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Confidental Confessions - Nachdenken - Mitreden!Confidental Confessions ist eine Mangaserie die zeigt, dass der Thematik bei Mangas keine Grenzen gesetzt sind. Vor allem Kritiker die Mangas eher als triviale Unterhaltungsliteratur betrachten, dürften es schwerhaben, ihre Behauptungen bei dieser Mangareihe bestätigt zu finden. Auf ansprechendem Niveau werden in dieser Serie anhand von einbändig abgeschlossenen Geschichten Thematiken wie Selbstmord und sexuelle Belästigung analysiert, deren öffentliche Erwähung immer noch ein gesellschaftliches Tabu sind. Die Hauptcharaktere sind so angelegt, dass an ihnen die Problematik wie beispielsweise Selbstmord erläutert wird. Es wird eine typische Lebenssituation konstruiert, die ein junges Mädchen dazu bringen, den Enschluss zu fassen, sich selbst zu töten wie beispielsweise Probleme in der Schule und in der Familie, Vereinsamung, ausgeschlossen sein...
Eindrucksvoll wird der Leser in die Gedanken und Gefühlswelt der Protagonistinen eingeführt und leidet mit ihnen. Nebencharaktere werden nicht tiefergehend eingeführt, sie dienen vor allem zur Ergänzung der Handlung. Der Zeichenstil ist durchweg gelungen, wenngleich die Hauptcharaktere optisch immer wieder ähnlich aussehen. Action oder Liebesaffären hat die Mangareihe nicht zu bieten, dafür aber realistische problematische dramatische schwierige Lebenssituationen moderner Jugendlicher und Lösungsansätze, wie es möglich ist aus den Teufelskreis von Unterdrückung und Einsamkeit auszubrechen.
Die optische Aufmachung des Mangas ist sehr gelungen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass demnächst noch mehr vergleichbar gute Mangaserien auf dem deutschen Markt veröffentlicht werden! Allen Kritikern des Manga Genres bleibt noch zu sagen: Kaufen - Nachdenken - Mitreden!
Die dunklen Seiten der japanischen JugendDie Geschichten in „Confidential Confessions" sind immer andere, die in jedem Fall mit einem Band abgeschlossen sind. Meistens enthält ein Band sogar mehrere Kurzgeschichten. Es ist somit eigentlich egal, ob man nun beim ersten oder beim fünften Band anfängt. Die Geschehnisse sind Dinge, von denen jeder weiß, aber über die man höchstens hinter hervorgehaltener Hand spricht, wenn man sich überhaupt traut, darüber nachzudenken: Die Protagonistinnen sind Mädchen zwischen 12 und ca. 16 Jahren. Sowohl die Geschichten als auch die Figuren sind realistisch gezeichnet, das heißt: Keine endlos langen Beine, keine Modelfiguren.Die meisten Hauptdarstellerinnen der Geschichten sind Opfer ihrer verkommenen Gesellschaft: Die eine sieht in ihrem Leben keinen Sinn mehr und plant einen spektakulären Selbstmord. Ein anderes Mädchen wird von ihrer alkoholkranken Mutter vernachlässigt und muss sich infolgedessen prostituieren, um zu überleben. Wiederum andere Mädchen gehen auf den Babystrich, um ihr Taschengeld aufzubessern, weitere denken, dass sie nur mit Drogen ihr Ziel erreichen und erkennen, dass sie immer mehr ins Abseits der Gesellschaft geraten. Andere Themen, die in diesen Mangas ausgegriffen werden sind Vergewaltigungen, sexuelle Belästigung durch Lehrer, der harte, militärische Drill an japanischen Schulen, bittere Erniedrigungen des Egos, Stalking, schweres Mobbing, auch mit Todesfolge.Gerade in einem Land wie Japan, wo durch ungeheuren schulischen Druck die Selbstmordrate von Schülern bisher am höchsten ist und Gesellschaftsphänomene wie „Iijime" (=Mobbing, Qual durch Mitschüler/Studenten) nicht selten sind, war eine solche Mangaserie eigentlich schon lange überfällig. Der Stoff ist harter Tobak, allerdings natürlich nur von der Wirkungskraft her, es ist nicht so, dass man irgendetwas Obszönes sehen würde. Selbstverständlich sind die Probleme der Mädchen in „CC" nicht nur japanische Probleme; der ein oder andere wird sich selbst oder zumindest Freunde und Bekannte in diesen Geschichten so oder so ähnlich wiederekennen.Gut ist an den Geschichten, dass die Mädchen ihre Situation erkennen und neue Hoffnung suchen.Was ich dem Verlag Tokyopop ebenfalls sehr hoch anrechne: Zu jedem Band gibt es Infomatereal mit Stellen wie z.B. dem Weißen Ring, der sich um Opfer kümmert, die ähnliches erleben wie unsere Mädels aus den Storys.Ich muss mich fragen: Warum gibt es nicht viel mehr Manga in dieser Richtung?
