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Sie weiß, wie sie von einem reichen Verehrer fünfzig Dollar für die Toilette kriegt, ohne sich klein zu machen. Sie weiß, wie man eine gute, laute Party feiert. Und sie weiß, was hilft, sobald sie das »rote Grausen« überfällt, diese unbestimmte Angst vor der Welt: ein Abstecher zu Tiffany's. Steht sie erst vor der prächtigen Auslage des Juweliers an der Fifth Avenue, kann ihr nichts und niemand mehr etwas anhaben. Und es ist nicht immer leicht, Holly Goligthly zu sein, achtzehn Jahre alt, so charmant wie hübsch und hungrig auf alles, was noch kommen soll. »Eine liebenswerte Irre«, wie ihr Agent sagt, der sie einst auflas, als sie noch das dürre, naive Mädchen aus der Provinz namens Lullamae war, geflüchtet in die Metropole New York, das große, glitzernde Versprechen. Wer es dort schaffen will, auch das hat Holly verstanden, muss leichtfüßig durchs Leben tänzeln, darf sein Herz nicht an Dinge und Menschen hängen, seinem Kater keinen Namen geben und muss immer auf alles gefasst sein. Nur mit einem hat sie nicht gerechnet: dass sie sich ausgerechnet in einen unbekannten Schriftsteller verlieben würde, der ebenso mittellos und abhängig von fremder Gunst ist wie sie und auch noch ohne festen Platz in diesem verrückten Spiel.
Frisches Buch nach 50 JahrenTruman Capote (1924 - 1984) muss man nach dem preisgekrönten Film aus dem Jahre 2005 nicht mehr vorstellen. Der kurze Roman erschien 1958 und wurde nun im letzten Jahr in Zürich neu verlegt. Die berühmte Verfilmung aus dem Jahre 1961 mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle kann man getrost vergessen - das Buch strotzt vor Frische und Frechheit, auch noch nach 50 Jahren. Das muss man Capote lassen - er hat keine einzige langweilige Zeile geschrieben. Aber die Geschichte um Holly Golithly, vom Autor aus dem Rückblick erzählt, birgt mehr als flotte Action - die Suche nach Nähe und Beständigkeit, nach Selbstverwirklichung und Ehrlichkeit in einer tief korrupten und sich dauernd wandelnden Welt. Man kann die Kapriolen, die Holly mit und ohne den unerfahrenen Ratgeber und schüchternen Möchtegern-Schriftsteller, Mitbewohner und treuen Freund macht, für sich alleine geniessen. Man kann allerdings auch die Biografie von Capote mit einbeziehen und die trostlose Suche nach einem Nest (er wuchs bei seiner Grossmutter auf) an den verschiedensten Stellen durchschimmern sehen, mitunter gespiegelt in der quirligen Person von Holly Golithly.
Eine Figur, die man nicht mehr vergisstCapote hat mit Holly Golightly (mit dem bezeichnenden Zusatz: „Auf Reisen" an ihrer Tür) eine Figur geschaffen, die wir sofort auf besondere Weise lieben - so wie es die Helden in dem Buch auch tun:„Jedenfalls klingelte sie nicht mehr bei mir. Ich vermisste das, und als die Tage dahinschwanden, begann ich ihr gegenüber eine gewisse weithergeholte Gekränktheit zu empfinden, als würde ich von meinem engsten Freund vernachlässigt." Ein älterer Herr wiederum meint:„ Klar habe ich sie geliebt. Aber es war nicht so, dass ich sie anrühren wollte ... Man kann jemand lieben, ohne dass es so sein muss. Man hält sie fern von sich, fern und doch vertraut." Zu der besonderen Anziehungskraft von Holly gehört natürlich ihre Lebensweise, die bekanntlich auf die Fromel gebracht ist:„Frühstück bei Tiffany"- und inzwischen als feststehende Wendung in Popsongs auftaucht (andere nennen das beispielsweise: „Auf der Kanonenkugel reiten"). Kurz: eine Figur, die man nicht mehr vergisst.
Den Film kennt man, aber auch das Buch ist lesenswert!Holly Golightly hat viele Seiten und jede an ihr ist sympathisch: Wir begegnen der Freiheitsliebenden, die zugleich auf der Suche ist nach jemanden, der sie in den Arm nimmt, hält und beschützt. Sie, die keinen an sich binden will, deshalb auch dem „Kater" keinen Namen gibt. „Niemand gehört einem anderen!" Wir treffen auf die naive Holly, die zum Spielball der Unterwelt wird, indem sie als Wetterbericht getarnte Nachrichten an den in Haft sitzenden, Gangsterboß weitergibt und von ihm entgegennimmt. Wir erleben das kleine Mädchen vom Lande, das Geborgenheit, Sicherheit und die große Liebe sucht. Deren Wunschtraum es ist eine Familie zu haben. Ein wenig davon bekommt sie durch den neuen Mieter, den sie sofort „Fred", nach ihrem Bruder, nennt. Bei ihm kann sie sich fallenlassen, echt sein und braucht keine Rolle zu spielen. Und vor allem ist da die entzückende Holly, der kein Mann widerstehen kann. Selbst den von ihr genervten Japaner, weil sie zu jeder Zeit bei ihm klingelt wenn sie ihren Hausschlüssel vergessen hat, kann sie immer wieder um den Finger wickeln. Und manchmal ist Holly depressiv. Dann kommt die Erkenntnis, daß sie ja eigentlich sehr allein und einsam ist und man doch endlich wissen sollte wohin man gehört.Beim Lesen entdeckt man die verschiedenen Charaktere der zauberhaften Holly und hat nur noch einen Wunsch, ihr das geben zu können, was sie sucht. Aber was ist das eigentlich? Bei Holly, die die meiste Zeit fast manisch und ein anderes Mal schwer depressiv wirkt, fragt man sich wie lange sie noch die Lebenslustige, Unermüdliche spielen kann. Wann kommt der Zusammenbruch? Wird sie einen Halt finden oder vielleicht gar im Selbstmord enden? (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Die blonde Audrey HepburnIch bin ein großer Fan des Filmes (Breakfast at Tiffanys mit Audrey Hepburn), der meiner Meinung nach in jeder Hinsicht gelungen ist. Umso mehr war ich natürlich gespannt, die traditionellerweise bessere Literaturversion zu lesen.
