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gewohnt gute QualitätDies ist der siebte Band aus der 10 Bände umfassenden Krimi-Serie um den schwedischen Komissar Beck - so steht es auf dem Einbandtext.... Was nur die halbe Wahrheit ist: Die Krimireihe zeichnet sich dadurch aus, dass kein überhöht dargestellter einzelner Held den Plot bestimmt, sondern - recht realitätsnah wie ich finde - dargestellt wird, dass zu einem polizeilichen Ergebnis meist verschiedene Mitglieder der Ermittlungsgruppe ihren Teil beitragen. Dabei gelingt es den Autoren, neben Beck auch die anderen Hauptfiguren, allen voran Gunvald Larsson, als interessante Charaktere zu beschreiben, sodass der Leser der Krimiserie sich für deren Persönlichkeit und Erlebnisse genauso wie für die Hauptperson Beck interessiert.
Es geht um den Mord an einem Polizisten, der sich aufgrund seines harten und sadistischen Charakters viele Feinde geschaffen hat. Ausgehend von Schreibtischermittlungen sehen die Kriminalisten sich plötzlich mit einem gefährlichen Showdown konfrontiert. Charme erhält der aus dem Jahre 71 stammende Roman auch dadurch, dass er aus einer Zeit stammt, die man vielleicht als durch linke Aufbruchsstimmung und "Sozialkritik" geprägt charakteresieren könnte und die heutigen Strömungen entgegengestzt ist. Hier wird der Wunsch, "den Terror zu beenden" noch als "alter, abgedroschener Ausdruck" bezeichnet...würde man heute wohl nicht so schreiben. Wohltuend ist der Sprachgebrauch der Autoren, der auch in der deutschen Übersetzung geschliffen rüberkommt. Hier könnten sich manche amerikanische Erfolgsautoren und deren Übersetzer einiges abschauen.
wie immer gelungenIch hab zu diesem Buch schon eine Rezension geschrieben, leider ist diese wohl in den Weiten des Webs verloren gegangen. Ich versuche halt noch einmal - jetzt mit etwas zeitlichem Abstand von der Lektüre - meine Eindrücke wiederzugeben:
Was die Krimireihe der beiden schwedischen Autoren auszeichnet ist zum einen die realistische Beschreibung von polizeilicher Ermittlungsarbeit. Dabei kommt keineswegs Langeweile auf, wenn zum Beispiel beschrieben wird, dass viel Arbeit unspektakulär am Schreibtisch ausgeführt wird. Auch wenn die Krimireihe allgemein als die "Komissar-Beck-Reihe" bezeichnet wird, gelingt es den Autoren, den Mitgliedern des Teams soviel Charakter und Persönlichkeit zu geben, dass der Leser sich auch für das Schicksal dieser Personen und deren Eigenheiten (speziell Gunvald Larson) genau so interessiert wie für Beck und auch die anderen Protagonisten neben Beck der Reihe ihren Stempel aufdrücken und deren Erscheinungsbild prägen. Charme erhält die aus den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts stammende Reihe zudem, weil stets ein gesellschaftlicher Bezug gegeben ist und deutlich wird, dass damals ganz andere (linksliberale) Strömungen an Bedeutung gewannen als heute (eher konservative die persönliche Freiheit einschränkende), wobei auch die zu verändernde Wirklichkeit damals (eher konservativ bis reaktionär) eine andere als heute (noch vergleichsweise liberal) war. Ich denke dies betrifft keineswegs nur die Historie der schwedischen Gesellschaft.
Zum konkreten Fall: Ein Polizist ist auf brutale Weise niedergemetzelt worden. Bald ist klar, dass er einen sadistischen Charakter hatte und deshalb damit zu rechnen ist, dass es an Feinden nicht mangeln dürfte. Es konkretisiert sich zwar ein bestimmter Verdacht, doch zu spät, um weiteres Blutvergießen und ein dramatisches Finale, in welchem die Schreibtischermittlung von purer Action abgelöst wird, verhindern zu können.
Jedenfalls war es eine gute Idee des Verlages, diese herausragende Krimireihe, die sich zudem durch hervorragenden Gebrauch der Sprache bei beanstandungsfreier Übersetzung auszeichnet, neu aufzulegen.
