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Henry Kummer von der Kantonspolizei Zürich ermittelt in einem Mordfall. Auf seinem Weg durch das schöne und hässliche Zürich wird der knurrige Fahnder hineingezogen in ein mafiöses Geflecht aus Radrennsport und Doping. Stephan Pörtner spielt souverän das Krimi-Klavier: Es gibt ignorante Vorgesetzte, junge Kolleginnen, eine ungewöhnliche Mordwaffe, einen reichen Dopingarzt und eine scharfe, schöne Witwe ... Das Ganze gewürzt mit der Zürich-Szenerie und einer guten Dosis Gesellschafts- und Sozialkritik. Kurz: alles ist drin.
Henry Kummers zweiter Fall"Die Affären der Witwe oder Der Dopingdoktor" erschien zunächst als Fortsetzungsgeschichte im Tagblatt der Stadt Zürich. Die erste Sammelausgabe erschien unter dem Titel "Metzgete in Zürich Nord". Der erste Fall von Henry Kummer, "Der Erzengel von Albisrieden", auch ein Fortsetzungsroman, wurde bislang nicht als Buch veröffentlicht.
Am Anfang erhält der unkonventionelle Kantonspolizist Henry Kummer Verstärkung. Ihm wird die jüngere Kollegin Caroline Strittmatter zugeteilt. Und schon gibt es Arbeit und die beiden finden sich in einem winterlichen Waldstück wieder. Dort wurde eine tote Person aufgefunden, die offensichtlich unter den Zug gekommen ist. Doch schon bald stellt sich heraus, dass der Tote ein Promi-Arzt und alternder Playboy war, der beste Beziehungen zur Radsportszene hatte und nicht nur Freunde auf der Welt hatte. So stellt sich unwillkürlich die Frage, ob da beim Tod nicht jemand mitgeholfen hat. Mord statt Unfall?
Stephan Pörtner hat einen witzigen und unterhaltsamen Krimi mit liebenswerten Charakteren geschrieben. Dabei beschreibt er keine Pseudorealität, sondern das Buch erinnert eher an Comics und hat somit eine ganz eigene Wirklichkeit. Roger Graf hat einen ähnlichen Schreibstil. Pörtner gehört zu den wenigen Schweizer Krimiautoren, die eine wirklich gute Schreibe haben. In der Bewertung schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen. Einfach gut gemachte Unterhaltungsliteratur.