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Eigentlich wollte Melrose Plant, seines Zeichens Aristokrat und langjähriger Freund von Inspektor Jury, in Ruhe seinen Aufenthalt an der Küste Cornwalls genießen. Doch eine Serie von Todesfällen hält das Dorf in Atem. Gibt es einen Zusammenhang mit dem lange zurückliegenden, rätselhaften Tod zweier Kinder? Als die Ermittlungen der örtlichen Polizei ins Stocken geraten, hat Inspektor Jury eine zündende Idee ...
Martha-Grimes-Fans werden schon wissen, dass sich The Lamorna Wink, so der Titel des englischen Originals, auf einen britischen Pub bezieht; und zwar auf einen, den Superintendent Richard Jury oder sein aristokratischer Handlanger Melrose Plant im Verlauf der Lösung des einen oder anderen Falles sicherlich des Öfteren frequentieren werden. Diesmal übernimmt Plant die Hauptrolle, da sich Jury zurzeit in Irland befindet. Seine Ferien im pittoresken Bletchley an der Küste Cornwalls sind durch das zufällige Auftauchen seiner gefürchteten Tante Agatha geradezu verdorben. Ironischerweise erregt das Schicksal eines jungen Mannes, Johnny Wells, sein Interesse, dessen Lieblingstante plötzlich und spurlos verschwunden ist. Trotz seiner Tante Agatha entschließt sich Plant, ein Haus zu mieten, das einem amerikanischen Millionär gehört und dessen zwei Enkelkinder ein paar Jahre zuvor auf tragische Weise am Strand ums Leben gekommen waren. Innerhalb kürzester Zeit wird im benachbarten Lamorna eine weitere Leiche gefunden: die von Sada Colthorp; einst eine junge Frau, die vorher in der Gegend lebte, sie aber verließ, um sich in der Pornoindustrie zu verdingen. Plant und der Abschnittsleiter der Polizei, Brian Macalvie, sind davon überzeugt, dass es zwischen Colthorp und der verschwundenen Chris Wells eine Verbindung gibt. Als sich die Teile allmählich zusammenfügen (und damit eine rasche Folge von Gewalt in Gang gesetzt wird), macht Jury einen kleinen Alibiauftritt, um die letzten Lücken zu schließen. Aber die Punkte gehen diesmal an Plant, der sich langsam zu mehr als nur einem zufälligen Detektiv mausert und an Macalvie, einen Charakter mit einer Ausstrahlung, die die von Jury vielleicht sogar noch übertrifft. Wie immer bietet Grimes befreiende Komik auf Kosten einer straffen Handlung, indem sie die zahllosen anderen Charaktere untersucht, die Plants Long Piddleton und Jurys London bevölkern. Der ungeduldige Leser wird sich vielleicht fragen, wann -- wenn überhaupt -- Plant und Co endlich Vivian Rivingtons italienischen Grafen in Ruhe lassen werden. Die endgültige Aufklärung des Todes der Kinder wird allerdings sogar beim stoischsten Krimifan ein ausgesprochenes Gefühl des Unbehagens hinterlassen. Dass Grimes nach 16 Büchern immer noch so wirkungsvoll amüsieren, schockieren, fesseln und sogar irritieren kann, lässt Gutes für den Fortbestand dieser Reihe erahnen. --Barrie Trinkle
Endlich! Plant ermittelt ...Irgendwie habe ich darauf gewartet, daß Martha Grimes Melrose Plant mal mehr in den Mittelpunkt eines Romans stellt. Und hier tut sie es.
