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Mit dem 'Weinatlas Deutschland' liegt das umfassendste Referenzwerk zum deutschen Wein schlechthin vor. Erstmals werden damit alle privilegierten deutschen Weinlagen und Klassifikationen ausführlich und unabhängig dargestellt und bewertet. Informationen zu Geografie, klimatischen Besonderheiten, Lagenbeschaffenheit und -qualität sowie Porträts der wichtigsten Produzenten und ihrer Weine schaffen ein plastisches Bild des Weinbaus in Deutschland.
Neben einer aktuellen und übersichtlichen Kartographie mit 49 Detail- und 13 Übersichtskarten, bietet dieses Werk eine ansprechende Orientierung innerhalb der Regionen. Informationstafeln, regionale Themenseiten und die lebendigen Fotografien des international renommierten Weinfotografen Hendrik Holler illustrieren den Weinatlas Deutschland zusätzlich. Der 'Weinatlas Deutschland' schafft ein Abbild der dynamischen deutschen Weinkultur und der Menschen hinter den Weinen - mit aktuellen Karten setzt der Atlas neue Maßstäbe.
Viel Stoff für DiskussionenWer deutschen Wein schätzt und mehr über die Vielfalt der Regionen, Rebsorten und die besten Weinlagen erfahren möchte, der findet in diesem großformatigen, 260 Seiten starken Werk genügend Material zum Studieren oder einfach Schmökern. Die Autoren Dieter Braatz, Ulrich Sauter und Ingo Swoboda stellen über 500 Lagen in engagierten Texten detailgenau vor, begleitet von aktuellem Kartenmaterial und wunderbar stimmungsvollen Fotos, die Hendrik Holler beisteuert.
So lassen sich Weinreisen in die 13 deutschen Weinbaugebiete wunderbar vorbereiten oder schon gemachte genussvoll nacherleben, die Vielfalt und Verschiedenheit der Weinstile in Korrespondenz zu ihrer Heimat wird nachvollziehbar. Dies allerdings ohne je in ein vordergründiges Loblied des deutschen Weines zu verfallen: Die Autoren sind durchaus kritisch und legen auch den Finger in die Wunde, wenn es sein muss.
So heißt es zum Beispiel im Kapitel über Württemberg: "Württemberger Weine finden in ihrer Heimat reißenden Absatz. Außerhalb des Gebiets ist ihr Ruf indes wechselhaft. Von außen betrachtet ist Württembergs Weinwirtschaft voller Paradoxien: Die Irritation beginnt damit, dass in den meisten hochwertigen Weinbergslagen Trollinger wächst. ... Ein guter Trollinger hat mit seiner Frische und Leichtigkeit durchaus einen gewissen Reiz. Doch einmal davon abgesehen, dass man im Handel meist nur an dünne und banale Exemplare gelangt: Das Potenzial einer privilegierten Weinbergslage in komplexe, lagerfähige Weine umzusetzen, das ist selbst den besten Trollingern nicht gegeben. ..."
Aber vielleicht hat dieser blassrote, normalerweise eher alkoholschwache Tischwein, sofern er nicht zu sehr aufgezuckert wurde, als fruchtig-leichter und tanninarmer gekühlter Sommerwein oder leichter Speisenbegleiter eine Chance auf dem nationalen und internationalen Weinmarkt, weil viele Weinfreunde sich von den stark alkoholischen, fast schwarzen Aromabomben langsam wieder abwenden? Vielleicht setzen die Württemberger künftig verstärkt auf Cuvées aus Lemberger, Zweigelt und Co. für die Erzeugung von "richtigem" Rotwein und lassen den Trollinger dafür so, wie er schließlich einmal gemeint war, nämlich als unkomplizierten Tisch- und Terrassenwein, von dem man ruhig auch einmal ein Viertele mehr "schlotzen" konnte, als er noch nicht 13,5 Prozent hatte?
Wie gesagt, ein Atlas, der sich nicht allein als Bild- und Kartenband versteht, sondern Fragen aufwirft und auch auf unangenehme Themen eingeht, gerade im genossenschaftlich geprägten Württemberg: "Die besten Weinbergslagen werden häufig am wenigsten professionell bearbeitet, nämlich von Feierabendwinzern, die ihre Trauben an Genossenschaften liefern. Die meisten Genossenschaften wiederum sind an Menge interessiert und tun wenig, um ihre Mitglieder zu qualitätsbewusster Weinbergarbeit zu motivieren. ... Etwas überspitzt könnte man sagen: Württemberg ist reich an (potenziellen) Grands Crus - doch aus diesen Spitzenlagen kommen in aller Regel nur mäßige Weine. ..."
Dieses Buch bietet - nicht nur Württemberg betreffend - reichlich Diskussionsstoff. Es zeigt Handlungsbedarf besonders in Sachen Neuordnung der Weinbergslagen in Deutschland auf und befürwortet die dringend erforderliche Rückkehr zu einer Definition der Einzellagen, die diesen Namen auch verdient. (Gerhard D. Wulf/annidivini)
Weinatlas Deutschland - ein Referenzwerk!Endlich ein Referenzwerk zum deutschen Wein, das die Bezeichnung verdient! Für interessierte Laien, die Grundlagenwissen (und mehr) erwerben wollen ebenso für Kenner der hiesigen Weinlandschaft ein absolutes MUSS. Es macht nicht nur Freude, in dem klar gegliederten, übersichtlich, ansprechend und zeitgemäß gestalteten Titel nachzuschlagen (nichts oder kaum etwas an Begrifflichkeiten, Anbaugebieten etc., zu dem man nichts findet ...) den Autoren ist es darüber hinaus gelungen, selbst den Weinkenner noch einmal zum Schmökern zu verleiten: geballtes Fachwissen auf neuestem Stand mit vielen überraschenden Details wird verständlich und unterhaltsam übermittelt. Gehört in den Haushalt jeden Weinkenners, unbedingt auch verschenken!