Rammstedt, Tilman

Wir bleiben in der Nähe

Wir bleiben in der Nähe
  • Verlag: Kein & Aber
  • Erscheinungsdatum: 2006-09-01
  • Format: Audio CD
  • ISBN: 3036911731
  • EAN: 9783036911731
  • Amazon.de Verkaufsrang: 570.908
Bestellen Sie über obige Links! Sie fördern dadurch die Digitalisierung weiterer Bücher, da Zeno.org eine Provision von dem Sponsor erhält. Wann immer Sie etwas bestellen möchten - prüfen Sie vorher die Millionen von Angeboten, die im Zeno.org-Shop beschrieben sind. Bookmarken Sie die Einstiegsseite in den Zeno.org-Shop für spätere Gelegenheiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Beschreibung von buecher.de

Felix, Konrad und Katharina waren mal Freunde, aber irgendwann lief das nicht mehr. Nach Jahren bekommen Felix und Konrad Post. Eine Einladung: Katharina heiratet irgendeinen Tobias. Sie machen sich auf, um sie vor einem schlimmen Fehler zu retten. Bloß will Katharina sich nicht retten lassen. Also entführen sie sie, in ein Haus an der französischen Atlantikküste. Und jetzt?

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Titel, gemeinhin als beruhigende Versicherung fürsorglicher Eltern an ihre ängstlichen Kinder gedacht, gewinnt in Tilman Rammstedts Werk eher bedrohlichen Charakter. „Lernt, loszulassen“, möchte man Felix und Konrad gerne therapeutenhaft zurufen, „klammert nicht so!“ Eine simple Einladung hatte den Jugendtraum der Freunde zum Platzen gebracht. Katharina, die frühere Jugendfreundin und Teilzeitgeliebte, war im Begriff, einen gewissen Tobias zu heiraten. Dass hier etwas zusammenwuchs, was garantiert nicht zusammengehörte, für Felix und Konrad wird es zur fixen Idee. So einfach ließen sie sich nicht abschütteln! Die Lebenswege der drei hatten sich allmählich auseinander entwickelt. Nun geriert sich der renitente Felix als bewahrende Kraft. Er überredet den zögerlichen Konrad, zu Katharina nach Hamburg zu reisen, um ... ja, was eigentlich? Sie zur Umkehr zu bewegen? Die alten Zeiten heraufzubeschwören um sie auf immer festzuhalten? In einer lächerlichen Slapsticknummer lauern die beiden, idiotischen Hobbyschnüfflern gleich, Katharina in einem Supermarkt auf. Die, unerwartet cool, lässt die alten Freunde bald noch älter aussehen. Im Gegensatz zu ihnen scheint Katharina im Leben angekommen zu sein. Zum Schlussakt finden wir uns in einem Haus an der französischen Atlantikküste wieder. Mit Hilfe von Schlaftabletten und Tobias' Wagen haben die selbsternannten Erziehungsberechtigten Katharina hierher entführt. Hier soll ihr klargemacht werden, dass ein richtiges Leben im Falschen nicht möglich sei, sollten die gemeinsamen Träume wieder zum Leben erweckt werden. Doch wie sahen diese Träume aus. Über ein hilflos stammelndes „alles sollte eben irgendwie anders werden“ kommt auch Ich-Erzähler Felix nicht hinaus. Rammstedt zeichnet ihn als dauerphilosophierenden, von den Zumutungen eines Lebens, das nicht hielt, was es versprach, früh Versehrten. Doch klare Atlantikluft schafft klare Verhältnisse. Die kluge Katharina erkennt, dass die veränderungswütigen Freunde lediglich das Gestern herbeisehnen, während sie selbst den Auf- und Ausbruch wagte. Sie stellt ihre "Entführer" vor die alles entscheidende Frage! --Ravi Unger

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Christiane Attig fanden 28 von 30 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Melancholie und grotesker Humor perfekt vereint!