Es kommt endlich zur Auflösung, warum Plant seinen Grafentitel abgelegt hat. Das "Warum" geht allerdings so völlig an dem vorbei, was man erwartet hätte. Auch Macalvies Charakter, der immer den Eindruck von Verlassenheit machte (der einsame Kämpfer für die Gerechtigkeit) wird erklärt. Über die Beschreibungen der Einwohner von Long Piddleton und deren Verhalten musste ich mehrmals lachen. Sind die Engländer wirklich so verschroben? Nein, aber diese skurillen Charaktere sind schon so vertraut. Und Cornwall ist immer eine gute Kulisse für einen Krimi.Alles in allem 5 Sterne, aber geeignet nur für Leser, die schon mehrere Jury-Romane gelesen haben. Ansonsten könnte es schwierig werden, die Charaktere zu verstehen.Noch eine Anmerkung zum Schluß: Irgendwie hinterließ der Roman so eine Abschiedsstimmung bei mir. Warum kann ich auch nicht erklären. Vielleicht weil so viele "Geheimnisse" gelüftet werden, die alle Leser seit dem ersten Roman mehr oder weniger beschäftigt haben.
Kann man lesen, ist aber nicht berauschend"Die Treppe zum Meer" ist gegenüber dem letzten Buch ("Die Frau im Pelzmantel") eine deutliche Steigerung. Ich habe alle Inspektor-Jury-Romane gelesen und stelle einen deutlichen Bruch seit "Inspektor Jury gerät unter Verdacht" fest. Das neue Buch ist höchstens befriedigend.Martha Grimes ist nicht mehr in der Lage, englische Charaktere auftreten zu lassen. Die Handlungen sind getragen von amerikanischer Lebensweise und Denkweise. Dazu kommen handwerkliche Fehler und sehr ärgerliche Übersetzungsprobleme.Unerträglich ist die ständige Benutzung des Vornames statt des Nachnamens. Das wird soweit auf die Spitze getrieben, dass im Verhör! der Polizist den zu Verhörenden mit Vornamen anspricht. Andererseits handeln Jury und Melrose seit vielen Jahren als dicke Freunde, die alberne Spielchen miteinander treiben. Es ist total nervig, dass die sich mit "Sie" anreden.Zu Beginn ist das Old Peculier in der Kneipe aus der Flasche, am Schluss vom Fass. Irgendwer schmeißt in einer entscheidenden Szene ein Messer, aber es wird vergessen, zu erwähnen wer wirft.Die Übersetzung ist im Prinzip gut, es gibt jedoch mehrere Rechtschreibfehler (Er statt Es, Sein statt Seine). Und ein Pub ist für einen Engländer ein Pub und keine Bar, auch wenn Grimes das so geschrieben haben sollte. Ein Plastikteil kann nicht von der "Hülle" einer Videokassette abbrechen, sonder nur von der Kassette selbst.Die ständigen Bezüge auf andere Romane nervt sehr. Will Grimes damit angeben? Verhalten sich so normale Menschen?Ein Aspekt wirft sogar ein ganz schlechtes Licht auf Grimes. Mehrfach wird erwähnt, eine Person sehe so aus "wie man sich das vorstellt." Das ist peinliches Niveau, das kann jeder.Aber es macht dennoch hauptsächlich Freude, das Buch zu lesen. Für einen Jury-Fan ist es ein Muss (anders als "Pelzmantel" und "Steht im Regen").
Katastrophal dank indiskutabler ÜbersetzungDie Geschichte an sich ist akzeptabel, man KÖNNTE diesen Krimi mit einem gewissen Maß an Genuß lesen, die Atmosphäre ist - wie in allen Inspektor-Jury-Romanen - angenehm, die Geschichte plätschert recht nett und zeitweise ganz unterhaltsam vor sich hin, wenn auch die richtige Spannung nicht aufkommen will. ABER die Übersetzung ist die schlechteste, die ich je gelesen habe. Cornelia C. Walter geht schlampig mit der deutschen Sprache um, übersetzt zum Teil wörtlich, so daß ganze Sätze praktisch unverständlich sind, und macht haufenweise grammatikalische Fehler. Ich kann nur jedem Leser, der Freude an der Sprache hat, empfehlen, keine von Cornelia C. Walter übersetzten Bücher zu lesen.
Wieder ein bemüht routinierter Jury, nur für Hardcore-FansDas Positive vorneweg: es ist nicht der schlechteste Jury-Roman, den Martha Grimes verfaßt hat.
