Schlötzer, Christiane

Das Mädchen mit dem falschen Namen

Das Mädchen mit dem falschen Namen
  • Verlag: Picus Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2006-08-30
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 176
  • ISBN: 3854529236
  • EAN: 9783854529231
  • Amazon.de Verkaufsrang: 311.323
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Beschreibung von buecher.de

Brisante Storys aus einem Land zwischen Tradition und Aufbruch

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Detlef Rüsch fanden 17 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine Reiseführung in die "gefühlte Lebenswelt Türkei"

Die Türkei ist ein Land voller Widersprüche und Gegensätze, nicht nur was die geographischen Begebenheiten betrifft und das kontinent- und kulturübergreifende Klima.

Vielmehr ist das Alltagsleben geprägt von einer Kompromißsuche zwischen den unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Geschlechtern und Schichten. Was liegt da näher, als einer Fahrt durch den Alltag in der Türkei zu folgen, zu der Christiane Schlötzer sehr ansprechend einlädt...

Schon das Coverfoto mit einer kopftuchtragenden Frau, die einer modernen Frauenzeitschrift blättert, gibt einen tiefen Einblick in die Alltagswirklichkeit. "Das Mädchen mit dem falschen Namen. Türkische Tabus" bricht nicht mit aller Gewalt die Tabus, sondern führt klar, bestimmt und konsequent die Lanze für ein realitätsnahes Bild von der Türkei und ihren Menschen.

Grundlage für dieses Buch sind die von 2001 bis 2006 in der "Süddeutschen" und im Zürcher "Tages-Anzeiger" veröffentlichten Reportagen. Diese 28 Texte wurden für diesen Band aktualisiert und überarbeitet und sind geprägt von einer langjährigen Kenntnis der Lage in der Türkei. Einfühlsam und präzise schildert sie von der Familie eines Selbstmordattentäters, einer armenisch-stammenden Türkin, dem Busverkehrssystem, nähere Details zum Staatsgründer Atatürk, dem verdrängten Sklavenhandel, dem griechisch-türkischen sowie christlich-muslimischen Verhältnis. Aber auch die Beziehungen zwischen dem Militär und der Politik oder Frauen und Männern bzw. der Umgang mit Minderheiten, wie z.B. den Kurden, oder Ehrenmorde werden gründlich thematisiert.

Auffällig ist, dass die Autorin häufig die Menschen, die sie angetroffen hat, mit Namen benennt, diese sogar in ihrer Bedeutung übersetzt und somit die kleinen Geschichten aus dem Alltag einen einprägsamen Namen erhalten.

Man folgt den Ausführungen von Christiane Schlötzer sehr gerne und hat das Gefühl, hier übersetzt eine Kennerin dasjenige, was vor Augen und offensichtlich ist, in eine Sprache, die auch in Europa verstanden wird.

Wer die Türkei und ihre Menschen wirklich kennenlernen möchte, liegt mit diesen Reportagen genau richtig. Sie ersetzen zwar keine direkte Begegnung, aber zeigen, wie man einfühlsam auf türkische Frauen und Männer zugehen und sie verstehen lernen kann.

Ein Plädoyer für einen fairen und klaren Umgang mit der Türkei auf gleicher Augenhöhe.

Möge das handliche und ansprechende Buch mit dazu beitragen, die Verständigung untereinander zu fördern, ohne für alles, was geschieht oder verschwiegen wird, Verständnis zu haben. Man erhält ein authentisches Bild von der türkischen Lebenswelt, das man lange Zeit eindrücklich mit sich nehmen wird.

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