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Seit einigen Jahren ziehen Webers Studien zu den großen Religionen die Aufmerksamkeit auf sich. Webers Behauptung, daß Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Konfuzianismus und Buddhismus als Mächte der Lebensregulierung Auswirkungen - positiver wie negativer Art - auf die Entstehung der modernen rationalen Kultur hatten, hat zunehmend in den Fachdisziplinen das Interesse geweckt. Kaum beachtet wurde hingegen, daß Webers Sicht ohne die Vorarbeit der zeitgenössischen vergleichenden Religionswissenschaft kaum denkbar gewesen wäre. Erst ihre Paradigmen und Konzepte haben es ihm möglich gemacht, religionshistorische Daten zu Quellen einer universalen Kulturgeschichte zu machen. Das Interesse von Wissenschaftlern und Intellektuellen an der Religionsgeschichte gründete oftmals in der Annahme, daß die moderne, scheinbar areligiöse Kultur nur im Kontext der Religionsgeschichte adäquat verstanden werden könne. Zudem stellte die Religion für viele das stärkste Gegengewicht zum modernen Utilitarismus dar, der als eine Gefährdung der sozialmoralischen Ordnung und Kultur angesehen wurde. Gerade umgekehrt: Um ihre Entstehung zu analysieren, brauchte man die Hilfe der Religionsgeschichte. Max Weber selbst hat gelegentlich von seiner Religionssoziologie als 'Religionssystematik' gesprochen.
Die Autoren der Beiträge dieses Bandes machen Webers Stellung im wissenschaftlichen Diskurs der Jahrhundertwende sichtbar, sowohl in seiner Abhängigkeit von anderen Autoren wie auch in seiner Eigenständigkeit und Kreativität.
Inhaltsübersicht:
- Hans G. Kippenberg: Einleitung
- Hans G. Kippenberg: 'Meine Religionssystematik'
- Björne Jacobsen: Hiatus Irrationalis
- Volkhard Krech: Religiosität
- Hans G. Kippenberg: Religionsentwicklung
- Martin Riesebrodt: Religiöse Vergemeinschaftungen
- Stefan Breuer: Magie, Zauber, Entzauberung
- Martin Riesebrodt: Charisma
- Bernhard Lang: Prophet, Priester, Virtuose
- Martin Riesebrodt: Ethische und exemplarische Prophetie
- Edith Hanke: Erlösung
- Stefan Breuer: Weltablehnung
- Volkhard Krech: Mystik
- Hubert Treiber: Askese
- Klaus Lichtblau: Ressentiment
- Gangolf Hübinger: Intellektuelle, Intellektualismus
- Hartmann Tyrell: Antagonismus der Werte
- Burkhard Gladigow: Polytheismus
The volume offers a new approach to Max Weber's sociology of religion and his cross-culturally comparative studies. Focusing on key concepts and semantic fields, the discourse of the last turn of the century is reconstructed and Weber's location in it is defined. The volume shows Weber's dependency on other authors as well as his creativity and ingenuity in operationalizing concepts and linking them to an explanation of diverse civilizational developments.
Max Webers 'Religionssystematik' baut auf der Vorarbeit der zeitgenössischen vergleichenden Religionswissenschaft auf. Vor diesem Hintergrund führen die Herausgeber in Konzepte, Weltbilder, 'Träger religiösen Handelns' sowie Lebensführungsprinzipien ein, die Max Weber entwickelt und ermittelt hat.
Brockhaus-1837: Weber [2] · Weber [1]
Brockhaus-1911: Weber [6] · Weber [5] · Weber [4] · Weber [9] · Weber [8] · Weber [7] · Weber [11] · Weber [10] · Weber · Weber [3] · Weber [2] · Weber [12]
DamenConvLex-1834: Weber, Karl Maria von
Eisler-1912: Weber, Max · Weber, Louis · Weber, Theodor · Weber, Josef · Weber, Alfred · Weber, Arthur · Weber, Ernst Heinrich
Herder-1854: Weber [6] · Weber [5] · Weber [7] · Weber [9] · Weber [8] · Weber [1] · Weber [10] · Weber [2] · Weber [4] · Weber [3]
Meyers-1905: Webers Gesetz · Weber [3] · Weber [1] · Weber [2]
Pagel-1901: Weber, Sir Hermann · Weber, Karl Otto · Weber-Liel, Friedrich Eugen · Weber, Theodor · Weber, Fred. Parkes · Weber, Eduard Friedrich Wilhelm · Weber, Adolf · Weber, Ferdinand · Weber, Ernst Heinrich
Pataky-1898: Weber, Amalie · Weber, Arna · Spann-Weber, Thekla · Weber, A.