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Der bekannte Autor Lyon Sprague de Camp schrieb die große Biografie über den Meister des Modernen Horrors - eine sensible, kritische Reverenz an einem Menschen voller Widersprüche. Erstmals in ungekürzter deutscher Ausgabe.
H. P. Lovecraft gehört zu den ganz Großen der Horror-Literatur, ja der fantastischen Literatur überhaupt. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Genreliteratur ist kaum zu überschätzen. Doch nicht nur Fantastikautoren setzen sich mit ihm auseinander, Michael Chabon erwähnt ihn in seinem Bestseller Wonder Boys, und der französische Romancier Michel Houellebecq hat ihm mit seinem hundertseitigen Essay Gegen die Welt. Gegen das Leben ein persönliches Denkmal gesetzt. Aber wer war dieser außergewöhnliche Autor wirklich? Die Antwort auf diese Frage findet sich in der Biografie von Lyon Sprague de Camp, und sie beschreibt einen ausgesprochen widersprüchlichen Menschen. Lovecraft, aufgezogen von drei Frauen, die ihn sehr behütet haben, war ein Außenseiter in der modernen Gesellschaft. Doch pflegte er zahlreiche Briefkontakte und besuchte immer wieder Freunde, die seine Gesellschaft sehr schätzten. Einerseits proklamierte er -- vor allem in jungen Jahren -- die Überlegenheit der nordischen Rasse, schimpfte auf Ausländer aller Couleur und nannte sich einen Antisemiten; andererseits heiratete er eine Jüdin und freundete sich mit anderen Juden an. Er lebte vom schwindenden Vermögen seiner Familie, sah das Ende des Geldes kommen, arbeitete aber immer wieder an unbezahlten Texten für den Amateurjournalismus, anstatt auf die Anfragen professioneller Verlage einzugehen. Er hielt es für unschicklich, dass ein Gentleman mit dem Schreiben Geld verdiene, übersah dabei jedoch, dass seine Gentleman-Vorbilder im Gegensatz zu ihm über Geld verfügten. Die ausführliche, erstmals ungekürzt in deutscher Sprache vorliegende Biografie nimmt sich die nötige Zeit für Lovecrafts Schrullen, bietet ausführliche Zitate aus seinen Briefen und lässt seine Frau, seine Freunde und Verwandten zu Wort kommen. De Camp erläutert, interpretiert und stellt wichtige Zusammenhänge her, die helfen, Lovecrafts Äußerungen aus der Zeit und seiner persönlichen Situation heraus zu verstehen und besser einzuordnen. Trotz aller Sympathie für Lovecraft bleibt der Autor doch kritisch in der Wertung seiner Werke und Äußerungen. So arm Lovecrafts Leben auch an äußeren Ereignissen gewesen ist, seine Gedankenwelt blühte und gebar einige der eindrucksvollsten fantastischen Erzählungen der Welt. Und diese lebendig geschriebene und klar strukturierte Biografie vermittelt einen hervorragenden Einblick in das Innenleben des Mannes, der sie geschrieben hat. --Boris Koch
Der Meister des kosmischen HorrorsDe Camp schreibt sachlich, dennoch fällt es dem Leser sehr schwer, sich von der faszinierenden Lebensgeschichte Lovecrafts loszureißen. Regelmäßig ist der Text von umfangreichen Ausschnitten aus seinen Briefen unterbrochen, was dem Eindruck weitere Nahrung verschafft, Lovecraft selbst hätte die Erstellung der Biografie überwacht. Auch an der deutschen Übersetzung lässt sich nichts bemängeln, zählt Andreas Diesel doch mittlerweile zu den Cthulhu-geprüften Stammübersetzers des Festa-Verlags.
Natürlich muss man bedenken, dass diese Biografie mittlerweile über dreißig Jahre auf dem Buckel hat und daher nach den Normen der 70er Jahre bewertet werden muss. Es ist daher zu empfehlen, die Lektüre durch aktuellere biografische Literatur über Lovecraft zu ergänzen, wie sie beispielsweise mit "Der Einsiedler von Providence" im Suhrkamp-Verlag erschien, wenngleich diese derzeit nicht im Druck ist.
