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Durch den 'Umsturz aller Werte' sollte, so Nietzsche, ein neues Menschentum entstehen. In seinem 1883 veröffentlichten Hauptwerk 'Also sprach Zarathustra' wird Philosophie zur Dichtung.
"Gebt heiße Hände! Gebt Herzens-Kohlenbecken!""Wer wärmt mich, wer liebt mich noch?" fragt der alte Zauberer, den Zarathustra sieht, als er um einen Felsen herumbiegt.
So betrachtet könnte man das Buch nunmehr getrost aus der Hand legen, denn schon in diesen Sätzen, mehr noch, in diesen Worten, Menschenworten, erklärt sich Sinn und Suche, Wahrheit im Verfall eines altgewordenen Menschen. Ist es die bloße Frage, die aufhorchen läßt, oder ist es mehr?
Nun ist das ganze Werk aber größer, vielfältiger und fast wie von schneller Hand dahingeschrieben, wie im Rausch könnte man sagen. Nietzsche war ja krank, bzw. hatte sich wohl etwas zugezogen, wahrscheinlich als Krankenträger für Verwundete im deutsch-französichen Krieg 1870/71.
Dann war da noch seine Abwendung von Wagner in dieser Zeit, dem wohl einzigen (ebenbürtigen) Freund, dem er die Hinwendung zur "weibischen" Religion, wie er meinte, nicht verzeihen zu können glaubte (und jetzt den Schöpfer der "Carmen" dem der "Götterdämmerung" vorzog).
Man muß das alles miteinbeziehen, das plötzliche Emporkommen des jungen Philosophen Nietzsche, der schon v o r seiner Dissertationsanerkennung eine Professur angetragen bekam und ein Wirbelwind seiner Zeit war, allein unter Vielen. Das ist oftmals tragisch, wie man weiß.
Und wenn man dieses Werk, diese Hinwendung zu einem Glauben an eine unbeschreibliche Kraft, die das Weltall in Stand setzte und und setzt, wenn man den Ansatz nur begreift, dann ist es eigentlich egal, ob der Autor noch alle Sinne im Griff hatte oder ob er schon schwebte.
Natürlich ist die Selbstinszenierung einer derartigen Arbeit im Geist auch möglicherweise ausschlaggebend auf Gefühl und den Zustand der Gesundheit, man puscht sich sozusagen auf.
Übrigens: Zarathustra (oder Zoroaster) lebte warscheinlich etwas früher als 1000 Jahre vor Christus in Persien und hat einige Regeln von ungewöhnlicher Reinheit vorgelegt, wie man sagen könnte. Man glaubte damals einen sog. Eingottglauben (Monotheismus) ohne sich allerdings ein Bild von ihm zu machen, also nicht so wie z.B. im jüdischen oder christliche Glauben üblich, eher im heutigen muslimischen. Man ehrte die überirdische Kraft z.B. in Gestalt des Feuers. Es gibt noch Anhänger der Religion in Asien (Parsen).
Dieses im Hintergrund kann man das Werk Nietzsches jetzt langsam lesen, nicht vorverurteilen. Natürlich kann man auch da und dort den Kopf schütteln, wo etwa über alle normative Vernunft geschrieben wurde, sich die nervöse Krankheit schon zeigt oder gar ein blitzgescheiter Gedanke aufleuchtet.
Das aber geschieht oftmals und allein der Ton, der eigenartig hinführende und der Ewigkeit anscheinend entnommene lyrische Farbton entschädigt für alles.
Das Buch hat 4 Teile und es enthält nochmals einzelne, teilweise längere und auch kürzere Kapitel von oft eigenartigen Überschriften, die eine Reise, ein Abenteuer versprechen.
Und so ist es auch, das ganze Buch steckt voller Überraschungen, farbigen Beleuchtungen und Beispielen aus dem Schatz eines geistreichen Zauberers.
guter Sinn!Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und finde es sehr gut.
Zarathustra lebt zurückgezogen in den Bergen und hat nach 10 Jahren das Bedürfnis zu den Menschen zurückzukehren, um Ihnen von seiner gewonnenen Weisheit und Klarheit etwas mitzuteilen.
Wie im echten Leben stößt er beim einfachen Volk auf jede Menge Abwehrmechanismen, wie "Ausgelacht werden, mit giftigen Worten und Rachegedanken angegriffen werden, Verdrehung des Gesprochenen und ähnlichen Dingen".
Er erkennt aber, dass sein Vorgehen trotzdem richtig ist, da das ausgeworfene geistige Saatgut eben Zeit braucht um aufzugehen.
So kehrt er zur Abkühlung auch kräfteschonenderweise immer wieder in die kühlen Gebirgshöh(l)en zurück, denn die Anerkennung und Gerechtigkeit "hinken dem Weisen" (auch in Nietzsches realem Leben, da er dem Zeitgeist voraus war und wenig Anerkennung erfuhr), hinterher.
