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Nach einem unverzeihlichen Fauxpas wird die junge Florentinerin Cecilia Barghini nach Montecatini verbannt. Sie soll bei dem streitbaren Richter Enzo Rossi als Gouvernante arbeiten. Doch in dem scheinbar so verschlafenen Ort lauern Gefahren: Ein Mord geschieht, ein Kind verschwindet. Cecilia und Enzo müssen trotz aller Gegensätze zusammenarbeiten, wenn sie den Mörder rechtzeitig fassen wollen.
Ein spannender HistorienromanDie Autorin Helga Glaesener, hat dreizehn Bücher geschrieben, Historienromane mit weiblichen Hauptfiguren. Dieser neue Roman spielt im achtzehnten Jahrhundert in der Toskana. Die etwas dickköpfige junge Heldin Cecilia Barghini hat im Jahr 1780 gerade eine verstohlene Affäre mit einem Theaterautor unglückselig beendet. Ihre Familie hat einen geeigneten Mann ausgesucht, den sie heiraten soll. Sie weigert sich beharrlich. Das ist im achtzehnten Jahrhundert nicht schicklich. Sie wird deshalb in die Provinz geschickt, wo sie dem verwitweten Richter Enzo Rossi bei der Ausbildung seiner Tochter Dina helfen soll.
Kurz nach ihrer Ankunft in dem verschlafenen Toskana-Städtchen Montecatini kommt Celia zu dem Entschluss, dass sie es hier nicht lange aushalten wird. Das Haus ist verkommen, die kleine Tochter eine unerzogenes, verwöhntes Kind und der Richter ist eingebildet und äußerst cholerisch. Da passiert ein geheimnisvoller Mordfall, den der Richter aufklären soll. Cecilia ihre Neugier wird geweckt, sie ermittelt heimlich mit, will unbedingt wissen wer im Dorf zu solcher brutalen Gewalttätigkeit fähig ist. Sie beschließt vor erst zu bleiben und sich mit Enzo in irgendeiner Form zu arrangieren. Sie beginnt mit der Detektivarbeit", die ihr sehr viel Selbstvertrauen und innere Zufriedenheit bringt. Doch eines Tages die plötzlich die kleine Dina verschwunden. Bei der gemeinsamen Suche nach ihr werden Celia und Enzo mit einem hochgefährlichen Mörder konfrontiert.
Ein sehr spannendes Buch mit vielen tollen Figuren. Dieser Roman, Kriminalroman und Historienroman in eins, ist von solcher Sogkraft, dass man ihn, einmal begonnen, nicht aus der Hand legen wird.
Die Autorin ist mal wieder in HochformHier stimmt einfach alles. Die junge Frau Cecilia kommt aus sehr gutem Haus und ist die Heldin. Sie ist klug, hat Humor, ist mutig und hat schon etwas erlebt. Außerdem ist sie unschlagbar ehrlich. Der Richter Enzo Rossi, die zweite Hauptperson, kommt nicht aus gutem Haus. Aber er hat einen wachen Verstand und ist wegen seiner Herkunft in beiden Welten (arm und reich) zu Hause. Die dritte Hauptperson ist zweifellos Dina, die Tochter des Richters. Mit ihrer Lebhaftigkeit sorgt sie für einigen Wirbel. Die Toskana bildet einen herrlich beschriebenen Rahmen für unglaubliche Handlungen. Helga Glaesener hat es wieder geschafft den Leser mit ihrem unübertroffenen Humor und Spannung zu fesseln. Darum kann ich das Buch nur wärmstens ans Herz legen. Mit der "Rechenkünstlerin" (ebenfalls von Helga Glaesener) und "Die Hüter der Rose" ist es mein absolutes Lieblingsbuch.
Cecilias erster FallCecilia Barghini hat eine Affäre mit einem Dichter, der sie obendrein von heute auf morgen verlässt. Ihre Großmutter versucht zu retten, was noch an Ehre zu retten ist und schickt Cecilia zu Verwandten aufs Land. Richter Enzo Rossi ist nach dem Tod seiner Frau mit der Erziehung der Tochter und dem Führen des Haushalts überfordert. Cecilia soll ihn nun dabei unterstützen. Doch der eigenbrötlerische Witwer ist von dieser Hilfe gar nicht begeistert. Auch Cecilia würde lieber heute als morgen wieder nach Hause fahren. Doch dann kommt sie zufällig in den Garten, wo eine Frau durch Bienenstiche ums Leben kam. Zunächst glaubt man an einen Unfall, doch Cecilia hat Zweifel und beginnt, selber nachzuforschen.
