Heym, Stefan

5 Tage im Juni

5 Tage im Juni
  • Verlag: btb Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2005-09-26
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 368
  • ISBN: 3442733561
  • EAN: 9783442733569
  • Amazon.de Verkaufsrang: 28.167
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Beschreibung von buecher.de

Der überzeugte Kommunist Witte muss feststellen, dass seine Mitstreiter von einst jetzt alle Probleme mit Wörtern wie Parteibeschluss und Klassenfeind aus der Welt reden wollen und längst seine Ideale verraten haben. Die Geschehnisse um den 17. Juni 1953, unter Beifügung authentischer Dokumente, erzählt aus der Perspektive derer, die das Geschehen mitgetragen und mitverantwortet haben.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 7 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein anderer Blick auf die Ereignisse im Juni 1953

Über die Demonstrationen von Arbeitern in der DDR vom 17. Juni 1953 ist einiges geschrieben worden. Im Osten wurde es zu einem „imperialistischen Machwerk" verunglimpft und im Westen zum „Volksaufstand" hochstilisiert. - Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie immer irgendwo in der Mitte... Stefan Heym hat sich in diesem Buch mit dem Thema auseinandergesetzt, wobei die herausgegebene Fassung anhand eines Manuskriptes aus den fünfziger Jahren unter dem Eindruck der Ereignisse bis 1988 entstanden ist.Das Buch hat die Form einer Aneinanderreihung von Stundenprotokollen eben dieser „5 Tage im Juni", wobei immer wieder authentisches Material und historische Zitate beigefügt sind. Heym schreibt aus der Sicht der demonstrierenden Arbeiter, verliert dabei aber auch nicht den Blick für das Gesamte und schafft es so, der Geschichte einen interessanten und spannenden Roman zu entlocken, der gleichzeitig auch noch etwas über die DDR des Junis 1953 lehrt.- Ein großartiges Buch, das zeigt, daß der Alterspräsident des 13. Deutschen Bundestages a.D. sich auch damals nicht von einer Partei vereinnahmen ließ. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Diese Rezension fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Literarische Dokumentation über die Juniaufstände in der DDR

Stefan Heym "5 Tage im Juni"Wer schon einmal ein Buch von Heym gelesen hat, weiß was ihn erwartet. Kommt dann noch dieser Titel hinzu, so ist klar, daß ein streng chronistisches Buch auf den Leser wartet.Die meisten werden Stefan Heym nur als ehemaligen Alterspräsidenten im Bundestag, für die PDS kandidierend, kennen. Kein unbedingter Indikator dafür, ein Buch über die Juniunruhen im Jahr 1953 in der ehemaligen DDR, kommend aus eben seiner Feder, zu lesen. Doch dies täuscht. Heym erzählt anhand der Geschichte des Genossen Witte die stürmischen Ereignisse und reflektiert die Gedanken und Gewissensbisse, die die damalige intellektuelle und gesellschaftstragende Schicht mit diesen Unruhen hatte. Aus dieser Perspektive ist das Buch unbedingt lesenswert, da es ein interessantes Zeitdokument ist, jedoch geschrieben aus einer leicht parteiischen, aber kritischen Sichtweise.Man taucht mit diesem Buch in diese 5 Tage im Juni ein. Geschickt ist ein Netz aus Reportage und Prosa gewebt. Die (wahrscheinlich fiktive, doch auf viele Menschen reflektierbare Hauptperson) eilt durch die Ereignisse, exakt protokolliert durch den dokumentarisch wirkenden Rahmen. Die Entscheidungen und Eindrücke des Einzelnen [in Gestalt des Genossen Witte] werden in Gegensatz zu den Bekanntgaben der wichtigsten Meinungen und Meinungsmacher gestellt. Egal ob es Meldungen des Radios RIAS oder Veröffentlichungen des Politbüros des ZK sind: passend zu den Ereignissen in dem Buch, welche man als Leser intensiv miterlebt, stehen am Ende vieler Abschnitte Originaldokumente aus dem im Moment im Roman erlebten Zeitpunkt.So kann man sagen, ist dies bestimmt ein Buch für Interessierte, sei es für die Geschichte dieser Tage oder die Denkweise der Menschen in der ehemaligen DDR. Wer jedoch große Literatur erwartet, der sucht sie hier vergebens, macht jedoch bestimmt auch keinen Fehler, wenn er dieses Buch liest. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Diese Rezension von Christoph Dietrich fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Zurecht ein Klassiker

Ich hatte das Buch bestimmt 15 Jahre im Regal liegen.

