Reuter, Elisabeth

Gehirn-Wäsche

Gehirn-Wäsche
  • Verlag: Lehmann, Berlin
  • Erscheinungsdatum: 2005-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 232
  • ISBN: 3925931406
  • EAN: 9783925931406
  • Amazon.de Verkaufsrang: 401.798
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Beschreibung von buecher.de

Authentischer, reflektierter Bericht über die Suggestion von sexuellem Missbrauch, reaktionären Aufstellungshokuspokus à la Hellinger und weitere Spielarten therapeutischer Manipulation

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Rezensent/Rezensentin fanden 13 von 16 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Leider wahr!

Ich habe ähnlich schlechte Erfahrungen nach Hellinger-Aufstellungen gemacht.

Mein Rechtsanwalt meinte, ich müsse Beweise haben, um Hellinger auf Schmerzensgeld und Schadensersatz zu verklagen. Damals war ich zu naiv, um daran zu denken. Jetzt kann ich aber anderen den Rat geben, nehmt Zeugen mit zur Aufstellung und führt ein Tagebuch/Gedächtnisprotokoll. Ferner solltet ihr zeitnah einen Arzt/Psychiater aufsuchen und die Schäden angeben. Ein Psychologe genügt NICHT! Am besten: meidet die Hellinger-Sekte!

Diese Rezension von Hans-Peter fanden 20 von 26 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Therapeutischer Größenwahn

„Gehirn-Wäsche“ von Elisabeth Reuter habe ich mit großer Faszination gelesen. Der Kampf um die Befreiung aus den Fängen eines verblendeten Therapeuten beschreibt ein Elend, das – gewiss oft auch in weniger dramatischer Weise – von vielen durchlitten wird, die sich im Gestrüpp gegenwärtiger Psychotherapie verirren und dabei an einen „hilflosen Helfer“ geraten (Schmidbauer).

Während jedoch die eventuelle „Hilflosigkeit“ des Psychoanalytikers in Ausbildung und Lehranalyse reflektiert wird und damit in Vorsicht und Distanz gegenüber dem Therapie-Klienten verwandelt werden kann, unterstützt die Hellinger-Schule den direkten und mühelosen Weg in den therapeutischen Größenwahn. Dabei übt das abenteuerlich Unkritische, Ideologische und nachgerade Dumme im Weltbild dieser Familienaufsteller - je weiter sich der Hellinger-Unsinn verbreitet - eine zerstörerische Wirkung auf den Ruf der „Seelenheilkunde“ insgesamt aus. Und insoweit Psychotherapie eng mit Sinnsuche verbunden ist, wird auch die Möglichkeit einer Sinnfindung durch Selbstklärung untergraben.

Angesichts der psychischen Brutalität des Erlebten ist Elisabeth Reuters Bericht eine bemerkenswert sachliche und dennoch stets spannende Lektüre. Sehr empfehlenswert!

Diese Rezension fanden 28 von 37 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Subjektive Warnung

Familienstellen nach Bert Hellinger boomt. Jedermann kann in Volkshochschulen und Bildungswerken die Kurse buchen, in denen Ängsten und Unsicherheiten nachgegangen wird, indem die Teilnehmer in die Rollen anderer Familienmitglieder schlüpfen und die eigene Geschichte erforschen.

Was wenige wissen: Bert Hellinger ist umstritten vor allem wegen seiner Annäherung an Adolf Hitler, wegen seiner Geringschätzung alles Weiblichen und weil in seinen Therapien unbedingter Gehorsam von den Therapierten verlangt wird. Wie seine Theorien und Methoden missbraucht werden und welche Folgen das haben kann, zeigt "Gehirn-Wäsche", die Geschichte einer Patientin. Elisabeth Reuter war zu Therapiebeginn 1991 eine erfolgreiche Künstlerin, die ihre beiden Kinder alleine erzog, einen großen Freundeskreis pflegte und lediglich das mangelnde Selbstwertgefühl, das sie seit der Kindheit belastete, bekämpfen wollte.

Statt der erhofften Abnabelung vom früh verstorbenen, gewalttätigen Vater fand die Patientin einen zusätzlichen Über-Vater: ihren Therapeuten, Anhänger von Bert Hellinger. Nachdem er sich das Vertrauen seiner Patientin erarbeitet hatte, erfand er eine komplett neue Lebensgeschichte für sie: ihr Vater habe sie nicht nur geschlagen, sondern auch sexuell missbraucht, eigentlich schuld an allem aber sei die Mutter gewesen. Sie, die Tochter, habe alles freiwillig mitgemacht und sei somit für ihre Situation mit verantwortlich. Insgesamt zweieinhalb Jahre lang erniedrigte, demütigte und unterdrückte der Therapeut seine Patientin so, dass sie fast ihr gesamtes Privatleben verlor und beinahe zerbrach.