Confidential ConfessionsMit eindrücklichen Bildern, klar gezeichnet und nicht sonderlich überspitzt wird in diesem Manga nicht erzählt, sonder verdeutlicht.
Kurzgeschichten machen klar, was Menschen in den Selbstmord treibt, was sie in ein Schema drängt, was sie formt- und sie zeigen Auswege.
Der Tod ist nicht erstrebenswert, verdeutlicht er doch nur den Wert des Lebens und nicht immer wird verstanden, was mit einem Suizid gesagt werden will- nicht immer wird der zuvorgehende Hilfeschrei gehört.
Die Hilflosen bleiben alleine und sehen keine andere Möglichkeit- doch dieser Manga zeigt, dass es sie gibt.Ich fand dieses Werk sehr beeindruckend, den Weg vom Tod ins Leben, von der Prostitution in die Ehrbarkeit klar dargestellt- und das mit Witz, Hoffnung und hin und wieder einer Prise unverfälschtem Realismus.
Nur zu empfehlen für Leute, die nicht nur Lesen, um lachen zu können.
realistisch und traurigIn der 1. geschichte(Die Tür) geht es um ein mädchen, dass sich umbringen will, da sie durch mobbing feriggemacht wird und glaubt, mit ihrem tod vielleicht etwas erreichen zu können. sie trifft ein anderes mädchen, dass sich häufig ritzt, die beiden freunden sich an und planan ihren doppelselbstmord.(nein, das ende wird nicht verraten..)
in der 2. geschichte (der Fahler) geht es um ein mädchen, das in einer sehr armen familie aufgewachsen ist, als jugendliche läuft sie dann weg und prostituiert sich, um wenigstens einen schlafplatz und geld für essen zu haben. irgendwann lernt sie einen jungen kennen, der ihr sofort vertraut und sie bei sich wohnen lässt (ohne etwas von ihr zu wollen). Das geht eine zeit lang gut, doch irgendwann wird sie vonn einer alten "kollegin" erpresst und sucht noch einmal einen freier, der sich dummerweise als polizist herausstellt. Sie wandert von der Jugendbesserungsanstalt ins Erziehungsheim, doch am ende findet sie doch etwas glück.
Ich war von diesem manga sehr beeindruckt, da man die probleme der leute, die da vorkommen, richtig gut verstehen kann und sich daher auch gut vorstellen kann, wie dreckig es denen geht...
besonders gut finde ich auch, dass es am ende noch kontakt- und beratungsadressen gibt, immer zu den in diesem manga behandelten problemen...
Bedrückende Story, aber nicht ganz ohne GefahrBeide Geschichten sind zeichnerisch sehr gut umgesetzt und verfälschen die Ernsthaftigkeit der Geschichte nicht.
Doch besteht bei der Hauptgeschichte die Gefahr, dass die Beschreibungen, in denen das Ritzen als Ausweg aus allem Schlechten geschildert wird, als Trigger fungieren und labile Menschen auf die Idee kommen, so ihren Problemen entfliehen zu können.
