Kordon, Klaus

Krokodil im Nacken

Krokodil im Nacken
  • Verlag: Beltz
  • Erscheinungsdatum: 2008-10-27
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 800
  • ISBN: 3407786328
  • EAN: 9783407786326
  • Amazon.de Verkaufsrang: 3.748
Bestellen Sie über obige Links! Sie fördern dadurch die Digitalisierung weiterer Bücher, da Zeno.org eine Provision von dem Sponsor erhält. Wann immer Sie etwas bestellen möchten - prüfen Sie vorher die Millionen von Angeboten, die im Zeno.org-Shop beschrieben sind. Bookmarken Sie die Einstiegsseite in den Zeno.org-Shop für spätere Gelegenheiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Beschreibung von buecher.de

Erzählt wird die bewegende Lebensgeschichte von Manfred Lenz, der nach einem missglückten Fluchtversuch aus der DDR ein Jahr in Stasi-Gefängnissen verbringt. Ein Zeitpanorama, wie es spannender nicht sein könnte.

Aus der Amazon.de Redaktion

Soll man sich das antun? Noch einmal Nachkriegszeit und deutsche Teilung, Mauerbau und Stasi-Knast? Tun Sie es, Sie werden es nicht bereuen. Auf 800 Seiten keine flaue Stelle, kein Hänger. Der Bestsellerautor Kordon erzählt lustig, spannend und klischeefern von seiner Kindheit und Jugend in der Osthälfte Berlins. Und er berichtet bedrückend genau von seiner Stasi-Haft in den 70er-Jahren. Natürlich sind die Haft- und Verhörmethoden des östlichen Staatsapparates inzwischen gängiges Thema in der Literatur. Aber Kordon erzählt Neues. Er zeigt nicht nur unbezweifelbare Grausamkeit, sondern versucht hinter die Stirnen der Vernehmer und Wächter zu dringen. Damit entsteht auch hier ein Bild fern der vielen Klischees, die so nahe gelegen hätten. Dass Kordon sonst für Kinder schreibt, kommt dem erwachsenen Leser zugute. Der Erzähler treibt die Geschichte voran, Kinder wollen schließlich wissen, wie es weitergeht. Und Kordon bleibt stets detailgenau, ohne detailverliebt zu werden, Kinder lieben das Konkrete. Ein Kinderbuchautor muss sich auch stets Gedanken machen, welche Informationen seine Leser jeweils benötigen, um der Erzählung folgen zu können. Kordon hat deshalb die eigene Geschichte zugleich ein wenig als Geschichtsbuch geschrieben: Wer sich nicht mehr genau erinnert (oder nie wusste), wie der politische Irrsinn einst in und um Berlin tanzte, bei Kordon erfährt er nebenher auch das. Erzählerisches Können verbindet sich überzeugend mit der Authentizität des Selbsterlebten. Herausgekommen ist so etwas wie ein Buch für die ganze Familie: Die aufgeweckte Zwölfjährige wird es ebenso spannend finden wie der geschichtsinteressierte Mitzwanziger, von Papa und Mama, Oma und Opa ganz zu schweigen. --Michael Winteroll

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Stefan Großmann fanden 14 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Spannend bis zum Schluss

Ich habe "Krokodil im Nacken" geschenkt bekommen und war zunächst skeptisch. Aber einmal angefangen, hat mich - wie offenbar viele andere auch, glaubt man den weiteren Rezensionen - das Buch so gefesselt, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage 'verschlungen' habe.

Gelungen fand ich insbesondere die rückblickende Betrachtung auf Kindheit und Jugend von "Manni Lenz", obwohl ich eigentlich auch stets wissen wollte, wie sich die Haft und das Geschehen bis zum Ende weiter entwickeln.

Schade finde ich nur, dass im Buch selbst nirgendwo ein Hinweis darauf zu finden ist, dass es sich um ein autobiografisches Werk des Autors (Klaus Kordon) handelt. Es ist also nicht "nur" ein Roman, es ist selbst leidvoll erlebte Geschichte.

Wer selbst am Thema DDR und geschichtlicher Aufarbeitung interessiert ist, wird in diesem Buch (erneut) bedrückende Fakten erfahren, die selbst dann immer wieder aufs Neue erschütternd sind, wenn man sich in der Gedenkstätte Bautzen schon einmal (vergeblich) versucht hat auszumalen, wie man langjährige Haftstrafen unter solchen Bedingungen aushalten konnte.

Ein überaus spannendes, lesenswertes Buch, dass jedem nur wärmstens empfohlen werden kann. Also: auch bzw. vor allem für die junge Generation (mit 28 zähle ich mich gerade noch dazu) ein spannender Blick in deutsch-deutsche Geschichte!

