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In bilderreicher Sprache erzählt Galsan Tschinag, selbst ein Kind aus den Jurten, die Geschichte der Karawane und läßt die Leser durch seine Tagebuchnotizen teilhaben an diesem großen Ereignis. Es entsteht ein literarisches Panorama, das die Hintergründe, die Menschen und ihre Geschichten poetisch einfängt. Dieses Buch setzt dem im Zeitalter des Umbruchs gefährdeten Nomadentum ein literarisches Denkmal.
VerpasstDer von mir hoch geschätzte Autor hat nach meiner Einschätzung mit dem vorliegenden Buch die Gelegenheit verpasst, Geschichte so zu schildern, dass sie mehr als nur flüchtiges Interesse zu wecken in der Lage ist. Und dabei ist es wohl zutreffend, dass ihm gelungen ist, was er mit seinem ersten Satz ankündigt: „Ich will Geschichte machen." Denn niemand kann leugnen, dass er tatsächlich Geschichte gemacht hat. Er führte einen großen Teil seines zwangsumgesiedelten Volkes zurück in alte Stammesgebiete. Mir unverständlich, wie der routinierte Autor die Möglichkeit verspielte, dieses gewaltige Geschehen in Worten festzuhalten. Denn damit kann er doch umgehen. Er hat das bewiesen. Galsan Tschinag beschränkt sich hier lediglich auf Momentaufnahmen, schließlich in Form von Tagebuchnotizen. Er schildert einzelne, irgendwie aus dem Zusammenhang gerissene Sequenzen und verspielt die Möglichkeit, die Folgen des geschilderten Geschehens zu erzählen, die ja erst bei einem solchen Stoff das runde Bild abgeben.
Ich gebe zu, ich war enttäuscht. Trotzdem ein Stück Zeitgeschichte, wie sie in dieser Form wohl nie mehr geschrieben werden kann aufgrund der spezifischen Umstände und weshalb das Buch doch lesenswert bleibt. HMcM