Er erkennt auch, dass er die Menschen braucht, denn seine Gedanken würden sonst als Selbstläufer so übermächtig im Kopf, dass sie ihn quälen würden und aus der heilsamen Einsamkeit würde durch ein Übermaß "Verlassenheit". Die Berge haben Ihre Wurzeln eben im Meer und Zarathustra sein Gegenüber im Volk.
Wie jeder geborene oder begabte Führer verlockt ihn aber auch die Vermeidung sich mitzuteilen.
Richtig schön fand ich die angestrebte Wandlung zum zweckfreien Leben, welche durch einen regen Widerspruchsgeist immer wieder von der Zweckfreiheit abgelenkt wird.
Für diesen Preis unbedingt mal probieren!
Umsturz oder Einsturz?Nietzsche ist wohl zweifelsohne der Philosoph, dem das grausige Schicksal beschieden war, etwas zu spät zu leben und somit in die grausigen Hände der Analytiker des 20. Jahrhunderts mit all ihrer wortgewaltigen Unfähigkeit zu fallen. So wurde er in Systeme gepresst, ontologisch analysiert, zerhackstückt - und der erhobene Zeigefinger darf auch nicht fehlen. Und warum dies alles? Um der Eiche ihren Saft auszusaugen, damit der Dornbusch neben ihr größer erscheint. Doch wortgewaltig und inhaltsschwer steht diese Eiche der Philosophie immer noch und wird noch stehen, wenn all die blutleeren Philosophengenerationen des 20. Jahrhunderts längst vergessen sind. Mit Also sprach Zarathustra" ist die Philosophie wieder zum Leben zurückgekehrt, aus dem sie sich seit den Zeiten der christlichen Scholastik verabschiedet hat. Aber wer hat den zentralen Aufruf des Zarathustra, diese schmale Brücke zwischen Tier und Übermensch zu beschreiten und auf ihr zu gehen, denn jemals verstanden? Genau deshalb hat sich doch Zarathustra in die Einsamkeit zurückgezogen, um über diese Brücke - bis zum Ende - zu gehen. Ist es nicht vielmehr so, dass wir uns den Horizont seines Letzten Menschen" zu Eigen gemacht haben, uns behaglich in unserer kleinen Welt eingerichtet, meinend, das Glück erfunden zu haben...? Genau um die Kritik dieses letzten Menschen und den Weg zu seinem Erwachen geht es Nietzsche jedoch. Insofern kann nach ihm keine Philosophie mehr eine Existenzberechtigung haben, sollte das eigentliche Leben, das Erwachen, beginnen... In der heutigen Zeit des Umbruchs, des Verlustes nahezu aller menschlichen Werte ist Also sprach Zarathustra" eine Schatzkiste, die nie so wertvoll war wie heute. Man muss sie nur öffnen...
Viel Buch um sehr wenig GeldÜber das Werk an sich, lässt sich im Allgemeinen nur noch recht wenig Neues sagen, da es sicherlich zu den am meisten besprochenen und interpretierten Büchern der Literaturgeschichte gehört. Vielmehr richtet sich diese Rezension auf das außergewöhnlich gute Preis - Leistungsverhältnis dieses offerierten Produktes: So viel Buch bekommt man um 2,95 € äußerst selten. HIerbei handelt es sich keineswegs um einr broschierte - sondern um eine gebundene Ausgabe, die noch dazu qualitativ sehr hochwertig verarbeitet ist. Das Buch lässt sich gut lesen, der kleie Schriftgrad (9 od. 10pt) wird durch den exorbitant groß wirkenden Zeilenabstand wieder aufgewogen. Es handelt sich keineswegs um eine Auswahl, sondern um das vollständige Werk. Ich besitze dieses Werk in allerlei verschiedenen Ausgaben und Sprachen, und trotzdem kam ich nicht darum herum bei diesem mehr als nur freundlichen Angebot erneut zu zuschlagen.
Sternstunde der Wahrheit"Gott ist tot" so der Auspruch Zaratustras vor dem letzten Menschen dem er begegnet bevor er in seine Höhle zurückgeht. "Was höre ich! sprach hier der alte Papst mit gespitzten Ohren; oh Zarathustra, du bist frömmer als du glaubst, mit einem solchen Unglauben! Irgend ein Gott in dir bekehrte dich zu deiner Gottlosigkeit.
Viele Scholastiker aber auch Theologen sehen hier die Kertwendung in den Werken Nietsches und weigern sich die Jahrzehntelange atheistische Aussage, die in Büchern herhalten mußte um in Nitzsche den buchstäblichen Uratheisten zu schaffen.
So sollte auch bei der Lektüre darauf geachtet werden dieses Buch komplett zu lesen da es ähnlich wie in der Bibel sonst zu der Gefahr kommt das man Schlagwortverse aus dem zusammenhang greift.
Zaratustra ist wie kein Buch der Zeit weit vorraus,bzw ein ständiger Begleiter da es nicht wie z.b Hegel oder andere Thesen aufgreift und bearbeitet sondern die Hauptfigur Zaratustra ähnlich wie der in der Bibel geschilderte Jesus auszieht. Die konträren Punkt sind sicherlich die Ausgangslagen, sind doch bei Jesus Christus die Menschen "Böse von Kindesbeinen an, so liebt Zaratustra am Anfang die Menschen wird ihnen aber immer ferner.So kann der biblische Christus letztendlich eine Gottgeschenkte Individumserlösung schenken,während Zaratustra wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt was ihn in gewisser Weise zum gedanklichen Selbstbildnis von Nitsche macht der damit durch seine virtuell hofnungslose Welt schwebt.