Alles beginnt mit Hochzeitseinladungen. So hören Felix, Ich-Erzähler in Tilman Rammstedts neuem Roman "Wir bleiben in der Nähe", und sein ehemals bester Freund Konrad nach drei jahren erstmals wieder von ihrer Freundin Katharina. Sofort ruft Felix Konrad an. Auch die beiden haben seit drei Jahren kein Wort gewechselt. Einstmals waren die Drei unzertrennlich, hatten Luftschlösser gebaut und Zukunftspläne gemacht, wer wann wie zuerst heiraten würde, und jetzt das - Katharina würde heiraten, als erste, dabei war die Position doch für Felix vorgesehen. Für ihn klingt das alles nach Verrat, und so trifft er eine Entscheidung: Katharina muss entführt werden. Nach anfänglichem Zögern ist Konrad dabei, doch was als Spaß und Abenteuer geplant war, entwickelt sich zur Katastrophe: Katharina ist sauer, redet nur das Nötigste mit den beiden und selbst die aufs wesentliche komprimierte Konversation erscheint erwzungen und für alle Beteiligten höchst unangenehm.Dem Autor ist es meisterlich gelungen, das Gefühl einer verloren gegangenen Freundschaft einzufangen: man hat sich nichts mehr zu sagen, versucht sich an Erinnerungen zu klammern und bekommt immer wieder vor Augen gehalten, dass es niemals wieder wie früher sein wird. Dies alles verpackt Rammstedt in eine amüsante, atemlose, aber immer mit einer Grundmelancholie versehene Sprache, die soviel Wahrheit in sich trägt, dass man jeden Satz mit höchster Aufmerksamkeit liest, aus Angst, auch nur das kleinste Detail zu verpassen. "Man möchte Rammstedt ständig zitieren", schreibt die Frankfurter Rundschau im Klappentext. Dass das stimmt, zeigt beispielsweise folgendes Zitat: "Wir liefen, bis wir das Meer erreicht hatten [...], und ich setzte an, um etwas zu sagen, etwas Großes am besten, etwas Entscheidendes, etwas, das der Ausnamhesituation endlich gerecht würde; es dürfte ruhig etwas pompös ausfallen, das wäre nicht schlimm, der Wind würde es sofort verwehen und nichts stände im Raum. Doch mir fiel nichts ein, beim besten Willen nicht, aber da ich schon einmal angesetzt hatte, musste ich auch auf jeden Fall etwas sagen, ich fragte: 'Ist das eigentlich der Atlantik?', und der Wind verwehte es sofort, auch Konrads 'Ja' verwehte er, nur bei Katharina hatte er wieder einmal nichts zu tun, blies ihr nur ein paar Haarsträhnen ins Gesicht, die sie sich dann hinters Ohr strich, auch wenn sie dort nicht hielten [...]."Man ahnt, dass die Einladung nicht nur Beginn ist. Sie ist ebenso Abgesang auf etwas, das sich nicht mehr greifen lässt, als auch schleichender Neuanfang. Tilman Rammstedt, u.a. mit dem Rheinischen Kulturförderpreis und dem Kasseler Literaturförderpreis für grotesken Humor ausgezeichnet, ist mit diesem Roman ein wunderbares Stück philosophischer, poetischer, aber auch unterhaltsamer Literatur gelungen.

Diese Rezension von Zeilendealerin.de fanden 5 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine berauschende, vielschichtige Sprache

Der Autor begeistert mich mit der Bildhaftigkeit seiner Sprache immer wieder aufs Neue. Die Vielseitigkeit und Varianz seiner Wortwahl ist unvergleichlich und weckt im Leser das Bedürfnis, jedes Wort, jeden Satz genau zu lesen, um nichts zu verpassen. Beinahe jeder Satz kann für sich allein stehen. Rammstedt benötigt in seinem Werk keine große, weitschweifende Handlung. Seine Königsdisziplin ist das Wort. Das einzelne Wort in immer wieder neuen, überraschenden, witzigen Abwandlungen. Dadurch entsteht eine Tiefe in der Geschichte, die keine Knalleffekte benötigt. Das Innereste eines Menschen wird beleuchtet, ausgeleuchtet. Seine Gedanken, Gedankengänge, Gedankenschlangen. Bei Rammstedt macht das Lesen einfach wieder Spaß. Ein fantastischer Erzähler.

Diese Rezension von blauhaj@volny.cz fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Man muss sich darauf einlassen

Mal lesen, dachte ich, was der Gewinner des Bachmann-Preises 2008 da so zu bieten hat.

Und dann das: Wie kann man eine Geschichte schreiben, in der der Ich-Erzähler (Felix) im ersten Kapitel grübelnd, aber ratlos am Meer steht, und im letzten, dem 19. Kapitel, steht er dort noch immer (fast) ohne Ergebnis?

Na gut, dass Felix' Hirn nicht nur Allerweltsgedanken produziert, zeigt schon der erste Satz des Romans: >Auch das Meer ist nicht gut in Entscheidungen.< Eigentlich sollte man als Leser schon hier seine Wahl treffen, ob man sich auf so etwas einlassen möchte oder nicht.

Viel passiert wirklich nicht. Wer Action im Sinne von James Bond liebt, wird gewiss nicht auf seine Kosten kommen. Und wer einen Ratgeber für das eigene Leben erwartet, auch nicht.

Zu fesseln vermag die Geschichte erst, wenn man sich auf Felix' Art zu denken (und zu fühlen) eingelassen hat: >Das Meer muss aber auch gar nichts entscheiden, ich muss etwas entscheiden, und dabei ist das Meer keine große Hilfe.<

Interessant - und amüsant - ist aber vor allem die Bandbreite von Felix' Gedanken, seine akribische Verweigerung, sich auf inhaltsarme Redensarten einzulassen (>Um es kurz zu machen, ja.Und um es lang zu machen?[...] wenn da dann plötzlich eine Nichte auftaucht, dann fragt man sich leicht, wovon man sonst alles nichts weiß, [...] ob Konrad vielleicht sogar eigene Kinder hatte, [...] ob Konrad überhaupt sein richtiger Name war.<)

Die Ironie des Autors macht das Lamento des Protagonisten erst erträglich, und so entsteht - wenn man sich mit Muße darauf einlässt - tatsächlich eine kurzweilige Geschichte daraus. Man wird nach der Lektüre die Welt nicht besser verstehen als vorher, aber man kann ein paar recht vergnügliche Stunden verbracht haben...