Am Ende der Geschichte folgt zwar die Moral, dass Selbstmord keine Lösung ist, auch Manatsu will schließlich leben, aber manche Aktionen der Mädchen sind zu beschönigend beschrieben.
Die Gründe für Manatsu, sich die Arme aufzuschneiden, sind sehr überzeugend dargelegt. Da ist einerseits die Mutter, die in ihrem Selbstmitleid ertrinkt und Manatsu alles verbietet, der Druck, unbedingt die angesehenste Schule der Stadt zu schaffen und der Mangel an Wärme, andererseits auch Manatsus eigene Selbstzweifel und ihre Depressionen, in denen sie sich als der ungeliebteste Mensch der Welt empfindet. Auch Rache als Motiv für Suizid spielt eine wichtige Rolle.
Der moralische Zeigefinger fehlt zu Anfang des Bandes noch völlig, eher tritt großes Mitleid für die Protagonistin zu Tage. Dies ändert sich aber nach Manatsus Entscheidung für das Leben, hier wird alles ausgenutzt, was zeigt, dass Suizid kein Ausweg ist. Durch diesen abrupten Wechsel wirkt die Geschichte teilweise unglaubwürdig, da Manatsus Ansichten sich innerhalb kurzer Zeit um 180 Grad drehen. Zwar hat sie ein einschneidendes Erlebnis hinter sich, aber trotzdem wäre dieser Wechsel nicht zu erwarten gewesen.Die Kurzgeschichte wirkt ebenfalls sehr moralhaltig, macht aber auch auf das falsche Rechtssystem in Japan aufmerksam. Schuldig ist nicht der Freier, der junge Mädchen zum Sex kauft und so ihre Hilflosigkeit ausnutzt, sondern die 16jährige, die keinen anderen Weg zum Überleben kennt, wird verhaftet und schikaniert. Durch einen einzigen Fehler, daher der Titel, wird Satsuki wieder in ihr altes Leben zurückgeworfen, und dies auch nur, weil sie sich ihr Glück bewahren wollte und Angst davor hatte, Ryo, ihrem Freund, die Wahrheit zu sagen.
Doch geht Satsuki als stärkere Frau aus der Geschichte hervor, die weiß, dass sie auch ein Mensch ist.Im Manga eingeflochten und in einem Nachwort finden sich viele mögliche Erklärungen für Suizid von Jugendlichen, die einerseits das Bewusstsein für die Probleme anderer schärfen wollen, andererseits betroffenen Jugendlichen zeigen wollen, dass es bessere Auswege als Selbstmord gibt.
Gerade die Informationen, die im Manga selbst gegeben werden, sind erschreckend, zeigen sie doch, wie viele Jugendliche in Japan dem Druck, der vor allem in der Schule ausgeübt wird, nicht standhalten können und den letzten Ausweg im Suizid sehen. Die Selbstmordrate in Japan liegt höher als bei uns, doch die Gründe sind wohl immer wieder ähnliche.Obwohl Mangas immer wieder als Unterhaltungsliteratur für Kinder verschrien sind, hat dieser Manga die Empfehlung für Jugendliche über 15 Jahren. Jüngere könnten mit der Thematik dieses Mangas nicht unbedingt umgehen, was zum einen am bedrückenden Inhalt, zum anderen am sehr gelungenen und düsterem Zeichenstil liegt. Die Gefühle der handelnden Personen werden durch die Zeichnungen ideal unterstrichen und verstärken so die Reaktion beim Leser.Ein Manga, der Stärken und Schwächen besitzt. Die Schwächen liegen vor allem in dem abrupten Einstellungswechsel von Manatsu, die Stärke in der ungeschönten Darstellung ihrer Probleme und der ausführlichen Erläuterung verschiedener Motive für selbstverletzendes Verhalten.