Leider ist es bei weitem nicht der Beste. Die offensichtliche Jury-Müdigkeit führt nur noch zu routinierten Standardromanen, die sich um den eigentlichen Kriminalfall nur noch am Rande kümmern und ihn in beiläufigen Nebensätzen lösen, während private Reibereien den Hauptteil des Textes ausmachen.
"Die Treppe zum Meer" ist eigentlich ein Melrose-Plant-Roman, in dem Jury nur auf wenigen Seiten auftaucht. Dabei hätte das Konstrukt durchaus seine Möglichkeiten gehabt: verschwundene und tote Personen, ein Kinderdrama aus der Vergangenheit, Rache, Snuff-Filme, AIDS und rasanter Hühnchenimbißkönig im Rollstuhl, doch bei Grimes herrscht nur gepflegte Langeweile. Die meisten sonst auftretenden Figuren sind hier schon tot, es gibt keine langwierigen Recherchen, erhellende Gespräche oder mögliche Verdächtige, es dauert einfach 300 Seiten bis die Protagonisten alle Ereignisse der Vergangenheit mal in die richtige Reihenfolge bringen.
Ansonsten zieht sich Grimes wieder mal an denselben Dingen wie üblich hoch: Plants Snobismus (der hier zumindest manchmal etwas Feuer bekommt) und die Beiläufigkeit, Details zum Fall zu sammeln. Die ewige Chose um Vivians Hochzeit ödet nur noch an und auch Agatha ist kein Lächeln mehr wert. Jurys Auftritt an sich ist eigentlich überflüssig, ebenso die kurzfristigen Manierismen von Sergeant Wiggins. Eine andere Besatzung hätte da keinen qualitativen Unterschied gemacht.
Wer alle anderen Romane kennt, wird auch hier passabel unterhalten, weil es wenigstens einen Hauch weitergeht als in den Romanen zuvor, allen anderen wird das Buch arg pomadig vorkommen. Das Schicksal der endlosen Reihe: gelesen und dann für immer in den Schrank! Zweieinhalb Sterne von mir und da es die Wertung nicht gibt, runde ich freundlich auf. Denn das letzte halbe Dutzend hatte noch wesentlich schlechteren Output.
Melrose forever!Nachdem ich alle Inspektor Jury Krimis gelesen habe, muss ich feststellen, dass Melrose Plant mir der liebere Held ist. Anscheinend hat auch Martha Grimes eine immer größere Vorliebe für ihn entdeckt. Handelt dieses Buch doch fast ausschließlich von ihm. Es ist immer wieder herrlich, wenn Melrose sich mit seinen grünen Augen an einem "ungemütlichen" Tag in seinen Sessel am Kamin mit einem Whiskey in der Hand zur Entspannung niederlässt. Ich mochte dieses Buch sehr aufgrund seiner Umgebung und weil Melrose zum ersten Mal eine richtige zwischenmenschliche Erfahrung hat. Leider verebbt sie wieder so schnell, wie sie zustande gekommen ist! - Aber die Handlung war mir nicht immer klar. Wie kommt es, dass ausgerechnet er sich mit diesem Fall befasst und wie selbstverständlich von Macalvie zu Rate gezogen wird?! Irgendwie kommt mir alles ein bisschen zu zufällig vor. Trotzdem ist es ein Muss für alle Jury/Melrose-Fans. Es ist ein Trost, dass trotz all der Rätsel auch noch Zeit für die Demontage der Hochzeit von Vivian Rivington bleibt, schließlich trinkt in England keiner Pellegrino. - Viel Spass beim Lesen, auch wenn nicht immer alles klar oder logisch ist, einfach genießen!
Adelung-1793: Treppe, die · Meer-Portulak, der · Meer, das · Meer-Bacille, die
Brockhaus-1809: Das Baltische Meer · Das schwarze Meer · Das caspische Meer · Das schwarze Meer · Das Meer · Das Atlantische Meer · Das Adriatische Meer · Das Baltische Meer · Das rothe Meer · Das Mittelländische Meer
Brockhaus-1837: Schwarze Meer · Rothe Meer · Weisses Meer · Steinhuder Meer · Mittelländische Meer · Atlantische Meer · Adriatisches Meer · Meer · Baltische Meer
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