„Gehirn-Wäsche" ist die subjektive, sehr offene Geschichte einer schwierigen Kindheit und einer missglückten Therapie, aber auch eines gelungenen Kampfes um ein neues Leben. Denn Elisabeth Reuter fand Hilfe - bei Wildwasser e.V., bei einer neuen Therapeutin, schließlich in der Recherche um den Werdegang ihres Therapeuten sowie die Hintergründe von Bert Hellingers Schaffen. Über die Therapiesitzungen führte sie Tagebuch. Diese Mischung aus Autobiographischem und aus Fachwissen rund um psychoanalytische Methoden und Theorien macht die Lektüre wertvoll für alle, die sich für Therapien allgemein und für Bert Hellinger im Speziellen interessieren. Heute, 13 Jahre nach Therapiebeginn, steht Elisabeth Reuter wieder mitten im Leben - und es gibt mehr Hellinger-Anhänger als je zuvor.

Diese Rezension von Joclass fanden 37 von 51 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Thema verfehlt

Die Autorin gerät an einen Mediziner mit Zulassung zur Psychotherapie, von dem sich später herausstellt, daß er nie eine Zusatzausbildung absolviert hatte. Offensichtlich wendet er angelesene Kenntnisse aus GESTALT-, HYPNO-, NLP- sowie PSYCHODRAMA-Techniken an. Sein Steckenpferd ist der sexuelle KINDESMISSBRAUCH, und der "Therapeut" versucht sein bestes, um seine sich sträubende Patientin von ihrer Opfer-sowie Täterrolle zu überzeugen.Nach 18 Monaten geht es dieser schlechter als zuvor und sie steht kurz vor dem Selbstmord. Trotz schwerer Zweifel an der Kompetenz des Therapeuten kann sie nicht von ihm lassen. Jetzt erst findet er zur FAMILIENAUFSTELLUNG. Auch diese, offensichtlich nur angelesene Methode wendet er manipulativ und völlig regelwidrig an.Aufgrund meiner eigenen, zugebenenerweise bescheidenen Selbsterfahrung kann ich folgendes sagen:

Idealerweise finden Familienaufstellungen mit mehreren Teilnehmern statt, dabei sind emotionale Verstrickungen kaum denkbar. Nur als Notlösung, wenn solcher "Familienersatz" nicht zur Verfügung steht, arbeitet man mit Symbolen. Der "Therapeut" agiert eher wie ein Regisseur, der ständig Rollenträger umgruppiert und Emotionen und Befindlichkeiten abfragt. Es werden keine Meinungen oder Interpretationen geäußert oder gar Schuldeingeständnisse abverlangt.Grundsätzlich zeigt das Buch das problematische jeder Einzeltherapie auf. Die Psychoanalyse nennt es ÜBERTRAGUNG. Es bildet sich eine Pseudo-Eltern-Kind Beziehung mit "gefühlter" aber nicht realer Abhängigkeit.Den Titel des Buches halte ich für tendentiös, um nicht zu sagen demagogisch, da hier kein echter Erfahrungsbericht mit Familienaufstellungen (nach HELLINGER) vorliegt, sondern strittige Äußerungen Hellingers sowie Kommentare aus zweiter Hand wiedergegeben werden.

Meine Meinung:

Nicht das Kind mit dem Bade ausschütten!

Diese Rezension fanden 13 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Gehirnverschmutzung

Als "Gehirnwäsche" kann man die Pseudotherapie nach Hellinger und Adamascek ja nicht bezeichnen, eher als "Gehirnverschmutzung". Das Buch von Elisabeth Reuter zeigt aus der Perspektive einer Betroffenen, in welch abgründige "Verstrickungen" Weltbild und Vorgehensweise der sogenannten "Familien- und Systemaufsteller" führen kann. Es ist insofern eine ausgezeichnete Ergänzung zu den Hellinger-kritischen Arbeiten "Der Wille zum Schicksal" (Ueberreuter 2003) und "'Niemand kann seinem Schicksal entgehen...'" (Alibri, 2005 [3.erw.Aufl.]. Es steht zu wünschen, dass das Buch vielen Menschen als Warnung dient, um Hellinger und seine Anhänger einen großen Bogen zu machen.

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