Der Auftakt dieser Krimiserie in der Toscana im ausgehenden 18. Jahrhundert wird anschaulich geschildert. Vor historischer Kulisse klären die Protagonisten in Montecatini die ominösen Umstände des Mordfalles auf. Sie werden ausführlich beschrieben, sodass ihnen Leben eingehaucht wird. Die Mentalität der Menschen und damaligen gesellschaftlichen Anforderungen werden berücksichtigt und machen die fiktive Geschichte authentisch. Durch den flüssigen Schreibstil lässt sich der Krimi leicht lesen. Die Spannung wird nach und nach aufgebaut und manches Mal ging es mir auch nicht schnell genug. Dabei werden verschiedene Spuren gelegt, die auf einen möglichen Täter zeigen. Je länger die Suche dauert, desto mehr Morde passieren. Dennoch bleibt bis kurz vor Schluss offen, wer sie begangen hat.
Sowohl Cecilia als auch Enzo entwickeln sich auf den 400 Seiten. Sie müssen zusammen arbeiten, wenn die Mordserie aufhören soll. Damit wird die Grundlage einer Serie gelegt, die sich mit "Wölfe im Olivenhain" und "Das Findelhaus" fortsetzt.
Besser als Mittelmaß, aber mit kleinen SchwächenEs wurde über den Inhalt des Buches schon viel geschrieben, ich denke, ich kann eine Inhaltangabe also getrost unterlassen.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich allerdings, dass mich der Roman gefesselt hat, aber an manchen Stellen ein klein wenig Befremdlichkeit zurückgelassen hat:
Etwa wenn einmal steht, dass alles bloß "Käse" wäre. Ein sehr unpassender flappsiger und vor allem eine sehr moderne Ausdrucksweise, denn im Großen und Ganzen treffen wir hier auch auf ein klein wenig Kulturgeschichte, die oftmals doch sehr "plastisch beschrieben" die damalige Zeit und vor allem die Atmosphäre des Romans gut nachvollziehen lässt.
Weiters ist die Handlungsweise unseres Dorfrichters Signore Rossi seiner Tochter gegenüber auch etwas zu krass ausgefallen für eine Hauptperson, was ihn ob so mancher liebenswürdiger Seiten an ihm, dass er an das Recht glaubt und sich ganzen Herzens für "das Gute" einsetzt, doch wieder ein wenig unsympathisch wirken lässt und man hin-und hergerissen ist, ob man ihn mögen soll oder nicht.
Positiv erwähnen möchte ich:
Unsere Protagonistin hingegen gewinnt im Laufe der Handlung an Stärke, wird zu einer selbstsicheren Frau, die weiß was sie will und die zu handeln versteht, für die Frauen der damaligen Zeit doch etwas Besonderes. Auch positiv zu erwähnen ist ein gewisser Humor, der stellenweise erkennbar ist, aber gewisse versucht realistische Schilderungen der "Härte" des damaligen Lebens hätte man sich auch sparen können, da sie nur plakativ bleiben und damit keine wirkliche Dreidimensionalität entsteht, eher ein etwas erzwungener Versuch die "Realität" umfassender darzustellen, der ein wenig daneben geht. Meines Erachtens schöner wäre gewesen den Humor noch mehr mithineinzunehmen, denn der gibt dem Buch das, was es lesenswert macht, genauso wie die Gewitztheit der beiden Hauptdarstellerinnen, denn auch die Tochter des Signore Rossi ist ein Beispiel für eine gelungene Beschreibung einer jungen Dame, die durch und durch ans Herz zu wachsen versteht.
FAZIT: Alles in allem ein spannendes und (ja auch!) lesenswertes Buch, denn die bezeichneten Schwachstellen sind nur Wermutstropfen, sie schaffen es nicht, einem das Lesevergnügen zu verderben, daher 4 Sterne.
FesselndGehört sicher nicht zu einem der besten Bücher, die ich je gelesen habe, aber ich muss dennoch sagen, dass es mir wirklich gut gefallen hat und ich, obwohl in letzter Zeit eine recht faule Leserin geworden, es in vier Tagen durch hatte. Also war es sichher nicht schlecht geschrieben oder langweilig. Das Buch vereint alles, was man sich von einem historischen Krimi erwartet. Die Kriminalgeschichte ist spannend, gut durchdacht und nicht sofort gelöst und der historische Part ist interessant und gewährt gute Einblicke in das italienische Leben im 18. Jahrhundert, sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land. Auch sind einem die Charaktere sympathisch, und die Hauptfigur, nicht bloß eine durschnittliche Frau, sondern eher rebellisch und eigenwillig veranlagt, weswegen sie nicht immer wie das damalige typische Frauenbild handelt.
Also alles in allem, sehr empfehlenswert. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung