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Ob bei den Gedenkfeierlichkeiten zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 und zum 800. Stadtjubiläum 2006 oder in den TV-Filmen Guido Knopps - die Lügen über den 'deutschen Mythos' werden unermüdlich gepflegt und weiterverbreitet. Gunnar Schubert erzählt die deutsche Erfolgsstory des 'great Dresden swindle'. Er widerlegt erstmals systematisch die zahlreichen kursierenden Legenden, in denen sich die Deutschen zu Opfern der alliierten 'Terrorangriffe' machen, und stellt sie den Tatsachen gegenüber. Vor allem aber liefert er Erklärungen dafür, wie dieses letzte große Propagandastück Joseph Goebbels' sich über 60 Jahre halten konnte und warum es das Geschichtsbild der Deutschen über die Stadtgrenzen hinaus gerade heute wieder so maßgeblich prägt.
bemühtwer sich schon immer über schlampig recherchierte Berichte im Fernsehen, speziell zu geschichtlichen Themen, geärgert hat, der findet hier hier eine schöne Sammlung in Bezug auf Dresden. Leider endet das Buch aber auch hier. Eigentlich handelt es sich um mehrere Essays, die als solche jedes für sich durchaus interessant sind, aber etwas ziellos um das oberthema Dresden und Opferrolle kreisen. Die immer etwas wütende und rechthaberische Art des Autors geht mit der Zeit auf die Nerven. Man fragt sich, ob es hier nicht für einen guten Lektor gereicht hat, der ihm etwas hätte helfen können. Die seitenlange Auflistungen von sich widersprechenden Opferzahlen ermüdet und dann fehlt doch dem Leser die eigene Recherche des Autors hierzu. Daß die Schilderungen von Augenzeugen immer kritisch zu überprüfen sind, ist schon lange jedem halbwegs Kundigen klar. Dahinter aber böse, politisch gefärbte Absicht zu vermuten?
bemühtwer sich schon immer über schlampig recherchierte Berichte im Fernsehen, speziell zu geschichtlichen Themen, geärgert hat, der findet hier hier eine schöne Sammlung in Bezug auf Dresden. Leider endet das Buch aber auch hier. Eigentlich handelt es sich um mehrere Essays, die als solche jedes für sich durchaus interessant sind, aber etwas ziellos um das oberthema Dresden und Opferrolle kreisen. Die immer etwas wütende und rechthaberische Art des Autors geht mit der Zeit auf die Nerven. Man fragt sich, ob es hier nicht für einen guten Lektor gereicht hat, der ihm etwas hätte helfen können. Die seitenlange Auflistungen von sich widersprechenden Opferzahlen ermüdet und dann fehlt doch dem Leser die eigene Recherche des Autors hierzu. Daß die Schilderungen von Augenzeugen immer kritisch zu überprüfen sind, ist schon lange jedem halbwegs Kundigen klar. Dahinter aber böse, politisch gefärbte Absicht zu vermuten?
Nicht nur eine Propagandalüge von Goebbels überdauert JahrzehnteThe Great Dresden Swindle
Dieses Werk hat Gunnar Schubert, durchaus bekannt als KONKRET-Autor, lange umgetrieben. Es ist dem Foliant anzumerken, positiv wohlgemerkt. Denn "was ist zu Dresden nicht schon alles geklöppelt, gebatikt und gelyrikt worden"?, fragt Schubert unter der gewagten Kapitel-Überschrift "Der poetische Bombenholocaust". Und nun - so im Geleit der Publikation - "noch ein Buch über die Bombardierung im Februar 1945 auf Dresden? Noch ein Plädoyer für oder wider die Befreiung der Welt von den Deutschen? Noch eine Berechnung der Totenzahlen, der Bombenabwurfmenge, des unermeßlichen Leids derer, die es nicht gewesen sind?".
Nach der Lektüre von Schuberts Buch lautet die Antwort: Es ist keineswegs lediglich 'noch ein Buch' zu Dresden, ein beliebiges schon gar nicht. Denn der Autor nimmt sich detailliert und kenntnisreich vieler der zahlreichen Legenden um die Bombardierung Dresdens an - und widerlegt sie mit dem ihm eigenen schriftstellerischen System Stück um Stück. Letztendlich lässt Schubert nicht viel übrig von den Mythen deutscher Opfer der mittlerweile wieder gern so betitelten "alliierten Terrorangriffe". Übrig bleiben allerdings historische Tatsachen, die einige so vielleicht nicht gern zur Kenntnis nehmen werden wollen. Bedauerlicherweise sind dem Buch indes weder ein Personen-, noch ein Sachregister ergänzend beigefügt worden.
