Haefs, Gisbert

Alexander in Asien

Alexander in Asien
  • Verlag: Heyne
  • Erscheinungsdatum: 2005-04-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 566
  • ISBN: 3453470028
  • EAN: 9783453470026
  • Amazon.de Verkaufsrang: 192.659
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Beschreibung von buecher.de

Mit den siegreichen Feldzügen gegen die Perser gelang Alexander dem Großen die Errichtung des ersten Weltreichs der Geschichte.
Gisbert Haefs liefert mit seinem Romanepos über die letzten Jahre des großen Feldherrn und Staatsmannes ein monumentales und quicklebendiges Panorama der Antike.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die großen Erzähler sind dünn gesät. Im deutschsprachigen Raum stehen sie nahezu unter Naturschutz, doch die seltenen Exemplare, die es hier noch gibt, sollten liebevoll gehegt und gepflegt werden. Eines von ihnen ist der Autor Gisbert Haefs. Bekannt wurde er durch seine Kriminalromane, seinen entscheidenden Durchbruch erlebte er jedoch mit seinem opulenten historischen Roman Hannibal. Nach Erscheinen dieses Schmökers erhielt Haefs ein Angebot aus Hollywood. Er sollte aus keinem geringeren Stoff als dem Alexander ein Drehbuch mit Sean Connery in der Hauptrolle schreiben. Gisbert Haefs machte sich an die Arbeit und im Herbst des Jahres 1992 legte er den ersten Teil seiner Alexander-Biografie vor. Keine Angst, er hat nicht nur ein Drehbuch mit einem einfachen Strickmuster geschrieben, das er für die Buchveröffentlichung mit einigen antiken Fakten anreicherte. Gisbert Haefs hat für seinen Alexander-Roman, dessen zweiter Teil jetzt erschienen ist, sehr gründlich recherchiert und in einem breit angelegten Bilderbogen die Antike für den Leser lebendig werden lassen. Den roten Faden der Geschichte liefert der sterbende Aristoteles, der auf seinem Totenbett einem jungen Makedonier die Geschichte von Philipp, dem Vater Alexanders, erzählt. Zudem gibt er ihm seine Schriftrollen, die er über diese Zeit von seinem Neffen Kallisthenes erhalten hat, der bei den Kriegszügen Alexanders selbst dabei war. Haefs beleuchtet sein Sujet aus allen Blickwinkeln: Die Vorarbeiten, die Philipp leistete bis es zu einer Einigung mit Athen kommen konnte, seine raffinierten Schach- und Winkelzüge, mit denen er den Boden für seinen Sohn bestellte. Der zweite Band beschäftigt sich hauptsächlich mit der vielschichtigen Persönlichkeit Alexanders: Ein Mensch, der viele begeistert mitziehen konnte, doch mit zunehmendem Alter für seine Umgebung immer rätselhafter und unberechenbarer wurde, z.B. als er seinen langjährigen Freund Parmenion und dessen Sohn grausam hinrichten ließ. Haefs beschäftigen Fragen wie: Welche Persönlichkeiten steckten in diesen Männern? Welcher Dämon leitete sie? Welche Frauen durchkreuzten ihre strategischen Überlegungen? Olympias, die Mutter Alexanders, schreckte auch vor Mord nicht zurück, um ihre eigene Stellung und die ihres Sohnes nicht zu gefährden. Gisbert Haefs' Roman ist keine seichte Kost, wie so viele historische Schmöker, die sich als Fastfood-Ware verschlingen lassen. Seine Liebe zum Detail und die Fülle der Informationen hemmen sogar teilweise den Lesefluss. Es ist faszinierend, wie schon in der Antike Geschichtsschreibung manipuliert wurde, militärische Strategen und die Leiter der Geheimdienste um die Macht gepokert haben: Athen gegen Makedonien, Sparta gegen Athen und Persien gegen alle. --Manuela Haselberger

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Shisei Omukae fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Genie, Gott und Größenwahn in einer mystischen Verpackung.

Nahtlos schließt dieser zweite Roman an den Ersten an und endlich kommt Herr Haefs auch wirklich zu Alexander. Da das Fundament auf dem sich Alexander und auch der Leser befinden mit dem ersten Roman gelegt ist, verzichtet Herr Haefs jetzt auf allzu ausschweifende Details, sondern erinnert ggf. an den ersten Band. Herr Haefs lenkt das Augenmerk nicht übermäßig auf die großen Schlachten, die hier Eine nach der Anderen geschlagen werden, sondern eher auf den Menschen Alexander, der sich nach und nach verändert. Vorhersagen denen sich Alexander wiedersetzt und immer mehr Wein und Brutalität, ein Alexander als Gott und doch nicht frei von der Macht der Orakel. Dabei bekommt man einen Blick auf Alexander aus allen möglichen Perspektiven, bei denen es ein kleines Wunder ist, dass Herr Haefs selbst nicht die Übersicht über die vielen komplexen Erzählstränge verloren hat. Dabei ist es allerdings vorteilhaft, wenn man sich im Vorfeld schon ein Bisschen mit Alexander beschäftigt hat, z. B. hilft Oliver Stones Film "Alexander" ganz gut dabei, sich die Zustände auch Bildhaft vorstellen zu können und z. B. Nicholas Hammonds "Alexander der Grosse" Sachbuch, das Zeichnungen der Schlachtaufstellungen und Truppenbewegungen während der Gefechte enthält, dabei auch diesen strategischen Meisterleistungen noch folgen zu können, denn das fällt bei Herrn Haefs sehr schwer, da man sich das Gelände einfach nicht ausreichend vorstellen kann.