Ich schob es sozusagen vor mir her.

Als ich es dann zur Hand nahm, war es innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

Neben seiner geschichtlichen Bedeutung ist es einfach auch ein gutes Buch.

Diese Rezension von F. Hofmann fanden 3 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Heym hat dem Antikommunismus die Schau gestohlen

Das klassische literarische Werk über den 17. Juni, geschrieben von einem unbeugsamen Sozialisten. Gerade dieses Jahr zu empfehlen, wo der 50. Jahrestag des Arbeiteraufstandes eine ganze Flutwelle von antikommunistischen Ergüssen zu dem Thema erwarten lässt. In Form von Stundenprotokollen aus Sicht der Arbeiter kann der Leser zum Teilnehmer der Ereignisse werden, die man heute als Anfang vom Ende der DDR begreifen kann. Es war bei aller Widersprüchlichkeit, die in dem Buch zum Tragen kommt, kein Aufstand gegen den Sozialismus, wie es die antikommunistische Propaganda des Westens hineininterpretiert hat. Es war auch kein von Agenten angezettelter Putsch gegen die SED, wie es Ulbricht & Co. so gerne gesehen haben. Es war in erster Linie ein vollkommen berechtiger Protest gegen bürokratische Tendenzen und unsoziale Maßnahmen der DDR-Führung. Damals gab es noch die Chance, auf die protestierenden Arbeiter zu hören und den Bürkokratismus durch Kritik von unten und oben zu überwinden. Aber trotz Brechts Warnung ("Die Regierung sollte sich ein neues Volk wählen") wurde diese Chance vertan. Wenige Jahre später wurde in der Sowjetunion mit dem 20. Parteitag der KPdSU die Bürokratie zu einer neuen herrschenden kapitalistischen Klasse und in der DDR war die Führung sofort mit in diesem Boot. Damit hat die DDR endgültig dem Sozialismus den Rücken gekehrt. Die Folge war der Niedergang, dessen Ende bekannt ist.

Aus Heyms Buch kann man viel lernen, wie zersetzend der Bürokratismus in einem sozilaistischen Land oder einer sozialistischen Partei wirkt. Daraus muss meiner Meinung nach der Schluss gezogen werden, diese Gefahr in der Denkweise zu erkennen und damit fertig zu werden. Da ich nicht auf den weiteren Niedergang des Kapitalismus in die Barbarei warten will,lese ich Heyms Buch und alles, was mir eine Alternative zeigt. Das beste seit langem in dieser Hinsicht ist Stefan Engels neues Buch über die so genannte "Globalisierung" - "Götterdämmerung über der neuen Weltordnung".

Diese Rezension fanden 3 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der 17. Juni aus der Perspektive eines engagierten Genossen

"Fünf Tage im Juni" ist sicherlich eines der bekanntesten und interessantesten Bücher. Stefan Heym, ein bekennender Sozialist (und noch nicht der leicht senile, unverbesserliche PDS-Fuzzi, den man zu Beginn der 1990er Jahre im Bundestag gesehen hat) mit eigenen Visionen, beschreibt den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 aus der Sicht eines Werktätigen in der DDR. Er ist unzufrieden mit der Situation, doch überzeugt von der Richtigkeit der Gedanken des Sozialismus, der durch den Stalinismus der frühen 50er Jahre sukzessive diskreditiert wurde. Der Aufstand ist für ihn wie ein Fanal - voller Skepsis und auch voller Hoffnungen auf eine bessere Republik steht er ihm gegenüber. Doch die Hoffnungen, der Protest möge die Partei zum Umdenken veranlassen, ist vergeblich. Sein Engagement zahlt sich nicht aus, nach der blutigen Niederschlagung durch russische Panzer sieht auch er sich bald der parteiinternen Selbstkritik ausgesetzt, die ihn überzeugt, daß das System, in dem er lebt, nicht mit seinen Idealen vereinbar ist. Interessant ist bei dem Roman vor allem die Schreibtechnik des Autors. Es ist in Form von Stundenprotokollen geschrieben, die immer wieder durch Zitate, Quelleneinschübe oder auch externe Dialoge unterbrochen werden. Die Form nimmt die bürokratische Aufarbeitung vorweg, mit der die oberen Genossen hinterher den Aufstand verwaltungstechnisch zu bereinigen suchen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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