Der Sadist bekommt die Quittung - aber sein System bleibt...Im Krankenhaus wird der pensionierte Polizist Stig Nyman niedergemetzelt, der dort als Patient liegt. Vom Täter fehlt jede Spur. Man weiß nur, dass er mit einem Seitengewehr umgehen kann... Martin Beck und seine Kollegen bekommen schnell heraus, dass viele Menschen ein Motiv hatten, um Nyman umzubringen: Bei der Polizei und auch in der Bevölkerung stand er zu Recht im Ruf eines Leuteschinders und Sadisten. Er hatte Macht genug, Karrieren, ja sogar ganze Existenzen zu ruinieren -- und das tat er auch. Da es vorerst keinen anderen Anhaltspunkt gibt, geht Einar Rönn den vielen alten Beschwerden über Nyman nach, die im Archiv des Ombudsmannes lagern. Er wird fündig: Es gibt jemanden, der allen Grund hatte, sich an Nyman zu rächen. Rönn macht sich zusammen mit Martin Beck auf den Weg, um den Verdächtigen zu vernehmen, da kommt die Nachricht, dass jemand mitten in Stockholm vom Dach eines Hochhauses aus mit einem MG auf Polizisten schießt. Martin Beck entschließt sich zu einer spektakulären Maßnahme, um ein Blutbad zu verhindern...
Auch mit dem siebten Band der Martin-Beck-Krimis haben Maj Sjöwall und Per Wahlöö nicht nur einen spannenden Krimi vorgelegt. Deutlicher noch als in den vorangehenden Bänden spielt hier die schwedischen Gesellschaft Ende der 1960er Jahre eine Rolle; hinter der liberalen Fassade brodelt es gewaltig, und im Polizeiapparat geht es längst nicht so liberal zu, wie man die Menschen glauben machen will: Man hat es eher mit einem (reaktionären) Staat im Staate zu tun, während die Gesellschaft immer zynischer wird. Leider lassen Sjöwall/Wahlöö in dieser Hinsicht nicht allein ihren Roman wirken, denn was Rönn im Archiv zutage fördert, ist mehr als beklemmend. Ihre Autorenkommentare hingegen stören bei diesem Band erheblich, denn sie rekapitulieren eigentlich das, was die Krimihandlung ohnehin zeigt.
Neben den gesellschaftskritischen Momenten spielt bei den Krimis von Sjöwall/Wahlöö aber auch noch eine Rolle, dass die Ermittler keine Superhirne sind, sondern gewöhnliche Polizeibeamte mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen, die der Handlung ihren eigenen Reiz geben. In "Das Ekel aus Säffle" steigern die Autoren diesen Reiz noch, indem sie die gerade die Kommissare zusammenarbeiten lassen, die nicht allzu gut "miteinander können". Während die beiden extravertierten und einander herzlich unsympathischen Kollberg und Larsson die Situation ganz gut meistern und sich sogar ein wenig näherkommen, haben es ihre introvertierten Gegenstücke Beck und Rönn nicht so leicht miteinander -- hier ermitteln zwei fähige Kommissare, die sich überhaupt nicht verstehen und von einem Missverständnis zum nächsten stolpern.
"Das Ekel aus Säffle" ist sicher einer der düstersten Bände der Reihe um Martin Beck, aber auch einer der spannendsten. Die Romanhandlung findet fast in Echtzeit statt, und wie Sjöwall/Wahlöö die völlig übermüdeten Ermittler gegen die Uhr anrennen lassen, ist ein Prunkstück des Genres.
