Bestellen bei Buecher.de! Preis: 10,00 €
Bestellen bei Amazon.de! Neu ab 8,91 €, gebraucht ab 5,79 €.
Neue Bücher bestellen bei: Buch.de.de, Buch24.de, Bol.de, Libri.de, Thalia.de
Gebrauchte und neue Bücher bestellen bei: AbeBooks.de, Booklooker.de
Die Reihe ihrer Liebhaber liest sich wie ein 'Who is who' der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Wer war die Frau, die mit Gustav Mahler, mit Walter Gropius und Franz Werfel verheiratet war, die eine wilde Liebesaffäre mit Oskar Kokoschka hatte und der Gerhart Hauptmann zu Füßen lag?
Gutes Buch über ein "schlimmes Weib"Meine musikbegeisterte Großmutter hat Alma Mahler noch gekannt - und konnte sie auf den Tod nicht ausstehen. Großmutter wurde richtig wütend und sprach immer nur von "dem schlimmen Weib". Das machte mich natürlich erst recht neugierig und so las ich die neueste Biographie über diese interessante Dame, die es immerhin bewerkstelligt hat, mit den berühmtesten Persönlichkeiten ihrer Zeit zusammenzutreffen und drei Genies zu heiraten. Was war an ihr, was so viele berühmte Männer in ihren Bann zog?
Der Biograph Oliver Hilmes hat es nicht einfach gehabt; denn Alma Mahler hat in ihrem Bemühen, sich stets in ein positives Licht zu rücken, die Wahrheit öfter hübsch zurechtgebogen und verdreht. Doch Hilmes hat in Alma Mahlers Nachlaß sowie 23 weiteren Archiven und Sammlungen gründlich recherchiert, zahlreiche Interviews durchgeführt und eine umfangreiche Literaturliste sowie ein Personenregister ans Ende des Buches gestellt. Man merkt, daß er sich bemüht, so neutral wie möglich über Alma zu berichten.
Fakt bleibt, daß Alma schon früh ihren Vater verlor. Ihr Stiefvater war Mitglied der Wiener Secession und verkehrte viel in Künstlerkreisen. Als junges Mädchen wurde sie schon von dem Maler Gustav Klimt angebetet. Sie hatte ein Verhältnis mit ihrem Kompositionslehrer Alexander von Zemlinsky, heiratete aber den älteren und bereits berühmten Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler, den sie später mit dem Architekten Walter Gropius betrog.
Nachdem Mahler verstarb, heiratete sie Gropius, hinterging ihren zweiten Mann aber mit dem Maler Oskar Kokoschka, dessen Kind sie heimlich abtrieb.
Alma Mahler intrigierte auch. Sie verhinderte zum Beispiel, daß der Komponist Arnold Schönberg an das Bauhaus berufen wurde und sorgte später durch Verbreitung von Unwahrheit für die Entlassung des ihr mißliebigen Dirigenten Felix Weingartner an der Wiener Hofoper.
Von Gropius ließ sie sich scheiden und heiratete den Dichter Franz Werfel, dem sie wiederum nicht treu war. Ihn betrog sie mit einem katholischen Priester, dem sie später nicht verzeihen wollte, daß er sein Priesteramt niederlegte.
Alma Mahler entwickelte zudem einen hartnäckigen Antisemitismus und das obwohl sie mit ihrem dritten Ehemann Franz Werfel vor den Nazis in die USA flüchten mußte, da Werfel Jude war. Sie plagte ihren Mann immer wieder mit antisemitischen Äußerungen, obwohl sie selbst in jüdischen Emigrantenkreisen verkehrte. Als Werfel starb, setzte Alma das Gerücht in die Welt, ihr Mann hätte sich auf dem Sterbebett noch kurz vor seinem Tod nottaufen lassen.
Es ist richtig, daß Alma eine großzügige und charmante Gastgeberin war, bei deren Einladungen Delikatessen und Champagner strömten. Auch war sie in ihrer Jugend sehr attraktiv. Sie war zudem gebildet und verfügte zeitlebens über genügend Geld, um einen gehobenen, manchmal sogar luxuriösen Lebensstil auf der großen gesellschaftlichen Bühne zu pflegen. Berühmtheit zieht bekannlich andere berühmte Menschen an. So erklärt es sich, meiner Meinung nach, daß Alma bereits in ihrer ersten Ehe mit dem bekannten Dirigenten und genialen Komponisten viele weitere berühmte Persönlichkeiten kennenlernte. Trinkfestigkeit und Leidenschaft sowie der Wunsch, Geltung zu erlangen, ermöglichten es dieser Frau eine besondere Rolle im kulturellen Leben ihrer Zeit zu spielen.
Ich muß gestehen, ich verstand meine Großmutter nach der Lektüre dieses Buches. Aber das liegt nicht an Oliver Hilmes Buch, sondern an Alma Mahlers Verhaltensweisen. Bilden Sie sich aber Ihre eine eigene Meinung und lesen sie das preiswerte Taschenbuch, das eine empfehlenswerte Biographie darstellt und einen Platz in der Hausbibliothek verdient.
Wirklich "Muse der vier Künste"?Oliver Hilmes hat nun wahrlich kein Neuland betreten, denn an der "Grand Dame" der Musen haben sich schon andere versucht , mit sehr unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen. Das grosse Verdienst dieser Biographie ist sicherlich, dass Oliver Hilmes Alma Mahler-Werfel mit viel Abstand betrachtet und beurteilt. Und auch beim besten Willen wird einem Alma nicht sympathischer. Im Gegenteil: Oliver Hilmes befreit die hysterische Alma von jeglichem Pathos und Prunk und macht so den Blick frei auf eine Frau, die wohl wie kaum jemand an grenzenloser Selbstüberschätzung litt. Und nicht zuletzt besticht die Biographie durch das, was sie über das legendäre Umfeld Alma Mahlers erzählt. Gut und sorgfältig recherchiert und dabei sprachlich ein Genuss lohnt sich die Lektüre allemal!
