Jinks, Catherine

Pagan in geheimer Mission

Pagan in geheimer Mission
  • Verlag: Dtv
  • Erscheinungsdatum: 2004-06
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 301
  • ISBN: 3423621761
  • EAN: 9783423621762
  • Amazon.de Verkaufsrang: 74.261
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Beschreibung von buecher.de

Der Süden Frankreichs ist im Jahre 1209 eine unruhige Gegend. Päpstliche Truppen sammeln sich zu einem Kreuzzug gegen die Bewegung der Katharer. Pagan - inzwischen Erzdiakon von Carcassonne - wird ausgeschickt, zwischen den Parteien zu vermitteln.
Doch alle diplomatischen Bemühungen scheitern, und die Freunde Pagan und Graf Roland treten ein letztes mal den Kampf gegen Intoleranz, Hass und Unrecht an.

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"Lies alles, was Du finden kannst, aber glaube nicht alles, was Du liest."

(Petrus Alfonsi in seiner disciplina clericalis)

Nach der Ermordung seines Legaten Pierre de Castelnau durch einen Pagen des Grafen Raymond von Toulouese ruft Papst Innozerz im Jahre 1209 zu einem "Kreuzzug" ins Languedoc auf. Das von Simon de Montfort und dem Abt von Citeaux, Arnaud Armaury angefuehrte "fromme Unternehmen" artete jedoch in einen Raub- und Eroberungszug ausn, der weder "Ketzer", noch "Rechtglaeubige" verschonen sollte....

Die sogenannten Albingenserkrige dienen der australischen Autorin als Vorlage fuer den Abschluss der Tetralogie um ihre Protagonisten Pagan Kidrouk und Graf Roland Roucy de Bram. In Form eines Tagebuches laesst sie den an Epilepsie leidenden Waisenjungen Isidor Orbus als Schreiber des Erzdiakons von Carcassonne ueber Versuche zwischen dem 14. Juli bis 9. August 1209 berichten, durch die das drohende Unheil doch noch abgewendet werden sollte.

Trotz guter Ansaetze mit einer Vielzahl (lateinischer) Zitate aus Werken bedeutender Kirchenlehrer, Philosophen pp., nimmt Catherine Jinks auch in ihrem Epilog keine saubere Trennung zwischen historischer realitaet und Fiktion vor. Vielmehr zeigt sie, wie bereits in ihren ebenfalls mehr oder weniger "historischen" Romanen "Der Inquisitor" und "Der Notar von Avignon", dass sie es mit historischen und geografischen Fakten nicht so genau nimmt. So tummeln sich diesmal neben dem realen Comte von Toulouse und Vicomte von Carcassonne und Beziers eine Vielzahl weiterer irrealer (Vize)Grafen, wie jene von Barm, Montferrand, Narbonne usw. Die Geschichte ihres Protagonist Pagan (Heide), der als arabisch-orientalischer Christ vom "Knappen eines Tempelritters" bis zum Vertreter eines roemisch-katholischen Bischofs aufsteigt, ist schon unglaublich abenteuerlich. Geradezu eine infame Posse ist jedoch die Vita des Grafen Roland, der es als "Templerkomtur von Jerusalem" abgelehnt hatte, gegen ein "Loesegeld seines Ordens" aus sarazenischer Gefangenschaft freigekauft zu werden, daraufhin "von Saladin persoenlich freigelassen wurde", um ins heimatliche Languedoc zurueckzukehren, dort eine "katharische Parfait ehelichen will" und nach deren gewaltsamen Tod schliesslich in ein Augustinerkloster eintritt.

Der fuer Leser ab 12 Jahre empfohlene Roman weist nur wenige, dezent dargestellte Grausamkeiten vor und bietet zu Beginn eine stark vereinfachte und entfremdete (Westen befindet sich "oben") Landkarte, sowie zum Ende ein kleines Glossar. Der (jugendliche) Leser erfaehrt zwar, was unter einem "Ganymed" zu verstehen ist, wichtige naehere und vor allem richtige Informationen ueber Katharer und Templeritter werden ihm jedoch vorenthalten. Ein gedanklich sprunghafter Schreibstil mit abgehackten Saetzen und nicht zuletzt die fehlende Trennung zwischen Geschichte und Fiktion lassen "Pagan's Scribe", wie "Pagan in geheimer Mission" mit Originaltitel heisst, bestenfalls zu einem Schulungsobjekt einer falsifierenden Analyse geraten. Daher aufgerundete 2 Amazonsterne.

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