beginn und Schluß der Geschichte geschrieben, so dass sich die fehlenden Kapitel nicht auf das Verständnis des Buches auswirken. Genial, kafkaesk + absolut lesenswert.
eigentlich.............nichts Besonderes!Vielleicht habe ich mir von diesem Buch zu viel erwartet. Aber nun nachdem ich die Geschichte durchgekaut habe (ohne besondere Lust am Weiterlesen, aber dennoch in Hoffnung auf bessere Passagen)finde ich dieses Buch fast langweilig. Die Geschichte handelt von K., dem Prokuristen einer großen Bank, welcher angeklagt wird und somit einen Prozeß am Hals hat. Auf eine Begründung für die Anklage wartet man 244 Seiten, nämlich die ganze Länge des Buches, vergeblich. Die ungewöhnliche Erzählweise schien mir verwirrend und manchesmal ohne Zusammenhang. Die drei Sterne gebe ich trotz alledem, weil im Buch immer wieder verschiedene Motive vorkammen, welche im vorzüglichen Kommentar erklärt und aufgezeigt wurden, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Länge ziehen. Kafka geht spielerisch mit Sprache um, und lässt dadurch autobiographische Hinweise auftauchen. Diese fand ich übrigens auch in dem hervorragendem Kommentar der Suhrkamp Basisbibliothek.
Ein Lob an den Verlag. Denn sonst hätte ich wahrscheinlich wegen mangelnden Verständnisses, den "Prozeß" schlechter beurteilt
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