Essen, Georg / Striet, Magnus (Hgg.)

Kant und die Theologie

Kant und die Theologie
  • Verlag: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
  • Erscheinungsdatum: 2005-07-01
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 348
  • ISBN: 3534166647
  • EAN: 9783534166640
  • Amazon.de Verkaufsrang: 1.728.018
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Beschreibung von buecher.de

Immanuel Kants Werk ist nicht nur ein Meilenstein in der Philosophiegeschichte, auch für die Theologie stellt es eine bleibende Herausforderung dar.
Wie verträgt sich der Gottesglaube mit der Autonomie des vernünftigen Subjekts? Wie kann man nach Kants Destruktion der Metaphysik noch über Gott, Seele und Welt sprechen? Muss man Wege mit Kant und in seiner Sprache finden oder den kantischen Ansatz von seinen Grundlagen her in Frage stellen?
Der hier vorliegende Band bietet einen hervorragenden Überblick darüber, ob und wie die Theologie die Herausforderung durch Kant angenommen hat. Der Band schreitet dabei einen weiten Horizont ab: Die zentralen Themen der Systematischen Theologie werden angesichts von Kants epochemachender Leistung auf den Prüfstand gestellt. Namhafte Wissenschaftler sowohl der Theologie wie der Philosophie diskutieren die zentralen Problembereiche. Das Buch bietet so gleichzeitig einen guten Einblick in die wesentlichen Fragestellungen der zeitgenössischen Theo
logie.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Ed Dellian fanden 6 von 13 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Kant - und das Elend der Theologie.

Dieser Band weist ebenso wie andere Resultate der Kant-Feiern zu dessen 200. Todestag (2004) - vgl. etwa Langthaler/Nagl-Docekal, "Glauben und Wissen - Ein Symposion mit Jürgen Habermas", Wien 2007 - das Elend aus, in das eine Theologie geraten ist, die sich auf Kants Philosophie berufen möchte: Es ist das Elend einer Theologie ohne Gott. Es ist das Elend einer Theologie, die den Mut nicht hat, die Kantische Destruktion der Gottesgewissheit in Frage zu stellen. Welcher Gottesgewissheit? Nehmen wir Isaac Newton. Das ist nicht irgendein Beispiel, sondern der Repräsentant einer natürlichen Theologie, an der sich Kant zeitlebens rieb. Newton schreibt 1713, im "Scholium generale" zur zweiten Ausgabe seiner "Philosophiae naturalis principia mathematica", der "Mathematischen Grundlagen der Naturphilosophie" (Philos. Bibliothek Nr. 394): "Deum summum necessario existere in confesso est"; "Dass die Existenz des höchsten Gottes eine unausweichliche Tatsache ist, ist allgemein anerkannt." Gottes ständige Gegenwart im Getriebe der Welt ist für Newton unerlässlich, und sie ist ein Gegenstand des Wissens . Der junge Kant weiß es besser. Er unternimmt es schon 1755, in seiner "Allgemeinen Naturgeschichte und Theorie des Himmels", gegen Newton mechanizistisch die Selbstregulierung der Welt ohne göttlichen Beistand zu behaupten. Gott setzt er aristotelisch als "ersten Beweger" an den Weltanfang, wie es alle damaligen "Deisten" taten, die damit ihren wahren Atheismus und Materialismus bemäntelten: einen Materialismus, zu dem Kant sich hier mit der Floskel bekennt: "Gebet mir Materie, ich will eine Welt daraus bauen!".1764 schreibt der Newtonianer Voltaire im "Philosophischen Wörterbuch" über Newton, dieser beweise die Existenz Gottes den Philosophen. Kant weiß es besser; von Gott gibt es nichts zu wissen, und Theologen und Philosophen glauben ihm kritiklos seit 250 Jahren. Der in der "Produktbeschreibung" dieses Buches erwähnte Gedanke, ob man evtl. "den kantischen Ansatz von seinen Grundlagen her in Frage stellen" müsse, findet im Buch keinen Anhalt. Hier liest man im Vorwort, dass "eine zeitgemäße Theologie das mit Kant erreichte Problembewusstsein und Reflexionsniveau nur zu ihrem eigenen Schaden unterbieten" könne. Wohl gesprochen. Aber vielleicht könnte sie es zu ihrem Nutzen "überbieten"? Etwa indem sie der Kritik Raum gäbe, welche Papst Benedikt XVI. zuletzt in seiner Regensburger Vorlesung (Sept. 2006) gegen die beschränkte Kantische Vernunftlehre vorgetragen hat? Dazu gehörte wohl die Prüfung der Frage, wie tragfähig die Kantische Destuktion der von Newton und Voltaire demonstrierten Gottesgewissheit ist. Diese Untersuchung unterlässt die Theologie und auch die Philosophie seit bald 250 Jahren. Und das ist der Grund ihres gemeinsamen Elends.

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