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Stephan Hellker, Historiker an der Universität Leipzig, gelingt es sensationellerweise, mit Carl von Ossietzky Kontakt im Internet aufzunehmen. Mit dieser Nachricht konfrontiert er Eleonore Berlotz, die neunzigjährige Witwe eines Reichsgerichtsrats, bei der er zur Untermiete wohnt. Ungläubiges Staunen zunächst, doch dann erinnert sie sich lebhaft an jenen 23. November 1931, den 'bösen Tag für Ihren Ossietzky' - war es doch ihr Hochzeitstag und der Richter von damals ein guter Bekannter.
Während die alte Dame das turbulente Millenniumssilvester im Krankenhaus verbringt, chattet Hellker mit weiteren international bekannten Opfern des höchsten deutschen Gerichts der zwanziger und dreißiger Jahre. Da kommt die Bitte eines Professors aus Kiel, mit ihm zusammen einen Abriss über die Arbeit des Reichsgerichts von der Gründung bis zum Untergang zu schreiben. Allerdings hat auch Ariane, Hellkers filmerfahrene Braut, bestimmte Pläne ...
Höchstens Ausleihen!Es lohnt sich leider nicht. Wie tröstlich, daß Herr Loest so viele wirklich lesenswerte Bücher geschrieben hat (z.B. das Völkerschlachtdenkmal. Oder die Mäuse des Dr.Ley). Kurzundknapp: Die Rahmenhandlung mager (soll das eíne Kritik an der Surfgeneration Golf sein?). Die Hauptpersonen ein- bis höchstens 1,5-dimensional. Die Anekdoten so fesselnd wie Gerichtsakten nunmal sind. Wirklich sehr löblich, der interessierten Leserschaft nochmal die Gerichtsblindheit-auf-dem-rechten-Auge nahezubringen. Und deswegen gibts auch immerhin einen Stern. Mehr aber nicht.
loests"reichsgericht"- lesenswert!"geschichtsschreibung in lesbarer Form" heißt es einmal nebenbei in erich loests roman "reichsgericht". history und stories, denn "wer sich leipziger geschichten vornimmt, hat (auch als schriftsteller) fast ausgesorgt". loest tut das geschickt und lesenswert, er verschränkt die zeitläufte ums reichsgericht, von 1878 bis 2000, ein junger historiker, an seiner seite die "pumafrau" ariane hält die fäden in der hand. wer den geschehnissen um reichtswehr-, reichstagsbrandprozeß, ossietzky, van der lubbe und co. nicht ganz fern steht, wird das buch mit einigem vergrügen lesen. empfehlenswert ! ragscheuer
Ein kleiner "Loest"Für den Leipziger ein interessanter Blick in die Geschichte eines imposanten Gebäudes. Für alle ohne Leipzig-Bezug sicherlich schwere Kost. Aber dennoch muss man Loest lassen, dass er es versteht die Historie und die Gegenwart geschickt zu verknüpfen. Man lernt viel über den Berliner Reichstagsbrand, welcher in Leipzig verhandelt wurde. Aber das Buch hat Längen und ein tatsächlicher Abschluss der Handlung, oder zumindest eine Art nachvollziehbares Zusammenführen der Handlungsstränge unterbleibt. Zusammenfassend also ein "Loest" der an vorausgehende Werke nicht anschließen kann, eben kein Stern am Literaturhimmel . Aber dennoch ein Stück wichtige und lesenswerte Literatur.