Diese Rezension von Frodo fanden 12 von 13 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Wuchtiges Zeitdokument

„Es blieb Lenz gar nichts anderes übrig, als dem Krokodil in seinem Inneren öfter mal einen Maulkorb anzulegen und Kompromisse einzugehen. Er tat das, indem er an Brigadefeiern teilnahm, das FDJ-Schuljahr nicht schwänzte und hin und wieder auch mal die die Zeitungsschau vorbereitete. War ja alles auch sehr lehrreich. Interessant, wie Leute sich verhielten, wenn sie erst einmal gelernt hatten, dem eigenen Denken auszuweichen. Schließlich konnte jeder eigene Gedanke Probleme mit sich bringen, lag er nicht auf der von der Partei vorgegebenen Linie.

Deshalb: musst du etwas sagen und willst keinen Ärger bekommen, walze allseits Bekanntes und von oben Bestätigtes aus. Bist du nicht sicher, was zurzeit verlangt wird, halt die Klappe oder mach dich sachkundig. Und berufe dich möglichst auf unangreifbare Autoritäten wie Marx, Engels, Lenin oder Ulbricht. Dann weiß man, dass du ein zuverlässiger Kader bist. Glaubst du, Kritik üben zu müssen, bleibe auf deiner Ebene oder blicke nach unten. Von oben nach unten pinkeln ist einfach; wer es andersherum versucht, schifft sich selber ins Gesicht. Im Zweifelsfall setz auf die Weisheit des Kollektivs; irrt das Kollektiv, kann dich niemand für irgendetwas verantwortlich machen."

Klingt wie die sarkastische Formulierung einer Gebrauchsanleitung für ein ungestörtes Leben in der DDR. Wie mogele ich mich am Besten durch, ohne anzuecken? Was muss ich tun, um als zuverlässiger Kader zu gelten? Was macht eigentlich den perfekten DDR-Bürger aus?

Zwar bemüht sich auch Manfred Lenz, Hauptfigur des Romans, diese Art von Leben zu versuchen, wird damit aber nicht glücklich. Das scheinheilige, heuchlerische Getue, das Schlucken der Propaganda und der abgedroschenen Floskeln und Lobreden auf den Sozialismus, die ständigen Bitten von außerhalb, er möge doch endlich in die Partei eintreten. Manfred und seine Frau Hannah müssen mit ansehen, wie den Kindern in der Schule die Gehirne gewaschen werden - Töchterchen Silke findet auf einmal, der Onkel und die Tante im Westen seien böse, das hätte jedenfalls die Lehrerin gesagt.

Nach langem Überlegen treffen die Lenzens eine der schwersten Entscheidungen ihres Lebens: über Bulgarien wollen sie mit gefälschten Pässen, die ihnen Hannahs Schwester Fränze besorgen kann, in den Westen ausreisen und dort ein freies, unbeschwertes Leben beginnen. Doch das Schlimmste, was passieren kann, wird zur harten Realität: die Flucht fliegt auf.

Unversehens findet sich Manfred im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen wieder. Von Hannah keine Spur, die Kinder wurden in unterschiedliche Heime gesteckt. Hilflos sieht sich Lenz den Repressalien der Stasi ausgesetzt - stundenlanger Lärm, Licht, das in der Nacht auf einmal angeht, die unfreundlichen Wachmänner, Tabak- und Leseverbot bei mangelnder Kooperation. Doch Manfred gibt nicht auf - er will unbedingt in die Bundesrepublik ausreisen. Auch von Freikäufen der Bundesrepublik hat er schon gehört. Doch auch Hannah muss mit - und die Kinder. Doch der Weg bis dahin ist hart und weit...

Die Erzählung wechselt ständig zwischen Knast-Gegenwart und Manfred, oder Mannes, wie er auch genannt wird, vollständiger Lebensgeschichte. Dabei geht der Leser gemeinsam mit Lenz auf die interessante Suche nach Gründen, was Lenz so weit gebracht hat, eine Flucht zu planen. Klaus Kordon beleuchtet auf eine sehr tiefgründige, lebendige Art und Weise das Gerüst eines erbarmungslosen Regimes. „Hier öffnet sich für den Leser eine Innenansicht der DDR, die spärliche Mauerreste nicht mehr vermitteln.", schreibt DIE ZEIT über den 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Roman. Treffender kann man es eigentlich nicht mehr formulieren. Ein Roman mit Anspruch und Zeitgeist - besser als jedes Geschichtsbuch. Schockierend, bewegend, emotional und informativ - keine leicht verdauliche Kost, aber eigentlich ein Muss für jeden, der sich mit der Geschichte der DDR auseinandersetzen möchte.