Über 22 Kapitel, untersetzt mit 180 Literaturverweisen und Anmerkungen, spannt Schubert seinen mitunter sprachlich brillanten historischen Bogen. Wobei garantiert nicht alles thematisch Relevante letztlich wohl auch einbezogen werden konnte. Beginnend mit den "Lügen der Zeitzeugen" führt der Autor dabei die Leserin und den Leser über die "Lüge von der unschuldigen Stadt" hin zu den "Lügen der Aufrechner" und lässt dabei die "Tieffliegerlüge" nicht rechts liegen. Über die "Phosphorlüge", die "Atombombenlüge", die "Lüge von der Kunst- und Kulturstadt", die "Lüge von den Mitwissern" sowie die "Totalitarismuslüge" findet der Verfasser schließlich "kein gutes Ende" im "Tal der Erbarmungslosen".
Denn, so Schubert an dieser Stelle: "Wer versucht die Einzelteile des Great Dresden Swindle zu sortieren, gerät in einen tiefen Sumpf von Hörensagen, Behauptungen, Oral History und der Ventilierung dieses schier undurchdringlichen Lügenkonstrukts durch Negationisten, Revisionisten und staatsideologische Propaganda. (...) Inferno, Hölle, der Tod von Dresden. So schreit und heult eine Volksgemeinschaft, zusammengehalten aus der Abwehr von Realität und Argument. Denn es mangelt ihnen, den einzigen, den wahren Opfern, nicht nur an Schamgefühl, sondern auch an Schuldverständnis (...) Die Bombardierungen, das kann nicht oft genug gesagt werden, waren nicht Ursache, sondern lediglich die vorhersehbare Wirkung, dessen, was die Deutschen wissentlich und willentlich verbrochen hatten. Mit der von der Nazi-Propaganda in die Welt gesetzten Lüge von der 'Sinnlosigkeit der Angriffe' verhöhnen Leute wie der Ministerpräsident Georg Milbradt oder der Negationist Andreas Brie die wenigen, die tatsächlich unschuldig starben".
Der Autor betreibt, dies sei keineswegs verschwiegen, in seinem Werk darüber hinaus unter anderem auch einen kleinen Exkurs "Was vom Antifaschismus in der DDR übrigblieb" und betrachtet den gesamtdeutschen 13. Februar in einer "Chronologie von der Wiedervereinigung bis heute" - so zusammengefasst von aufmerksamen Beobachtern Dresdner Ereignisse allerdings für inhaltlich noch ergänzenswert gehalten. Die Lektorin Schuberts, Marit Hofmann - von ihm ironisch als "langjährige Führungsoffizierin" vorgestellt - steuert dem Werk einen unbedingt nicht zu vernachlässigenden Gastbeitrag "Der Tod ist ein Meister aus Dunkeldeutschland - Denkmalpflege auf sächsisch" bei.
"Weder will der Autor eine neue religiöse Sonderbewegung initiieren, noch hofft er, den Unbelehrbaren, den Menschenfeinden innerhalb und außerhalb der Stadt, zu Einsichten zu verhelfen. Es ist in seiner Unvollständigkeit der Versuch, 'Dresden' aus der isolationistischen Sicht herauszuholen und für ein wenig Gedankenfreiheit zu sorgen", so das postulierte Credo des Autoren. Bei diesem durchaus als gelungen zu resümierenden Versuch überlässt es Schubert zudem auch keinen Mutmaßungen, seine eigenen politischen Ambitionen betreffend: "Erst wenn man der Lüge von der unschuldigen Stadt ein Ende bereitet, wird man denen gerecht, die wirklich unschuldig umkamen: Verfolgte des Naziregimes, Kriegsgefangene, Kinder".
Gunnar Schubert lebt schon viele Jahre in besagter Stadt an der Elbe - mithin "in der weltlichen Vorhölle, dem Sendegebiet des MDR" - und beweist sich mit diesem Werk als profunder Kenner der 'Dresden'-Materie. Sein Buch widmet er "denen, die gegen Deutschland und diese Deutschen, die es ihnen nie vergessen werden, gekämpft haben". Eine Veröffentlichung, die weit über Dresden hinaus berechtigte Aufmerksamkeit erregen dürfte.
Brockhaus-1911: Schubert [2] · Schubert
DamenConvLex-1834: Unschuld · Schubert, Franz
Eisler-1912: Schubert-Soldern, Richard von · Schubert, Johannes · Schubert, Gotthilf Heinrich von
Herder-1854: Unschuld · Schubert [1] · Schubert [3] · Schubert [2]
Kirchner-Michaelis-1907: Unschuld
Lueger-1904: Verfahren Schubert-Borsig
Pagel-1901: Unschuld, Paul · Schubert, Paul · Schubert, Joseph
Pataky-1898: Schubert, Margarete · Schubert-Feder, Cläre · Schubert, Joh. Juliane · Schubert, Frl. Hermine · Schubert, Hanna