Das Buch, dass im Übrigen auch noch drei weitere Kurzgeschichten beinhaltet, die allesamt recht gelungen sind, einzig die Weihnachtsgeschichte reißt in positiver Hinsicht aus, beginnt mit einem Erzähler, ähnlich dem Film, der im Buch jedoch namen- und gesichtslos bleibt, der eine Episode aus seinem Leben nachzeichnet. Er erzählt von einem wunderlichen hübschen Mädchen, dass er in seinem Wohnhaus kennenlernte und das ihm in Bälde den Kopf verdrehen sollte, ihr Name: Holly Golightly, ein zartes blondes (!) 18-jähriges Mädchen, dass sich von gutbetuchten älteren Männern für das zur Toilette gehen bezahlen lässt. Sprich eigentlich nur dank ihrem Äußeren über die Runden kommt und somit auf der Suche nach einem reichen Erben ist, der sie vor dem "Grauen" bewahren soll vor dem sie vor langer Zeit geflohen ist.
Ihre Geschichte handelt von Freiheit und Angst vor dem sesshaft werden, selbst ihre Katze nennt sie nur Kater, da sie sich kein Recht zugesteht ihn an sich zu binden. Und so lebt sie nun in den Tag hinein.
Charmant und immer witzig, wird sie von unserem Erzähler geschildert und mit der Zeit formt sich nun auch wieder das Bild von Audrey Hepburn aus dem gleichnamigen Leinwandklassiker, nur eben in Blond (Capote hatte Marilyn Monroe als Besetzung im Sinn).
Und auch das Ende ist ein Anderes, manch einem wird das etwas Aufstoßen, denn es kostet das Buch viel an Süße, doch dafür entschädigt Capote einen mit einem traumhaften Stil und einer auch in dieser Form unvergesslichen Romanfigur.
Das vielleicht kürzeste Lesevergnügen des Jahrhunderts.
Das Buch ist SUPER, der Erzähler grausam!Hier ließt Christian Kracht eines meiner liebsten Geschichten - und obwohl ich diesen Herrn nicht kenne und ihm beim besten Willen nichts Böses will, seine Interpretation des Textes ist FURCHTBAR!
Sorry für ihn!
Er ließt diese Geschichte, als sei er selbst in tiefster Depression oder als wäre er ein 15jähriger Schüler, dessen Stärke nun gerade NICHT das VORLESEN ist... - nur schade, dass man ausgerechnet IHM dieses Buch zur Vertonung gegeben hat!
Man glaubt beim Zuhören, er lese NUR für sich selbst, ja fast lustlos - nicht jedoch für einen Zuhörer, dem er diese Geschichte näher bringen möchte.
Die Geschichte kommt durch seine Interpretation völlig tonlos und voller Trauer daher - selbst die Dialoge von Holly spricht er tot und nicht so, wie man sie sich beim Lesen vorstellt oder wie man sie aus der Verfilmung mit Audrey Hepburn kennt.
SO SCHADE!
Ich höre sehr gerne Hörbücher, aber so etwas ist mir noch nie unter die Ohren gekommen! Hier zuzuhören strapaziert bis an die Haarspitzen!
Ich bekam dieses Hörbuch zum Geburtstag geschenkt und habe mich diebisch darüber gefreut - und dann DAS!
Ich hoffe, dass dieses Buch noch einmal als Hörbuch vertont werden wird, aber dann von einer Person gelesen, deren Stimme Charisma und Leben besitzt, damit dem Zuhörer die Bilder der Geschichte durch den Kopf schwirren und er sich genüsslich dem hingeben kann, was Truman Capote einst geschrieben hat!
Für das alleinige LESEN hätte diese CD nicht EINEN EINZIGEN Stern verdient, aber da es eine meiner liebsten Geschichten ist, gebe ich für die GESCHICHTE und die Idee des Verlags, es als Hörbuch überhaupt herauszubringen wenigstens 2 Sterne!
Brockhaus-1911: Petro Bei · Bei
Herder-1854: Bei · Riala-Bei · Aderlassen bei Obstbäumen · Ali Bei
Lueger-1904: Querschnittsmaße bei der Eisenbahn · Ballastgewichte bei Brücken
Meyers-1905: Frühstück · Reichskommissare bei den Seeämtern · Mavroyeni Bei · Nahrungswechsel bei Tieren · Schuster, bleib bei deinem Leisten! · Voll und bei! · Wert bei Verfall · Selbstmord bei Tieren. · Selbstverstümmelung bei Tieren · Feldmark bei Wesel · Fleischgenuß bei den Juden · Abdullah Bei · Bei · Ghalib Bei · Hamdi Bei · Französische Stellung bei Pferden · Galib Bei
Pierer-1857: Capote · Frühstück · Riala-Bei · Rheinfall bei Schaffhausen · Abdul-Hamid-Bei · Voll u. bei · Schout-bei-Nacht · Lucca, bei den Römern · Bei · Allenfalls bei Herrn N. R. · Bei offener Lade · Einsiedler bei St. Johannes · Egg bei Puppetsch