Das interessante an der Person Zaratustras ist das innerliche nicht gesteuerte geistliche oder auch spirituelle Wachstum das leise vor sich geht aber letztendlich ihn dazu führt wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren.
Begegned uns am Anfang ein fast naiv auf die einzelnen Menschen zugehender Zaratustra so wird gegen Ende seine Gedankenschwere, grübelartigkeit schwer in die Auseinandersetzung mit den ihm begegnenden Personen signalisiert.
Während seine eigene Kraft nicht mehr reicht, um in den Menschen die aus eigenem Selbsttrieb die Erde mit Sinn bewerfen wollen Dummheit und maßlosen Egoismuß zu inzistieren nimmt mit jeder Begegnung fast Wagschalenartig die zuerst völlig verleugnete Gottespräsents in seiem Inneren zu um dann in der fassungslosen Erkenntnis zu münden:
Ich bin's, der gottlose Zarathustra, der da spricht: wer ist gottloser als ich, dass ich mich seiner Unterweisung freue?'' -
Also sprach Zarathustra und durchbohrte mit seinen Blicken die Gedanken und Hintergedanken des alten Papstes. Endlich begann dieser:
``Wer ihn am meisten liebte und besass, der hat ihn nun am meisten auch verloren -:
- siehe, ich selber bin wohl von uns Beiden jetzt der Gottlosere? Aber wer könnte daran sich freuen!
Der suchende Zaratustra, in einer von Gottlosigkeit überzogenen Welt bedarf nun der Unterweisung die, die Sinnhaftigkeit des Lebens aufzeigt, keiner der ihm auf seiner Reise begegneten hat ihm also "Göttlichkeit" vermitteln können, alles schien darauf hinzuweisen das die Werke die diese Menschen erschufen immer nur kleiner als sie selbst waren.
Hier dürfte auch sicher der Bewegrund für Nitsche gelegen haben Zaratustra zu erschaffen, fixiert man seinen Blick nicht auf seine fast anthropologische Rulamanhaftige Größe sondern die naive Welt der Menschen die karrikiert wie auf einer Theaterbühne an Marrionetten erinnern die sich gerade von den Fäden des Marionettenkreuzes das sie lenkt losgerissen haben so wird die Aufsesshaftigkeit und Impertinenz gegenüber dem geschaffenen dem Leser deutlich.
Kaum ein anderes Buch schildert auf so Bildhafte Weise eine Reise des einzelnen der sich aufmacht den Schöpungsrythmus zu ergründen.
Für mich persönlich war die Absage von Nitsches Zaratustra an den heute moderernen dekonstruktivistischen Postmodernismus wegzeigend das nicht immer alles verstanden und mit Kopfnicken dotiert werden muß, oder wie Kaffka den ich sicher sehr bewundere nicht alles tiefer ins Leiden treibt sehen zu müssen, sondern die erkenntnis dessen das Dinge überdenkbar sind und sich mit zunehmender Suche bzw. auch Kommunikation in einem formen und man langasam über Phasen der Stille sich einem völlig neue Gebiete erschliessen. Auch die Absage an bereitsfertigen Lösungen, die sicherlich die Begeleitform des Postkontkuktivismus ist hat Nitsche in dieser Zeit die ausschließlich davon geprägt schien;Man denke an Einsteins Erkenntnisse die ja z.b die Urknalltheorie erst Saloonfähig gemacht haben;E=mc2, also Masse mal der Geschwindigkeit in kosmischer Dimension erdacht ergibt den Urknall. Die damalige unbesiegbarkeit der Technik, von allem diesem scheint Nitschetustra völlig frei.Er beobachtet es bei den Menschen, weigert es aufzugreifen,vielleicht könnte er manches davon besser?,umgeht damit auch den von Goethe proklamierten Gottkomplex und versinkt fast in deprimierender Hoffnungslosigkeit bis er die von den Menschen beiseite geschaffenen ehemaligen Werteträger kennenlernt.
Egal,in seinem Niedergang, beginnt sein Aufgang,Ist die Nacht am tiefsten,ist der Morgen am nächsten.
Brockhaus-1911: Zarathustra · Nietzsche
Eisler-1912: Nietzsche · Nietzsche, Friedrich Wilhelm · Förster-Nietzsche, Elisabeth
Meyers-1905: Jász-Alsó-Szent György · Alsó · Nietzsche
Pataky-1898: Förster-Nietzsche, Frau Elisabeth · Förster-Nietzsche, Elisabeth
Pierer-1857: Alsó Sajo · Alsó Metzenseif · Alsó Sdany · Alsó Vereczke · Alsó Sebes · Alsó Gyogy · Alsó · Alsó Idees · Alsó Lendva · Alsó Kubin