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Ägypten 1798. In einem Wüstentempel nahe Kairo wird eine unheimliche Zeremonie abgehalten: Männer in mittelalterlichen Ritterkostümen machen sich bereit, ein Menschenopfer darzubringen. Der junge Zeichner Bastien Topart, der im Gefolge Napoleons nach Ägypten gekommen ist, kann gerade noch rechtzeitig eingreifen. Doch das gerettete Mädchen schweigt im Angesicht des Grauens. Nur ein einziges Wort kommt über ihre Lippen: 'Ourida', das arabische Wort für 'Rose' ... Jörg Kastners atemberaubender historischer Roman erzählt vom Mysterium einer uralten Reliquie, von der Gier nach Unbesiegbarkeit - und von der großen Liebe.
Aufwühlende Erinnerung und gefährliche GegenwartJährlich am 18. August wird der „Kreuzfindungstag“ begannen, an welchem der Fund des Jesus-Kreuzes als Reliquie durch Helena, die Mutter des Römischen Kaisers Konstantin im Jahre 326 n. Chr. in Erinnerung gerufen und zelebriert wird.
Der Fund der Reliquie, vielmehr jedoch die sich daraus gut abzuleitende mystisch-geheimnisvolle Geschichte um die Zeit des Holzgestells vor dem Tag des Fundes inspirierte den Autor Jörg Kastner zu umfangreichen historischen Recherchen und zu seinem phantastisch-realen Roman. Dabei nutzt er geschichtliche Eckdaten und Erkenntnisse ebenso, wie die über die vielen Jahrhunderte gefestigten Mysterien und Glaubensvarianten bezüglich der Echtheit und der Existenz der bedeutenden Reliquie. Es ist entscheidend, wie er es im Buch selbst darlegt, wie stark man an die Reliquie glaubt und welche Bedeutung dem Gegenstand beigemessen wird, der ihn so wichtig macht.
Im Roman spielt Bastian Topart die entscheidende Rolle. Er geht zur Zeit, kurz nachdem Napoleon Bonaparte Kairo eroberte, als dokumentarischer Zeichner mit dem Forschertrupp seines Onkels um 1789 nach Ägypten, um aufzumalen, was es dort an Schätzen und Besonderheiten gibt. Ein geheimnisvoller Tempel birgt neben den erhofften Schätzen eine große Gefahr. Als sie den Schreien einer gepeinigten Frau nachgehen, endet dieser erste Tempelbesuch mit einem tödlichen Kampf und der Rettung der geheimnisvollen Ourida. Sie entwickelt sich trotz ihres Schweigens und ihrer Unnahbarkeit als erste wirkliche Liebe des jungen Künstlers. Es zeigt sich, dass er sie schon kennt – allerdings ist das schon über sechshundert Jahre her. Damals verteidigte er als Ritter Roland die Reliquie und auch Ourida spielte eine entscheidende Rolle.
Jörg Kastner verhilft einem durch die einfache und doch niveauvolle Erzählweise zu einer schnellen Teilhabe am Geschehen, egal, ob man Ereignisse der Gegenwart des endenden 18. Jahrhunderts oder aber in der Vergangenheit der mittelalterlichen Ritter nacherlebt. Stück für Stück erfährt man aufgrund der intensiv bildlich-lebhaften Träume des Protagonisten sowohl die Abläufe zur damaligen Zeit als auch die glaubhaft realistischen Vorgänge im Kairo Napoleons, der auch selbst Kontakt zu Bastian über dessen Onkel hat. So nah war einem der spätere Kaiser Frankreichs noch nie.
Trotz der Verfolgung und Bedrohung durch die Ritter des „Orden des verlorenen Kreuzes“ versucht Bastian stets seine Ourida, die ein zweites und drittes Mal verschwindet beziehungsweise entführt wird, zu retten und mit ihr zugleich das Kreuz, an dem Jesu starb. Aber auch Afhra, die Tochter eines ägyptischen Gelehrten, der Bastian und seinem Onkel Jean Unterstützung bieten kann, spielt im Denken und Handeln des Jünglings eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Das umsomehr, als sie Bonaparte öffentlich angreift und deswegen hingerichtet werden soll.
