Gsella, Thomas; Hurzlmeier, Rudi

Kinder, so was tut man nicht

Kinder, so was tut man nicht
  • Verlag: rororo
  • Erscheinungsdatum: 2007-05-02
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 64
  • ISBN: 3499245108
  • EAN: 9783499245107
  • Amazon.de Verkaufsrang: 112.873
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Beschreibung von buecher.de

Die hohe Schule der Kindererziehung in Bild und Reim

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Michael Höfler fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Super Leitladen für Rotzpiepen

99 Jahre nach dem Tod Wilhelm Buschs ist es an der Zeit, dass mal wieder jemand einen pädagogisch wertvollen Ratgeber in Reimform vorlegt. Das gilt umso mehr, als "sich das pädagogische Niveau in Deutschland nur unwesentlich gehoben" hat, wie es auf dem Buchücken heißt.

Wo bei Busch die Rotzlöffel als Hühnerfutter enden, bleiben sie bei Gsella und Hurzlmeier bis zum Ende den Eltern haushoch überlegen. 12 Reimstücke enthalten detaillierte Anleitungen zu grobem Schabernack: Vom Wohnungsbrand inklusive lustigem Besuch der Feuerwehr bis zum inszenierten Flugzeugattentat, wo der Papa als Bin Laden-Verschnitt die Hauptrolle spielt, erfahren Kinder alles, was sie wissen müssen: Vorbereitung, Durchführung, Mimen der Unschuldsengel. Am Ende heißt es zwar immer "So etwas, Ihr Kinderlein \ tut man nicht, man lässt es sein," aber darauf ist geschissen wie auf den Stuhl des Vaters, des Arztes, den es zu wissenschaftlichen Zwecken mit Koks zu verfeinern gilt.

Hurzlmeiers Illustrationen zeigen die hinreißende Gemeinheit, die dem ganzen innewohnt. Reschpekt (Gerhard Polt): Ein Werk, mit dem der Komplettverwüstung des Elternhauses nichts mehr im Wege steht. Die Rotzpiepen können hier wirklich noch was lernen!

Diese Rezension von Oliver Nagel fanden 10 von 12 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Schlichte Gedichte

Reimen kann er, der Gsella! Zwölf Moritaten vom Feinsten versammelt der uneheliche Sohn Robert Gernhardts in diesem von Rudi Hurzlmeier cogenial illustrierten Buch, und eine ist besser als die andere. Fische, Autos, nichts kommt "gut" weg bei Gsella. Immer geht es noch böser. Mit Wilhelm Busch hat das nichts zu tun, eher noch mit Paul Celan. Andreas Gryphius meets The Bay City Rollers - romantisch-dunkle Zeilen mit hell-komischer Melodie: DAS ist Gsellas Rezept. Das soll ihm erst mal jemand nachmachen!

Diese Rezension von Stefan Gärtner fanden 12 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Spitze

Welche Familie bzw. alleinerziehende Mutter (Vater) kennt das nicht: Die Blagen machen nie, was sie "sollen", sondern immer nur, was sie "wollen" (Streiche usw.). Thomas Gsella, selbst vierfacher Vater und professioneller Lyriker, kennt diese Situation(en) wie seine Westentasche -- und sucht sein Heil (wie alle Künstler) in der Überhöhung bzw. -zeichnung der für Eltern allemal schwierigen Lage (mit Zeichnungen des begabten Rudi Hurzlmeiers). Auch wenn sich im wahren Leben nicht immer alles "reimt" -- hier schon! Wenn auch bitterböse... ;-) Ob mit oder ohne Kinder: Einfach mal befreit auflachen, dann geht es wieder leichter! Kauftip!

Diese Rezension von Media-Mania.de fanden 4 von 20 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Finger weg!

Finden Sie diese Art von “pechschwarzem Humor“ lustig? Dann ist das Buch für Sie vermutlich das Richtige.

Jede der zwölf “Moritaten“ schildert detailgenau und ganz im Stil Wilhelm Buschs, wie die entsprechenden Ideen umzusetzen sind, damit die Eltern mit Sicherheit im Irrenhaus landen, wo sie vermutlich ganz gut aufgehoben sind. Die Reime sind hübsch und griffig, wie man es von Gsellas “Vorlage“ Wilhelm Busch her kennt, auch Sprache und Stil wurden, so weit möglich, dem Original angepasst.

Die zahlreichen Zeichnungen illustrieren den Text detailverliebt, fantasievoll und mit angemessenem Sarkasmus und ergänzen somit die Gebrauchsanleitung, die keine ist, auf ideale Weise.

So weit, so gut, aber bei allem Verständnis für schwarzen Humor, Sarkasmus, Zynismus: lachen kann man – in nüchternem Zustand und mit der Art von Humor ausgestattet, den praktisch sämtliche Eltern schon rein zwangsläufig besitzen - bei der Lektüre nur höchst selten. Es fehlt jedes Quäntchen von Realismus und Situationskomik, die zwölf Balladen sind einfach maßlos überzogen, und Absurdität, die man bis zum Äußersten und darüber hinaus treibt, hat mit Humor nicht mehr viel zu tun, da kann man das Attribut “schwarz“ noch so dick auf den Einband schreiben.

Raffinesse, sorgfältig dosierter Sarkasmus, pointierte Überzeichnung kindlicher und elterlicher Verhaltensweisen? Fehlanzeige in diesem Brevier. Es wirkt einfach plump.

Wer schwarzen Humor wirklich liebt – und Kinder -, lässt daher wohl besser die Finger von diesem Buch, es sei denn, der obige Inhaltsabriss hat den potenziellen Käufer und Leser erfreut, oder man will (andere) Eltern durch solch ein Geschenk ein bisschen nerven.

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