Schade fand ich, dass sich der Autor gegen Ende des Buches zu sehr auf mystische Ereignisse spezialisiert (Genie und Wahnsinn?!) und trotz aller Liebe mit der er Alexander zeichnet auf die unwahrscheinlichsten, aber reißerischen historischen Quellen zurückgreift und Alexander darüber zu einem trunksüchtigen Größenwahnsinnigen verkommt. Das hinterlässt bei mir einen schalen Nachgeschmack, da die glaubhafteren historischen Quellen ein ganz anderes Bild von Alexander zeichnen. So ist er wohl auch nicht, wie in diesem Buch, vergiftet worden, auch nicht an Trunksucht, sondern allen überlieferten Symptomen zufolge an Malaria tropica gestorben. Der Indienfeldzug kommt auch etwas zu kurz und leider erklärt Herr Haefs nicht, dass Indien auf den bis dahin korrekten Karten des Aristoteles nur eine kleine dreieckige Insel ist, die schnell zu erobern zu sein scheint und damit ganz Asien unter Kontrolle gewesen wäre. Aber dann hätte Alexander ja wieder wie ein genialer Stratege ausgesehen, der den letzten kleinen Feind in seinem Rücken loswerden will und nicht wie der Größenwahnsinnige, den Herr Haefs hier zeichnet.

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht erklären, warum der Autor grade gegen Ende des Buches so stark nachlässt, nicht sprachlich und stilistisch, in der Hinsicht ist dieses Buch tatsächlich unglaublich, aber von der historischen Genauigkeit her kommt er im letzten Drittel auf einen absoluten Nullpunkt. Dabei sind die Bücher sicherlich zu mindestens 85 % historisch korrekt, da enttäuscht es dann aber umso mehr, wenn grade das Ende mystisch überzogen und historisch unglaubwürdig ist. Somit ist auch das offensichtliche Ziel, Alexanders Charakter und Persönlichkeit glaubhaft darzustellen, letztenendes leider gescheitert.

Ich gebe dem Buch trotzdem noch 3 Sterne, weil Herr Haefs ein sehr beeindruckender Autor ist, sich sehr viel Mühe gemacht hat und eine, trotz des mangelhaften Endes, noch sehr lesenswerte und detailfreudige Fassung des Alexander-Stoffes geschrieben hat.

Diese Rezension fanden 8 von 10 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Welche Wahrheit?

Diesen Anspruch auf Wahrheit hat weder der Autor noch sein Haupterzähler Aristoteles. Dies wird bereits zu Beginn des Werkes deutlich. Das Buch besticht durch eine Vernetzung von historischen Daten und mystischen Glaubensrichtungen sowie den Gegenpolen sich treiben lassender Akteure und machtbewußten Politikern. Wie in einem guten Spionage-Thriller erfährt der Leser die "Wahrheit" erst am Ende; und wie in einem spannenden Roman tauchen symbolträchtige Figuren auf, die entweder hervorragend beschriebene Persönlichkeiten sind und/oder längst gestorben zu sein scheinen. Trotz (oder gerade wegen?) der Länge des Romans und den anspruchsvollen Zeit- und Personensprüngen des Erzählens ist das Buch äußerst empfehlenswert. Was mir persönlich historisch etwas zu kurz kam, ist der Wüstenmarsch zurück nach Persepolis. Jürgen M. Schechler

Diese Rezension von Aleksandrs Krievs fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Gut recherchiert, aber leider ...

Der Roman ist sehr gut recherchiert, aber leider streckenweise zu langatmig. Besonders die mystischen Passagen langweilten teilweise, manchmal wollte ich sie einfach überspringen. Mich haben auch die vielen Zeit- und Handlungssprünge gestört. Man wußte manchmal nicht, von wem nun gerade die Rede ist. Zum Glück war hinten eine Liste der Personen, die ich auch rege nutzte, um die Personen dem jeweiligen Handlungsstrang zuordnen zu können.

Ansonsten, wie gesagt, sehr gut recherchiert und vor allem wird auch die Zeit nach der Schlacht von Gaugamela gut beleuchtet, die in den meisten "Alexanderbiographien" zu kurz kommt.

Mein Urteil insgesamt deshalb: kein schlechtes Buch, für Alexander-Fans (wie mich) auf jeden Fall lesenswert. Aber ich habe schon spannendere Geschichtsromane gelesen.

2 von 5 Sternen zweiter Teil deutlicher Schwächer

Der zweite Teil von Gisbert Haefs "Alexander der Grosse" Reihe biginnt nach der Einigung Griechenlands und mit den Invasionscorbereitungen der "vereinten hellenen" nach Asien.

Die erste Hälfte des Buches ließt sich auch ähnlich flüssig wie der erste Teil, doch dann wird es mythisch. Traumsequenzen, antike Gottesvorstellungen, seitenlange Selbstreflexionen eines Liebeskranken Musikers,...

Ist ein stilbruch des Autors, der das Buch zäh und langatmig macht.

4 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert

Das Buch eignet sich insbesondere für Jugendliche zur Aufarbeitung versäumter Informationen aus dem Geschichtsunterricht.Natürlich erfordern die 524 reinen Textseiten eine gründliche Disziplin, dafür liest sich der Text sehr verständlich.

Gerhard Engel, erfolg-in-schule.de




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