Trotz vieler – auch grausig endender - Kämpfe und Auseinandersetzungen entbehrt die Geschichte einer reißerischen Art. Sie gefällt durch eine gute Mischung aus Fiktion und nachgewiesener Historie und die detailreichen Schilderungen sorgen bis zum Schluss für gute Spannung, auch wenn sein vorheriges Buch „Die Farbe Blau“ die aufregendere Geschichte ist.
Am Ende liefert der Autor noch einige Informatione zur Geschichte und eine Zeittabelle, um anhand realer Ereignisse besser einordnen zu können, in welchem Kontext die Geschichte spielt. Das verstärkt gewissermaßen das Möglichkeitsvertrauen. © 5/2007, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
Nette Historiengeschichte mit ein bisschen Mystik & LovestoryMan kann in Jörg Kästners Geschichte vom Kreuze Christi viel hinein interpretieren. Verständigung der Religionen, Friede zwischen Christentum und Islam, Respekt vor dem Leben,....
Für mich ist die Geschichte einfach nur nett. Der junge Zeichner Bastien Topart trifft in der Wüste auf geheimnisvolle Kreuzritter und das im Jahr 1798! Das da etwas nicht stimmt, ist wohl klar. Eigentlich eine tolle Idee, der aber irgendwie nicht ganz der Durchbruch gelingt.
Nicht ganz so neu ist die Idee, die Handlung zwischen der Gegenwart (also 1798) und einer entfernten Vergangenheit (1187 Schlacht bei Hattin) hin und her springen zu lassen. Dies trägt zum Verständnis der Geschichte durchaus bei. Man fragt sich als Leser jedoch auch, ob der Autor nicht vielleicht zu oft den Hollywood-Schinken "Konigreich der Himmel" gesehen hat. Eine Erklärung für die ungewohnlichen Fähigkeiten von Ourida und ihrem Volk erhält man nicht, ist halt so, stört aber auch nicht wirklich.
Auch Napoleon Bonaparte erhält seinen Anteil an der Geschichte Kastners und mischt kräftig mit. Wer also an dieser Epoche europäischer Geschichte nicht interessiert ist, wird sich vielleicht auch mit dem geschichtlichen Hintergrund des Romans schwer tun.
Fazit:
Eine nette Geschichte, in die der Leser weniger oder mehr an Moral interpretieren kann. Die Handlung bietet durchaus bekannte Elemente und erfreut durch einen charmanten Schreibstil und eine liebevolle Gestaltung der handelnden Personen. Für den Geschichtsinteressierten ergeben sich sicher auch nette Momente nach dem Motto "So könnte es gewesen sein". Über das Attribut "nett" kommt die Geschichte jedoch nicht hinaus. Drei Sterne.
Das wahre KreuzDie Geschichte spielt auf zwei Ebenen.
1.) z.Zt. des Ägypten Feldzuges von Napoleon
2.) z.Zt. der Kreuzzüge
Die Ebenen sind klar getrennt und der Leser weiß jederzeit wo er sich befindet. Dieses ist bei anderen Autoren leider nicht immer der Fall.
Die Geschichte ist spannend und gut durchdacht, jederzeit nachzuvollziehen. die historischen Daten am Ende des Buches vermitteln den Eindruck einer wahren Begebenheit. Allerdings ist alles der Fantasie des Autors entsprungen. Einer Fantasie, die wieder Mal fesselt und kaum zulässt das Buch aus der Hand zu legen. Wirklich lesenswert!!
