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Eine hinreißende Sammlung von Geschichten junger Autoren, die zeigt, wieviel Spaß deutsche Literatur heute wieder machen kann.
Die Leichtigkeit!Wer pure Ostalgie sucht, sollte dieses Buch nicht kaufen, da sich die Autoren auf leichte und beschwingte Art und Weise ihre eigenen Sichtweisen stellen. Es ist faszinierend, wieviel Potenzial in diesen Kurzgeschichten vorhanden ist. Warum das Weltbild immer so kompliziert gestalten? Dazu gehört auch das sogenannte Konfliktgerede zwischen Ost und West! Die "Goldjungs" verstehen es mit ihren unbelasteten Erzählweise diese steife Denkweise zu umgehen und vermitteln einfach das Gefühl, daß wir Menschen mit Toleranz und Aufgeschlossenheit unseren Frieden finden. Das Buch möchte unterhalten - nicht mehr und nicht weniger - und dieser Anspruch ist voll und ganz gelungen!
Empfehlenswert für jeden! Jedenfalls für jeden, der über den eigenen Gartenzaun hinweg schauen kann!
Teilweise originell, teilweise überflüssigNachdem mich Wladimir Kaminer schon seit längerem mit seinen Erzählungen erfreut, stellt er uns jetzt seine Berliner Autorenkollegen vor. Herausgekommen ist ein Sammlung neuer Geschichten, die im besten Fall an Kaminers Stil, im schlechtesten an der Stil von sogenannten Popautoren erinnern. Wie Henryk Broder treffend sagt, "die jungen Wilden ... beobachten alles. Und sie erinnern sich an alles". Leider finde ich einiges davon einfach uninteressant und der mir machmal etwas zu "experimentelle" Schreibstil macht das oft nicht lesenswerter. Zum Glück sind diese Fälle in der Unterzahl. Ich empfehle das Buch jedem, der ein Fan von Kaminer ist (schließlich hat er auch einige Kapitel beigesteuert), es ist auf jeden Fall abwechslungsreich und bringt einem die Welt aus Berliner Sicht wieder ein bißchen näher. 4 Sterne für junge Autoren, die beschreiben, was wir vielleicht auch schon so erlebt haben...
Ein netter VersuchEs ist sicher eine ehrenwerte Absicht, seinen Schriftstellerkollegen auf den fahrenden Zug helfen zu wollen, doch manches (wenn nicht das meiste) aus dem Band ist doch etwas zu belanglos. Aneinanderreihungen von scheinbar leicht-gekonnt dahingeworfenen Formulierungen füllen zwar die Seiten, lassen den Leser aber irgendwann wegen Belanglosigkeit abwinken.
Surfpoeten...Wer in Berlin wohnt, kennt vielleicht auch den Surfpoeten-Club, der wöchentlich stattfindet. Dort kann jedermann, der was zu sagen hat, so ähnlich wie in Speakers Corners in London, nur eben auf ner Bühne, den Gedanken und Ideen freien Lauf lassen. Mit Surf-Musik werden diese Partys anschliessend noch aufgemotzt und haben ein sehr breites Publikum gefunden. Einige dieser Geschichtenschreiber hat Wladimir Kaminer in diesem Band vereinigt.
Die Goldjungs lesen sich flüssig durch, aber so richtig hin und weg war ich ehrlich gesagt nicht. Da bevorzuge ich dann doch eher spontan eine Surf-Poeten-Veranstaltung. Trotzdem aber keine schlechte Idee und immerhin 3 Punkte.
Kein KaminerWer dieses Buch kauft, weil er Kaminers Geschichten gern liest, wird enttäuscht sein. Es geht hier um andere, unbekannte Schriftsteller. Aber die haben es (zum größten Teil) auch drauf. Sehr verschiedene Stile werden verbunden, und wer die eine Kurzgeschichte langweilig findet, wird über die nächste herzlich lachen. Geschmäcker sind eben verschieden, aber ich denke, hier ist für jeden etwas dabei.
Übrigens, das wenige, was Kaminer in diesem Buch schreibt, ist leider auch nichts neues - also nichts für Kaminer-Sammler.