Diese Rezension von Carl-heinrich Bock fanden 6 von 9 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Geschichte vom Auf- und Ausbruch

Rammstedt ist ein sehr sympathischer junger Autor, der bisher nur Erzählungen geschrieben hat. Jetzt erscheint sein erstes Buch, ein Roman, der die 90 er Jahre beschreibt. Zum Plot: Drei Freunde, zwei Jungen, Felix und Konrad und ein Mädchen, Katharina. Beide Jungen sind in dieses Mädchen verliebt. Sie erwidert diese Zuneigung nur sehr verhalten. In den Beziehungen geht es so hin und her, doch sie beschließen, wenn wir schon dereinst in verschiedenen Städten leben und studieren müssen, dann darf keiner von uns heiraten, ohne die anderen vorher zu benachrichtigen. Und wenn überhaupt geheiratet wird, dann soll Felix der erste sein. Im Losverfahren fällt diese Entscheidung. Aber so einfach lässt sich das Leben nicht ferngesteuert dirigieren.Katharina lebt seit einiger Zeit in Hamburg, dann kommt von dort, wie aus heiterem Himmel, eines Tages eine Hochzeitsanzeige, in der sie zur Hochzeit mit einem unbekannten Tobias einlädt. Der widerspenstige Felix überredet Konrad, zu Katharina nach Hamburg zu reisen, um sie zur Umkehr zu bewegen. Sie wollen den geplanten Ausbruch einfach nicht zulassen, wollen mit aller Gewalt die guten alten Zeiten wieder aufleben lassen.Sie treffen Katharina, die allerdings auf das Ansinnen nüchtern-sachlich reagiert. Da hilft dann den Freunden nur eines. Ein Schlafmittel in den Wein und anschließend eine Entführung in ein kleines Ferienhaus an der französischen Atlantikküste. Als Kathrina dort aufwacht, stellt sie leidenschaftslos die Frage nach den Bedingungen, die dieser Entführung zu Grunde liegen. Konkrete Bedingungen haben die beiden natürlich nicht. Sie wollen nur klammern, nicht loslassen, wollen sie davon überzeugen, dass sie zusammen gehören.

Und dann beginnt der Ich-Erzähler Felix seine Träume mit Leben zu versehen. Er reflektiert und meint, wir könnten doch ein Haus renovieren, wir könnten gemeinsam nach Öl bohren, wir könnten uns irgendwelchen Freiheitskämpfern anschließen, wir könnten damit beginnen Menschen im Namen Jesu zu retten, wir könnten etwas tun, was das Gefühl vermittelt, nützlich und unentbehrlich zu sein. Wir könnten…..

Die gescheite Katharina resümiert und stellt fest, dass Felix und Konrad nur das Gestern herbeisehnen, sich dabei aber nicht im Klaren sind, wie sie mit den eigenen Gefühlen umgehen sollen.Das Hauptthema sind die Ratlosigkeit, wo es lang gehen soll, und das Suche nach einem Lebens zwar mit den richtigen Leuten, das aber eigentlich im wahren Leben nie hielt, was es verhieß, weil man das Gefühl hatte, immer das Falsche getan zu haben. Panische Verzweiflung kommt da auf.Eigentlich leben die drei ganz glücklich miteinander, aber es geht eben nicht weiter.Ein ausgesprochen gescheiter und witziger Roman, mit einem ständig philosophierenden Protagonisten, der zwar die richtigen Fragen stellt auf die es aber meistens nicht die richtigen Antworten gibt.Das Buch wird sicher einen großen Weg machen und wer dieses atmosphärisch arbeitende Buch, das leicht zu lesen ist, liest, der wird begeistert sein. Ein Buch das magisch fesselt.

Diese Rezension von Claudia Grünberger fanden 13 von 22 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen nichtssagend und langweilig

Sorry, aber ich verstehe weder die guten Kritiken noch die begeisterten Rezensionen! Das Buch hat keine Botschaft, schleicht und tröpfelt so dahin. Die Erzählung und die Dialoge sind langweilig und es kommt sehr wenig rüber. Ich habe trotzdem durchgehalten, weil ich immer dachte, da kommt noch was. Dem war aber leider nicht so. Dieser Erzähl-Stil ist nicht meiner!

Wir bleiben in der Nähe



Empfehlungen
Rammstedt, Tilman
19,90 €


Schnell, Dieter
54,50 €

Rütting, Barbara
19,90 €

Grave, Ingrid
11,00 €


Schuppener, Friederike
16,95 €

Hahne, Peter
4,95 €

Volmert, Julia; Szesny, Susanne
11,90 €

Salmaso, Valentina; Moost, Nele
3,95 €

Tuckermann, Anja
7,95 €

Bydlinski, Georg
8,95 €

Rütting, Barbara
8,95 €

Bauernkapelle Mindersdorf
12,99 €

Rammstedt, Tilman
8,90 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google