Alexandre DumasDen sehr liebevoll gestalteten Band "Das Wahre Kreuz" in die Hand zu nehmen und die Landkarte zu betrachten war schon ein Vergnügen, das zweite, das Nachwort des Autors über Napoleon in Ägypten zu lesen. Mir kam der Gedanke, dass, im Hinblick auf die diskutierte "Entrümpelung" der Lehrstoffe, ein Autor wie Jörg Kastner im Fach Geschichte beschäftig werden sollte: er beschreibt klar und anschaulich Fakten und Zusammenhänge, so dass man nach der Lektüre den befriedigenden Eindruck hat, einen kleinen Teil der Weltgeschichte begriffen zu haben. Bei der Lektüre des Romans fühlte ich mich, drittes Vergnügen, in herrliche Zeiten versetzt, als ich mich mit Leidenschaft durch die Romane Alexandre Dumas' hinduchfraß, der die napoleonische Zeit derart eindrucksvoll schilderte, dass sogar meine Geschichtszensur davon profitierte ... allerdings kann ich mich an keinen Roman erinnern, der Napoleon in Ägypten zeigt. Hier nun setzt dieser Roman ein und liefert ein weiteres Puzzlestein zur napoleonischen Geschichte.
Nun klingt das alles entsetzlich bildungsbürgerlich, ich kann Entwarnung geben: der Roman ist so fantasievoll und spannend, zuweilen auch durchaus grausam, wie alle es von einem Roman Jörg Kastners erwarten. Auch die rothaarige Heldin findet sich ... Einen Kunstgriff möchte ich noch erwähnen: immer, wenn ich so bei mir dachte: "Eigentlich mag ich keine Kreuzritter, keine Heere, kein Schlachtengetümmel, eigentlich geht mir das sowas von gegen den Strich" lässt Kastner seinen Helden genau dieselben Zweifel äußern. Dadurch konnte ich wieder fröhlich weiterlesen.
Übrigens fand ich im neuen Roman "Teufelszahl" eine Anspielung Kastners auf Alexandre Dumas ... (diese Anmerkung muss nun einfach sein, um der geneigten Leserschaft, selbstverständlich ganz diskret, auch diesen neuen Vatikanroman ans Herz zu legen ...)
Einfach KlasseAlso Jörg Kastner ist einfach ein ganz ganz toller Schriftsteller, ich bin von jedem seiner Bücher begeistert.
So etwas mitreißendes und fesselndes habe ich selten erlebt.
Adelung-1793: Kastner, der · Kreuz (2), das · Planier Kreuz, das · Kreuz-Ducaten, der · Andrēas-Kreuz, das · Antōnius-Kreuz, das · Kreuz (1), das
Brockhaus-1809: Abraham Gotthelf Kästner
Brockhaus-1911: Kästner · Rotes Kreuz · Sankt Kreuz · Päpstliches Kreuz · Rote-Kreuz-Medaille · Südliches Kreuz [2] · Ungarisch-Kreuz · Weißes Kreuz · Südliches Kreuz · Eisernes Kreuz · Griechisches Kreuz · Ägyptisches Kreuz · Blaues Kreuz · Kreuz, südliches Sternbild · Lateinisches Kreuz · Kreuz · Kreuz [2]
Heiligenlexikon-1858: Maria v. Kreuz (429)
Herder-1854: Kastner · Kästner · Südliches Kreuz · Kreuz · Eisernes Kreuz
Meyers-1905: Jakob, der wahre · Wahre Jakob · Wahre Zeit · Kastner, Johann Georg · Kästner · Kastner · Kreuz, blaues · Kreuz, rotes · Kreuz, weißes · Rotes Kreuz · Rotes Kreuz für Frauen und Jungfrauen · Paul vom Kreuz · Lateinisches Kreuz · Lehrschwestern vom heiligen Kreuz · Kreuz [3] · Burgundisches Kreuz · Chorherren vom heiligen Kreuz · Brabanter Kreuz · Ägyptisches Kreuz · Blaues Kreuz · Kreuz [1] · Kreuz [2] · Kirche unter dem Kreuz · Eisernes Kreuz · Griechisches Kreuz
Pataky-1898: Misch-Kastner, Frau Mary · Kastner-Michalitschke, Frau Else · Kastner-Michalitschke, Frau Else · Kastner, Rosina · Kästner, W.