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Die neue soziale Ausgrenzung Überall in Europa werden Ursachen und Folgen von prekärer Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Armut als Formen sozialer Ausgrenzung diskutiert. Martin Kronauer bietet einen gut verständlichen Überblick über die Debatten und die sich dahinter verbergende, immer explosiver werdende gesellschaftliche Realität. Die soziale Frage in Europa hat einen neuen Namen: Exklusion. Aber was bedeutet Exklusion? Nach zwei Jahrzehnten relativer Vollbeschäftigung und abnehmender Armut bündelt sich im Exklusionsbegriff das Bewusstsein von wiederkehrender Arbeitslosigkeit und Armut als Produzenten einer neuen gesellschaftlichen Spaltung, die sich im Ausschluss von wesentlichen Teilhabemöglichkeiten an der Gesellschaft niederschlägt. Martin Kronauer setzt sich mit der internationalen Diskussion über die Begriffe Exklusion und seinem angelsächsischen Pendant 'Underclass' auseinander und geht dabei folgenden Fragen nach: Auf welche gesellschaftlichen Realitäten beziehen sich die Begriffe Exklusion und Underclass? Was ist neu an den Formen der Ausgrenzung durch Arbeitslosigkeit und Armut heute, das es rechtfertigen würde, von einer neuen gesellschaftlichen Spaltung zu sprechen? Was für ein theoretisches Konzept liegt dem Gedanken von Zugehörigkeit und Ausschluss zugrunde? Was sagen die Begriffe Exklusion und Underclass für eine Diagnose des Zustands der Gegenwart und der Demokratie aus? Mit der systematischen Behandlung dieser Fragen bietet die Studie erstens eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Diskussion über die Begriffe Exklusion und Underclass, zweitens eine begriffliche Schärfung des Ausgrenzungsgedankens und drittens einen Zugang zur sozialen Realität des Ausgrenzungsproblems in den hoch entwickelten kapitalistischen Gesellschaften der Gegenwart. Der Autor Martin Kronauer, Dr. phil., ist Privatdozent an der Universität Göttingen und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI).