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Seit der Heirat seiner ehemaligen Freundin Annabelle führt der Chemiker David Kelsey ein Doppelleben. Unter falschem Namen hat er sich ein Haus gemietet, in dem er ohne Wissen seiner Freunde die Wochenenden verbringt. Hier hat er sich eine Traumwelt aufgebaut, in der er sich einbildet, mit Annabelle zusammenzuleben. Eines Tages erscheint Annabelles Mann im Wochenendhaus, um Kelsey zur Rede zu stellen.
Naturforschung an Menschen In ihren besten Büchern gleicht Patricia Highsmith einer Naturforscherin. Ich kann sie mir gut in einem weißen Kittel vorstellen, wie sie eine Versuchsanordnung aufbaut. Gleich wird sie die Käfige öffnen lassen und dann zusehen wie die Ratten in ihrem Labor versuchen, auf dem Parcours, den sie gebaut hat, den Fallen auszuweichen, die immer gefährlicher werden bis zur letzten, tödlichen Falle.
In ihren Büchern veranstaltet Patricia Highsmith Versuche mit Menschen. Und wenn man einige ihrer Romane kennt, weiß man, es wird nicht gut ausgehen. Nicht für David Kelsey, den liebeskranken Chemiker, der einfach nicht begreifen will, dass Annabelle Stanton, seine frühere Freundin ihn nicht mehr liebt und auch nicht für andere, die ihr Interesse erwecken. Patricia Highsmith hat diesen erbarmungslosen Blick, der auch noch die kleinste menschliche Schwäche gnadenlos freilegt. Sie liebt ihre Figuren nicht, obwohl sie sie sehr gekonnt zeichnet. Andererseits zieht sie den Leser vom ersten Satz an in die Perspektive ihrer Hauptperson hinein, sodass der kaum eine andere Chance hat, als die Welt mit den Augen der Persom zu sehen, die sie für uns ausgewählt hat. Gut und böse, normal oder verrückt, das sind keine Kriterien mehr in der Welt der Patricia Highsmith.
Manche ihrer Bücher kann ich kaum vor dem letzten Satz aus der Hand legen. Aber dann bin ich doch froh, dass unsere Alltagswelt langweiliger und nicht so tödlich konsequent ist.
Super! Absolut lesenswert!Dieses Buch ist eines meiner Lieblingsbücher! Es ist ein Krimi, aber nicht nur! Wer schon einmal Liebeskummer hatte, kann sich - zumindest anfänglich - so richtig in die Hauptperson David hineinversetzen. Es ist einfach zu interessant, seine Entwicklung mitzuverfolgen. Erst ist er einem total sympathisch, später nimmt er psychopathische Züge an.David ist unglücklich verliebt in Annabelle. Diese hat einen anderen geheiratet und bringt es nicht fertig, David knallhart zu sagen, dass sie ihn nicht liebt. Sie versucht, es ihm schonend beizubringen. Ein Fehler. David macht sich falsche Hoffnungen. Außerdem stellt er sich Annabelle ganz anders vor, als sie in Wirklichkeit ist.Auf der anderen Seite ist Effi in David verliebt, die er jedoch nicht sehr freundlich abfertigt.So weit - so gut - oder besser - nicht gut.Dann kommt Annabelles Mann durch David's Hand zu Tode und es wird richtig spannend. Man kann nicht mehr aufhören zu lesen, aber man ahnt schon, wie es ausgeht.Das Ganze in Patricia Highsmith's unnachahmlicher Sprache - für mich ein Lesevergnügen von Anfang bis Ende.
Wie wahr!Auch schon durchgedreht vor Verliebtheit? Die Realität verkannt? Tatsachen zurechtgebogen? Patricia Highsmith liefert in einem ihrer besten Bücher eine atemberaubende Studie dieses Phänomens. Ein falsches Leben, das das richtige einfach ausblendet! Eine Sucht, die sich mit dem zu heilen versucht, was doch das Gebrechen ist. Doch mit welchen alltäglichen Verleugnungen von Tatsachen hält sich eigentlich ein richtiges Leben am Laufen? Wo sind dessen tödliche Illusionen? Enttäuscht wird nur, wer einen plumpen Whodonit-Krimi sucht.
Ein absolutes Lesevergnügen!Maximale Punktezahl für diese Buch! Selten habe ich so atemlos ein Buch verschlungen wie dieses. Die Geschichte ist unglaublich spannend und man verfolgt dem Geschehen mit einem wohligem Schauer. Der gute David ist total psychopatisch, jedoch bleibt er dem Leser immer sympatisch und man kann nicht umhin mit ihm mitzufühlen. Diese Annabelle ist so schwach und unfähig ein klärendes Woch zu sprechen, dass man sich schon fast wünscht, er würde nicht herausfinden, dass sie ja eigentlich das Gegenteil von dem ist was er sich erwartet und erträumt hat. Kurz: dieses Buch ist ein Muss!
Psychogramm eines wahnsinnig VerliebtenEine packende Geschichte um einen liebeskranken, verrückten, höchstwahrscheinlich schizophrenen Mann, der seine große Liebe nicht aufgeben kann. Nicht allein das Psychogramm Kelseys ist erschreckend, auch die Darstellung, wie einfach es vielleicht einmal in den USA gewesen ist, sich ein zweites Ego aufzubauen und wie leicht, dieses Ego auch dann aufrecht zu erhalten, wenn es durch eine polizeiliche Untersuchung ungewollt in den Vordergrund rückt. Dass Kelsey und Neumeister ein und dieselbe Person sind, wird eigentlich erst klar, als Kelsey grobe Fehler begeht und sich selbst ans Messer leifert.
Die Todesfälle, beides wohl Unfälle (was jedoch nicht hundertprozentig klar zu sein scheint, da diese aus Kelseys Sicht geschildert werden - und Kelsey Wahrnehmung ist mehr als getrübt), wirken etwas unglaubwürdig. Wie schnell brechen Schädel und Halswirbel in den USA?