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Martje glaubt ihren Augen nicht: Da steht plötzlich ihr erfolgreicher und skrupelloser Bruder vor ihr, Juniorpartner in einem großen Unternehmen, am Arm eine bezaubernde Mittzwanzigerin mit cremefarbenem Haar und dem schönen Namen Luna. Für Martje ist es Liebe auf den ersten Blick, doch die beruht erst einmal nicht auf Gegenseitigkeit: Noch ist Luna die Geliebte ihres Bruders, noch weiß sie nichts von ihren Gefühlen für andere Frauen. Mirjam Müntefering beschreibt in ihrem neuen Roman klug und lebensnah die Liebe zwischen Frauen in all ihren Facetten.
Was ganz anderesAnders als in jedem anderen Buch, das ich je gelesen habe, sind sich die Figuren dieser Geschichte bewusst, dass sie Darsteller in einem Roman sind. Dies war dann auch der Aspekt der Geschichte, der mir gefallen hat. Diese Vorstellung war und ist neu und unverbraucht und genau deshalb irgendwie faszinierend. Den ganzen Rest der Geschichte finde ich hingegen eher mittelmässig. So kam bei mir keine Sympathie für Luna auf und auch einige der anderen Darsteller waren mir eher egal.
Bärbel war irgendwie noch am Besten von allen.Ich kann das Buch nur jenen empfehlen, die mal was ganz anderes lesen wollen und sich von der Vorstellung angesprochen fühlen, dass die Darsteller sich ihrer Rolle im Buch bewusst sind. Alle anderen sollten das Buch stehen lassen. Die Liebesgeschichte an sich ist beinahe nicht erwähnenswert und scheint mir eher "Beigemüse" zu sein.
Nicht so schokoladig...Mit jedem Buch steigt die Enttäuschung, denn die Erwartung nach Titeln wie "Apricot im Herzen", "Flug ins Apricot" und dem genialen "Die schönen Mütter anderer Töchter" war und ist sehr gross. Liess "Wenn es dunkel ist, gibt es uns nicht" schon sehr zu wünschen übrig, so unspektakulär und öde es geschrieben ist, finden sich in diesem neuen Titel schon auf der ersten Seite zwei schwere Lektoratsfehler (das darf wirklich nicht sein, und schon gar nicht auf der 1. Seite...). Dies jedoch eine Kritik an den Verlag. An den Inhalt des Buches: Einen Text zu schreiben, der auf einer Metaebene reflektieren will und sagt, ihr, die ich darstelle, ihr seid nur Romanfiguren im Roman - ist absolut unoriginell und man weiss nicht so recht, was damit anfangen. Ein grosses Plus hat das Buch: Es ist kurz - und somit hat frau es schnell hinter sich gebracht - denn die Hoffnung bestand auf jeder Seite, dass Frau Müntefering ähnlich grossartiges wie mit ihren frühen Texten geschrieben hat...
KlasseIch muss sagen das ich bisher alles von Frau Müntefering regelrecht verschlungen habe. "Wenn es dunkel ist, gibt es uns nicht" fand ich absolut nicht toll. Soll heißen nicht alles was sie schreibt, finde ich toll. Doch muss ich sagen das dieses Buch mal was ganz anderes ist und mich von Anfang an gereizt hat und so kam es das ich es an einem Tag verschlungen habe. Und ich bin hellauf begeistert! Wirklich ein außergewöhnliches Buch... einfach klasse!
Nun ja,anders eben...Sagen wir mal so:das Buch fällt im wesentlichen nur in Bezug auf den Schreibstil, in seiner Besonderheit auf.
Die geschichte ist nett...mehr nicht...keine hinreißende Liebesgeschichte, wenig Schreibgeschmack...anspruchslos...
Der außergewöhnlichste Roman von MünteferingIch muß der fiktiven Autorin in Mirjam Münteferings Roman ganz entschieden widersprechen: Welche Leserin dieses Buches, welches den Titel "Luna und Martje" trägt, soll bitteschön allen Ernstes auch nur für den Hauch eines Augenblicks erwartet haben, daß Martjes Bruder Erik darin eine Hauptrolle spielen würde ?? Für wie schwer von Begriff hält sie einen denn ?? Und tatsächlich kann man es beim Lesen des Buches kaum erwarten, die ersten Seiten, in denen dieser Kotzbrocken auftaucht, möglichst schnell hinter sich zu bringen, und all jene weiteren, in denen er sporadisch immer mal wieder sein falsches Gesicht zeigt, ebenso. Was da jedoch in Martje vor sich geht ist überaus interessant: Da vertritt sie zunächst die feste Überzeugung, nur Nebenfigur einer Geschichte zu sein, und plötzlich dreht sich alles nur noch um sie - um sie und diese tolle Frau mit dem zauberhaften Namen - Luna. Das ist ein Gefühl, das wohl jeden schon einmal beschlichen hat, und mit dem die Leserin sich doch sicherlich identifizieren kann, wenn vielleicht auch nicht im wörtlichen Sinne einer Romanfigur. Erst war man Teil eines Ganzen, plötzlich steht man im Mittelpunkt. Das grelle Licht der Scheinwerfer blendet einen und man würde sich am liebsten schleunigst in Sicherheit bringen oder doch zumindest wieder im Gewimmel der Figuren verstecken. Aber dann wittert man doch seine große Chance, und plötzlich scheint nichts mehr unmöglich zu sein ... Diese Wandlung in Martje hat Miriam Müntefering gekonnt beschrieben und entstanden ist - zumindest in meinen Augen - eine sehr schöne, durchaus fesselnde Liebesgeschichte, die einen manchmal etwas verwirrt, manchmal den Atem anhalten läßt, aber mich vor allem immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Ich gebe zu, daß man sich darüber streiten kann, ob dieses Experiment - Figuren, die wissen, daß sie Teil eines Romans sind - nun geglückt ist oder nicht. Manchmal wünscht man sich doch, die Handlung würde einfach fortschreiten, ohne daß Martje sich schooon wieder einmal an die Leserin wendet und ihre Sicht in Bezug auf die Autorin, die dabei im übrigen alles andere als gut wegkommt, mit einem teilt. Wenn ich an Münteferings frühere Romane denke, so ist "Luna und Martje" mit Gewißheit der außergewöhnlichste, wenngleich keiner meiner absoluten Favoriten. (Das wären "Das Gegenteil von Schokolade" und "Flug ins Apricot".) Eine wirklich schöne Wochenendlektüre ist dieser Roman aber allemal, und so bald wieder vergessen wird frau ihn bestimmt auch nicht. Von daher würde ich empfehlen: Vorgefaßte Erwartungen am besten beiseite legen, lesen, und sich selbst ein Bild von diesem Buch machen ! Viel Spaß dabei !