Diese Rezension von Nico Haase fanden 9 von 10 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Sehr guter historischer Roman.....

Nach vielen Tagen der Spannung habe ich das knapp 800 Seiten umfassende Werk "Krokodil im Nacken" von Klaus Kordon endlich fertiggelesen. Doch ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt.Manfred Lenz ist Bewohner der DDR. Anfang der 1970er Jahre will er, zusammen mit seiner Frau Hannah und seinen zwei Kindern, nach Deutschland fliehen. Beim Fluchtversuch wird er aber von der Polizei in Haft genommen und eine enorm unfaire Gefängniszeit folgt für ihn und Hannah. Währenddessen beschäftigt sich Manne nicht nur immer eingehender mit den Gewohnheiten der Stasi, sondern blickt für den Leser des Buchs zurück, um die Gründe der Flucht darzulegen. Angefangen bei der Jugend nach dem Krieg in Berlin beschreibt Kordon das Leben Mannes. Schon früh widersetzt er sich seinen Erziehern in Heimen und den Vorgesetzten auf der Arbeitsstelle, die aus ihm einen parteitreuen DDRler machen wollen. Genau das ist es, was Manne nicht sein will. Und dann entscheidet er sich, nach Westdeutschland zu fliehen, wo Hannahs Schwester schon auf sie wartet. Doch dazwischen liegt erst noch ein unfairer Gerichtsprozess.........Klaus Kordon hat sich in Deutschland als Schriftsteller einen Namen gemacht. Viele historische Romane stammen aus seiner Feder - und auch "Krokodil im Nacken" ist ein Meisterwerk, trotz des Umfangs von 800 Seiten. Im letzten Drittel hat das Buch teilweise kurze Hänger, die aber auf den letzten hundert Seiten perfekt ausgeglichen werden. Das Buch ist nicht nur empfehlenswert, sondern sollte bei jedem Politikinteressierten zum Standardwerk gehören!

Diese Rezension von Don Rumata von Estor fanden 12 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Kontrastprogramm zu "Good Bye, Lenin"

Ein Blick auf den real existierenden Sozialismus aus ungewöhnlicher Perspektive. Der bis dato unbescholtene Manfred Lenz plant mit seiner Familie einen Fluchtversuch und landet im Gefängnis. Hier hält er Rückschau, erzählt seine Lebensgeschichte von der Kriegskindheit bis zum Alltagsleben in der DDR der 70er Jahre und seine allmähliche Entfremdung von diesem Staat.

Keine Angst vor den 800 Seiten! Die Lektüre ist immer interessant und für den gelernten Ossi zuweilen wohltuend schmerzhaft: man wird an Vieles erinnert, das man verdrängt, vergessen oder seinerzeit tatsächlich nicht wahrgenommen hat.

Dem Autor gelingt das Kunstück, seine Geschichte ausgewogen und ohne Schuldzuweisungen zu erzählen. Das und die Authentizität des selbst Erlebten machen das Buch so lesenswert.

Diese Rezension von Johanna Haehn fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen nicht nur für Kinder

Mit "Krokodil im Nacken" hat Klaus Kordon meiner Meinung nach wieder einen spannenden Roman geschrieben. Wie bei der Trilogie "Die roten Matrosen", "Mit dem Rücken zur Wand" und "Der erste Frühling" oder anderen seiner Werke ist auch hier die Handlung in die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts eingebettet. Diesmal die der DDR. Das ist nicht nur für Jugendliche gut gelungen, sondern auch für Erwachsene durchaus unterhaltsam. Verständlich wird der Leser durch die Handlung geführt, die rückblickend und immer abwechselnd mit der Gegenwart erzählt wird. Kapitel für Kapitel tastet man sich näher an die Antwort heran, wie es denn zur aktuellen Situation (die Hauptperson ist inhaftiert) gekommen ist. Dabei erfährt man nebenher viel über die Geschichte der DDR und liest eine nicht langweilig werdende Lebensgeschichte, in der K.Kordon autobiografische Daten verwendet hat. Empfehlenswert.

Krokodil im Nacken



Empfehlungen
Kordon, Klaus
10,00 €

Kordon, Klaus
5,90 €


Brotkamp, Nadine, Daniel Kreher und Klaus Kordon
4,90 €

Kordon, Klaus
7,95 €

Kordon, Klaus
9,00 €

Kordon, Klaus
5,90 €

Kordon, Klaus
5,50 €

Erarb. v. Norbert Meisenberg
4,90 €

Kordon, Klaus
5,90 €


Kordon, Klaus
9,95 €

Kordon, Klaus
9,95 €



Kordon, Klaus
7,95 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google