Selk, Dieter; Walberg, Dietmar; Holz, Astrid

Siedlungen der 50er Jahre - Modernisierung oder Abriss?

Nahezu jede größere Stadt in Deutschland verfügt über Geschosswohnungsbestand in homogenen Siedlungen der 50er Jahre. Diese Siedlungen werden bereits jetzt oder aber in nächster Zeit in großem Umfang modernisiert bzw. saniert. Bei den Modernisierungen müssen gestiegene Qualitätsanforderungen an den Wohnungsbau berücksichtigt werden. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit von Entscheidungshilfen über Art und Umfang von Sanierungen oder Modernisierungen, Abriss oder Neubau. Der Umgang mit 50er-Jahre-Bausubstanz, insbesondere in Siedlungszusammenhängen, wirft Fragen auf, die über wohnungswirtschaftliche und technisch-bauliche Zusammenhänge weit hinausgehen. Mit ihrem großen Anteil am Wohnungsbestand in Deutschland stellen die 50erJahre-Bauten auch einen wichtigen Bestandteil der nationalen und regionalen Baukultur dar. Bereits seit Mitte der 80er Jahre wird in der Fachöffentlichkeit sehr intensiv über Denkmalwürdigkeit der 50er-Jahre-Bausubstanz diskutiert. Die Ausprägung einer region
alen Typisierung großer Teile der 50er Jahre Bausubstanz hat aus heutiger Sicht kaum Vorteile für die jetzigen Herangehensweisen. Mit einigen wenigen Ausnahmen, z.B. bei speziellen Grundrissen (z. B. Duplex-Häusern in Schleswig-Holstein), die für eine vertikale oder auch horizontale Wohnungszusammenlegung gedacht waren, sind die Erkenntnisse über den besonderen Typisierungsgrad, insbesondere in Schleswig-Holstein, eher von kulturellem Wert. Die derzeit vorhandenen, günstigen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten werden noch nicht umfassend für eine systematische Modernisierung genutzt - die Möglichkeiten sind noch immer nicht ausreichend bekannt. Entscheidungsprozesse waren immer dann erfolgreich und rationell, wenn alle Informationen frühzeitig beschafft und in den Prozess einbezogen werden. Das Herausarbeiten von spezifischen Qualitäten einer Siedlung sollte jedem Entscheidungsprozess vorangestellt werden. Mit dieser Forschungsarbeit wurde eine Entscheidungsmatrix entwickelt, d
ie als Grundmodell eines Verfahrens dienen soll. Sie ist ein Denkmodell - flexibel, individuell nutzbar und zielorientiert.


  • Verlag: Fraunhofer Irb Verlag
  • Ausstattung: 2007. 118 S. m. zahlr. meist farb. Abb. u. Tab.
  • ISBN: 3816774814
  • Preis: 33,50 €

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