Der Sadist bekommt die Quittung - aber sein System bleibt...Im Krankenhaus wird der pensionierte Polizist Stig Nyman niedergemetzelt, der dort als Patient liegt. Vom Täter fehlt jede Spur. Man weiß nur, dass er mit einem Seitengewehr umgehen kann... Martin Beck und seine Kollegen bekommen schnell heraus, dass viele Menschen ein Motiv hatten, um Nyman umzubringen: Bei der Polizei und auch in der Bevölkerung stand er zu Recht im Ruf eines Leuteschinders und Sadisten. Er hatte Macht genug, Karrieren, ja sogar ganze Existenzen zu ruinieren -- und das tat er auch. Da es vorerst keinen anderen Anhaltspunkt gibt, geht Einar Rönn den vielen alten Beschwerden über Nyman nach, die im Archiv des Ombudsmannes lagern. Er wird fündig: Es gibt jemanden, der allen Grund hatte, sich an Nyman zu rächen. Rönn macht sich zusammen mit Martin Beck auf den Weg, um den Verdächtigen zu vernehmen, da kommt die Nachricht, dass jemand mitten in Stockholm vom Dach eines Hochhauses aus mit einem MG auf Polizisten schießt. Martin Beck entschließt sich zu einer spektakulären Maßnahme, um ein Blutbad zu verhindern...
Auch mit dem siebten Band der Martin-Beck-Krimis haben Maj Sjöwall und Per Wahlöö nicht nur einen spannenden Krimi vorgelegt. Deutlicher noch als in den vorangehenden Bänden spielt hier die schwedischen Gesellschaft Ende der 1960er Jahre eine Rolle; hinter der liberalen Fassade brodelt es gewaltig, und im Polizeiapparat geht es längst nicht so liberal zu, wie man die Menschen glauben machen will: Man hat es eher mit einem (reaktionären) Staat im Staate zu tun, während die Gesellschaft immer zynischer wird. Leider lassen Sjöwall/Wahlöö in dieser Hinsicht nicht allein ihren Roman wirken, denn was Rönn im Archiv zutage fördert, ist mehr als beklemmend. Ihre Autorenkommentare hingegen stören bei diesem Band erheblich, denn sie rekapitulieren eigentlich das, was die Krimihandlung ohnehin zeigt.
Neben den gesellschaftskritischen Momenten spielt bei den Krimis von Sjöwall/Wahlöö aber auch noch eine Rolle, dass die Ermittler keine Superhirne sind, sondern gewöhnliche Polizeibeamte mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen, die der Handlung ihren eigenen Reiz geben. In "Das Ekel aus Säffle" steigern die Autoren diesen Reiz noch, indem sie die gerade die Kommissare zusammenarbeiten lassen, die nicht allzu gut "miteinander können". Während die beiden extravertierten und einander herzlich unsympathischen Kollberg und Larsson die Situation ganz gut meistern und sich sogar ein wenig näherkommen, haben es ihre introvertierten Gegenstücke Beck und Rönn nicht so leicht miteinander -- hier ermitteln zwei fähige Kommissare, die sich überhaupt nicht verstehen und von einem Missverständnis zum nächsten stolpern.
"Das Ekel aus Säffle" ist sicher einer der düstersten Bände der Reihe um Martin Beck, aber auch einer der spannendsten. Die Romanhandlung findet fast in Echtzeit statt, und wie Sjöwall/Wahlöö die völlig übermüdeten Ermittler gegen die Uhr anrennen lassen, ist ein Prunkstück des Genres.
Wie immer ein toller Beck-Fall!Kurz zum Inhaltstext: Stig Nyman, ein pensionierter Polizist und einst als "Schleifer" gefürchtet, wird im Krankenhaus auf brutale Art und Weise ermordet. Ein später Racheakt eines seiner Opfer? Was wie ein Routinefall beginnt, wirbelt innerhalb des Polizeiapparates gehörig Staub auf und droht dann in einer Katastrophe zu münden... Gelingt es Kommissar Martin Beck und seinen Kollegen, das Verhängnis aufzuhalten?
Ein spannendes Hörspiel mal aus einem etwas anderen Hörspielverlag. Super gemacht, nur die Musik ist ein wenig aufdringlich. Das ganze aber ein Muß für alle Beck-Fans. Leider gibt es ja nicht alle Beck-Fälle als Hörspiel. Dies ist übrigens der 7. Fall aus der Beck-Reihe. Die Cassette befindet sich in einer DVD-ähnlichen Hülle. Sicherlich hätte das Hörspiel mit 55 Minuten etwas länger ausfallen können. So wären noch mehr Details aus dem Buch eingeflossen. Alles in Allem ab Super!