Gosch, Josias L.

Ideenumlauf

Ideenumlauf
  • Verlag: Kulturverlag Kadmos
  • Erscheinungsdatum: 2006-03
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 176
  • ISBN: 3931659763
  • EAN: 9783931659769
  • Amazon.de Verkaufsrang: 199.312
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Beschreibung von buecher.de

Josias Ludwig Goschs 'Fragmente über den Ideenumlauf' ist eine Wiederentdeckung. Entstanden im Jahr 1789 gehört er in die Geschichte der deutschen Aufklärung, wie sie sich im Vorfeld der Französischen Revolution und dann in Auseinandersetzung mit ihr entfaltet. Gosch war, soweit biographische Fakten über ihn bekannt sind, eine durchaus schillernde Figur. Zwischen seriöser philosophischer Auseinandersetzung und Projektmacherei, Intervention auf der Seite des politischen Fortschritts und der Notwendigkeit, als Intellektueller zu überleben, ergibt sich ein facettenreiches Bild.
Für die Medienwissenschaft könnte Gosch zu einem tatsächlichen Klassiker werden. Der wunderbare Titel spricht es aus: Quer zu seiner Zeit, die alle Sorgfalt auf die Ideen selbst verwendet, schlägt Gosch vor, die Mechanismen des Ideenumlaufs zum Thema zu machen; und damit die Sphäre jener 'Kommunikation', die heute Gegenstand der Medienwissenschaften ist.
An der Schnittstelle zwischen Medientheorie und Ökonomie ist 'Ideenumlauf' aber auch zugleich ein Appell an die 'durchlauchtigste Obrigkeit', nicht ausschließlich auf die Ökonomie zu starren, sondern auch die kulturelle Produktion und den Beitrag der Intellektuellen im Blick zu behalten!

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Andreas Böhm fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein schönes Zeitdokument mit überraschenden Perspektiven

Bei den 1789 von dem damals 24 jährigen Gosch vorgelegten Fragmenten handelt es sich um ein Lob der Aufklärung, das Nutzen und Umlauf und nicht Wahrheit und Produktion der Ideen ins Zentrum rückt und den wohlmeinenden Monarchen empfiehlt, zum Zweck des Reichtums der Nation die Verbreitung der Ideen nicht nur nicht zu behindern, sondern durch verschiedene Veranstaltungen zu befördern. Einige seiner Vorschläge erinnern entfernt an Volkshochschulen, andere, wie die Korrektur des ungleichen Verhältnisses der Anzahl von Juristen zur Anzahl der Philosophen (das er auf etwa 100 zu 2 schätzt, S. 134) sind leider nie beherzigt worden.

Den Rezensenten hat das Buch auf dreierlei Weise bereichert. Erstens als eine ihm bis dahin unbekannte, von Selbstzweifeln ungetrübte, im Vergleich etwa zu Wieland oder Kant naive und leichtsinnige Facette der deutschen Aufklärung. Zweitens durch eine zeitgeschichtlich überraschende Perspektive, die vor allem durch die(durchgängig affirmative) Anwendung ökonomischer Kategorien auf die Sphäre der Ideen gegeben ist. Und drittens durch das Vorwort der Herausgeber, das in Gosch einen Ahnherrn der Medientheorie sieht und betont, dass Gosch in seiner Konzentration auf den Umlauf der Ideen auch auf eine Schwachstelle dieser noch jungen Disziplin hinweise, die sich bis auf Ausnahmen auf Produktion und Rezeption beschränke. Dass eine solche Lesart Goschs zumindest legitim ist, lässt sich an einem kurzweiligen Nachmittag nachvollziehen.




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