Eine "unfassbare" FrauNimmt man Francoise Girouds süßliche Glorifizierungsorgie ("Alma Mahler oder Die Kunst, geliebt zu werden", dtv 2000) als ein Extrem und Paulus Mankers theatergewordene, sehr persönliche Alma-Obsession ("Alma, a Show Biz ans End") als anderes Extrem, dann liegt Oliver Hilmes Aufarbeitung der Lebensgeschichte von Alma Mahler-Werfel auf halbem Weg.
"Witwe im Wahn" ist hervorragend recherchiert und vor allem exzellent redigiert, was die Empfehlung dieses Buches auch für "Biografie-Verweigerer" nahelegt.
Dennoch schlägt auch bei Hilmes ein Reflex zu, der symptomatisch für jede Annäherung an Alma Mahler-Werfel zu sein scheint: Er kann nicht objektiv bleiben, so sehr er sich auch bemüht. Stellvertretend dafür steht der Titel seiner Biografie - "Witwe im Wahn" - die jene Pathologisierung Almas ankündigt, für die sich Hilmes als Leitfaden durch das Leben dieser Frau entschieden hat. Die Diagnose "Hysterie" allein kann ihre Strahlkraft (ob negativ oder positiv, hier sollte nicht gewertet werden) nicht erklären. Sicher lassen sich aus Alma Mahlers Tagebucheintragungen gewisse pathologische Züge ablesen, man darf jedoch nicht außer acht lassen, dass jene Männer, die sich an ihr "entzündet" haben, durchwegs ebenso "hysterisch" (um beim Hilmes'schen Duktus zu bleiben) gefärbt sind. Der Witwe "Wahn" ist also mit Sicherheit keine einseitige Geschichte, sondern das Resultat einer Wechselwirkung mit ähnlich gelagerten, für Almas Wesen aufnahmebereiten Persönlichkeiten.
Ebenso würde ich Almas Perfektionismus in der Selbstinszenierung und ihre beachtenswerte Verdrängungskunst nicht unter "Hysterie" subsummieren, sondern vor den Hintergrund ihrer mehr als mißglückten Kindheit, den frühen Verlust des geliebten Vaters, die emotionale Kälte und libidinöse Unmäßigkeit ihrer Mutter und die Stellung der Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert stellen.Herausragend ist allerdings Hilmes Beleuchtung von Alma Mahler-Werfels latentem Antisemitismus, der sonst gerne unter den Tisch fallen gelassen wird. Hier schafft es Hilmes nicht zu werten, sondern minutiös zu zeigen, wie Almas aus heutiger Sicht abstruse Interpretation des "Jüdischen Charakters" mit ihren privaten Beziehungen einerseits und mit der österreichischen Politik andererseits zusammenspielt.Alles in allem ist Hilmes Buch jedoch auf jeden Fall zu empfehlen. Selbst wenn auch ihm es nicht ganz gelingt, diese Frau zu "fassen", liefert er doch einen neuen Ansatz vor einem beeindruckend nachvollziehbaren politischen und künstlerischen Bild des Fin du Siècle.
Gelungene BiografieEndlich gibt es eine Biografie, die Frau Mahler-Werfel als das zeigt, was sie war, wirklich eine Witwe im Wahn, die sich selbst überaus wichtig nahm, sich maßlos überschätzte in ihrem Glauben alleinige Antriebskraft für das Schaffen, der ihr verbundenen Genies wie Mahler, Gropius, Kokoschka, Werfel und andere mehr zu sein (siehe ihre Autobiografie). Ihr eigenes Buch legte ich bereits in den 60er Jahren angewidert von so viel Heroismus und Selbstschönung zur Seite. Die Biografie von Herrn Hilmes hingegen ist realistisch, menschlich nachvollziehbar, sehr gut recherchiert.
Bildnis einer unsympathischen FrauOliver Hilmes Witwe im Wahn Siedler Verlag München ISBN 3 88680 797 5Die Biographie über Alma Mahler-Werfel von Oliver Hilmes scheint das objektivste und überzeugenste Bild der Alma Mahler- Werfel geb. Schindler abzugeben.
Zum einen wird die hysterische Komponente ihres Charakters anhand der Ergebnisse psychologischer Grundlagenforschung belegt; zum anderen erfahren wir, wie eine Egomanin, schön, sinnlich und begehrenswert, sich berühmte Männer gefügig zu machen verstand.Fazit dieser Biogaraphie ist die ungeheure Fähigkeit dieser Frau, das eigene Leben zu inszenieren, sich selbst zu glorizieren, alle Nebenbuhler und unliebsamen Figuren auszuschalten und weg zu intrigieren: Alma Mahler-Werfel war eine total ichbezogene Frau, die m.M. nach zu einer wirklichen Liebe gar nicht fähig war.
Alle menschlichen Bezüge mußten dem eigenen Ego zunutze gemacht werden.
Herausragend ist ihr Antisemitismus, mit dem sie auch ihre Liebhaber und Ehemänner unverhohlen konfrontiert hat.Das Buch liest sich gut, weil man ein abgerundetes Bild der Künstlerwelt um die Jahrhundertwende des 19. zum 20. Jahrhundert in Wien bekommt.
Es sind berühmte Maler, Bildhauer, Architekten, Dichter/Schriftsteller und Komponisten , die diese Welt bevölkert haben. Alma Mahler-Werfel aber bleibt für den Leser eine ziemlich unerträgliche und unsympathische Frau.Cl.Borries