"H.P. Lovecraft - Eine Biografie" ist ein enormes Werk - in jederlei Hinsicht. Für Fans des großen Meisters kosmischen Horrors stellt es - auf Grund ihres Alters am Besten in Kombination mit dem Suhrkamp-Band "Der Einsiedler von Providence" - die ultimative Lebens- und Charakterbeschreibung ihres großen Idols dar. Menschen, die sich erst langsam an Lovecraft herantasten wollen, sollten sich allerdings erst mit ein paar seiner Geschichten auseinandersetzen. Bleibt die Faszination für den Mann aus Providence bestehen, kann man ihnen nur dazu raten, auch einen Blick in diese Biografie zu werfen. Dem Festa-Verlag gebührt zumindest Dank dafür, ein derart wichtiges Werk auch den deutschsprachigen Lovecraft-Fans verfügbar gemacht zu haben.
Spannend und einfühlsam: die Biographie H. P. LovecraftsDer 2002 verstorbene Amerikaner Lyon Sprague de Camp schildert in seiner Biographie von 1975 das bizarre, spannende und tragische Leben H. P. Lovecrafts kritisch und dennoch warmherzig mitfühlend. Psychologisch fundiert und gestützt auf opulente Quellen fesselt das hervorragend geschriebene und neu übersetzte Buch trotz seines Umfangs in gekonntem, oft humorvollem Stil bis zur letzten Seite und korrigiert manche bisherige Einschätzung. Von sich aus schon eine überragende, weil tiefgreifende Erzählung, sollte es nicht nur Lovecraft-Fans begeistern. Großartig!
Endlich wird eine Lücke geschlossen!Es gibt bereits eine Menge Literatur über den Mythos und das Werk H.P. Lovecrafts. Diese Biografie schließt den Kreis und beantwortet eine Vielzahl offenstehender Fragen.
Im Ton warmherzig und in der Leseart spannend und unterhaltsam geschrieben, vermittelt der Text uns eine Vorstellung der Person Lovecrafts und dem Eindruck, unter welchem seine Werke entstanden sind.
Er war, wie er sich immer selbst bezeichnet hat, ein Gentleman und verzichtete eher auf das ihm zustehende Geld, ehe er sich dazu herab ließ, fällige Beträge einzufordern.
Unverzichtbar für das Verstehen des Werkes und des Menschen dahinter.
Für viele jüngere Leser ein Schriftsteller, dessen Werk es zu entdecken gilt.
Diese Biografie hat einen entscheidenden Teil dazu beigetragen.
Vielen Dank für dieses Buch.
BiographieEine sehr gelungene, informative Biographie über den Meister des Horrors. Trotz seines Umfangs, kommt bei der Lektüre keine Langeweile auf. Für jeden, der mehr als nur das schon gehörte über H. P. L. erfahren will, ein absolutes Muss.
Guter EinstiegDa das Meiste über diese Biographie bereits gesagt wurde,
hier nur noch ein Hinweis für Leute, die sich aus WISSENSCHAFTlichem
Interesse mit LOVECRAFT beschäftigen:
Der Autor de Camp hat dieses Buch vor über 30 JAHREN geschrieben,
daher ist natürlich die gesamte neuere Forschung in keinster Weise
in dieser Biographie enthalten - und in den letzten 15 Jahren hat sich
um den Altmeister so einiges getan.
Auch ist de Camps Biographie nicht frei von Fehlern und Einfärbungen.
Wer daher wissenschaftlich verläßlichere Daten benötigt, kommt um andere
führende Lovecraft-Forscher (z.B. Joshi) nicht herum.
Dennoch ist de Camps Buch ein guter Einstieg, der ein in großen Teilen haltbares Bild von der Person Lovecraft zeichnet.
Jeder ernsthaft Lovecraft-Interessierte, der nicht eh schon seit langer Zeit das Original besitzt, kann hier getrost zugreifen.
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