Safier, David

Jesus liebt mich

Jesus liebt mich
  • Verlag: Kindler
  • Erscheinungsdatum: 2008-10-29
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 304
  • ISBN: 3463405520
  • EAN: 9783463405520
  • Amazon.de Verkaufsrang: 12.057
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Beschreibung von buecher.de

Jesus in love

Aus der Amazon.de-Redaktion

„Jesus liebt mich“: Das ist die Überzeugung von Marie. Nicht, dass die nicht mehr ganz so junge Frau besonders religiös wäre -- im Gegenteil. Aber als sie wieder einmal völlig am Ende bei ihrem Vater und seiner blutjungen russischen Geliebten Swetlana unterschlüpft, weil sie gerade ihrem Fast-Ehemann vor dem Traualtar den Laufpass gegeben hat, taucht als Deus ex machina mir nichts, dir nichts, also wenig salbungsvoll, der Messias persönlich auf, um in seiner Eigenschaft als Zimmermann den väterlichen Dachstuhl zu reparieren. Dabei bringt er, in Personalunion mit einem zum Pfarrer degradierten Erzengel Gabriel und einem Teufel in der Menschengestalt von George Clooney, auch Maries Dachstübchen ziemlich durcheinander. Aber eigentlich ist es längst zu spät. Denn Jesus verkündet den nahenden Weltuntergang... Bekannt wurde David Safier mit dem Überraschungs-Bestseller Mieses Karma, in dem eine beliebte Talktante mittels des Waschbeckens einer russischen Raumstation in eine Ameise verwandelt wird. Ähnlich kafkaesk geht es bisweilen auch in Jesus liebt mich zur Sache zur Sache -- beziehungsweise dostojewskisch, denn beim russischen Autor kommt in Der Großinquisitor ja auch der Heiland auf die Erde zurück. Allerdings ist große Literatur Safiers Sache nicht. Eher setzt der Autor auf teils kalkulierbare, teils platte, teils aber auch recht witzige Gags. Kein Wunder -- schließlich wirkte er durch seine Drehbücher wesentlich mit am Erfolg von TV-Serien wie Mein Leben & ich oder Berlin, Berlin. So kommt Jesus liebt mich über weite Strecken daher wie eine transkribierte, bisweilen schräge TV-Serie über eine Frau im Gefühlsstrudel, in der es ja inzwischen obligatorisch auch eine Laufpass-vor-dem-Traualtar-Nummer geben muss. Selbst die eingestreuten Comic-Strips kennt man schon aus solchen Serien. Macht aber nichts. Denn Spaß hat man auf jedem Fall beim Lesen -- und das nicht nur dann, wenn in der Vorabendzeit der Fernseher kaputt gegangen ist. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

Amazon.de-Hörbuchrezension

Marie ist eher die Pech-Marie. Immer verguckt sie sich in die falschen Männer. Ihre Hochzeit kommt im letzten Moment -- wie in einer waschechten Soap Opera -- nicht zustande. Und als dann auch noch ein Handwerker wie aus dem Nichts im Haus ihres Vaters auftaucht, während dieser sich mit seiner neuen, blutjungen Geliebten (natürlich aus Russland) vergnügt, ist es um Marie geschehen. Diesen toll assehenden Mann, glaubt die Heldin, hat der Himmel ihr gesandt. Es gibt nur ein Problem: Besagter Handwerker spricht etwas arg altbacken. Konflikten tritt er mit einer geradezu provozierenden Gelassenheit entgegen. Und: Tatsächlich hat der Himmel ihn geschickt. Er ist offenbar der Messias, der auf die Welt zurückgekommen ist, um sie zu erlösen -- was ausgerechnet der Teufel, ebenfalls ein zurückgekehrter zu verhindern sucht. Kann es in einer solchen, von bösen wie von guten Mächten gleichermaßen heimgesuchten Welt für Marie so etwas geben wie Glück? In Jesus liebt mich sieht der Teufel ein wenig wie George Clooney aus. Von daher ist es nachgerade genial zu nennen, dass die Hörbuch-Macher mit Detlef Bierstedt die deutsche Stimme des charmanten Hollywood-Herzensbrecher haben gewinnen können. Bierstedt allerdings liest die diabolischen Passagen des Buchs ein wenig blass, und auch Anna Thalbach, die den Erzählpart rund um Marie übernimmt, braucht ein wenig Zeit, um in die teils arg abstruse Geschichte von der Rückkehr Jesu hineinzufinden. Danach aber läuft die Thalbach vorlesetechnisch zur Höchstform auf. Und da ihr achtzig Prozent der Geschichte gehören (und auch Bierstedt eigentlich kein Ausfall ist), ist Hörgenuss von der ersten bis zur letzten CD trotz einiger kleinerer Schwächen in dieser autorisierten (also gekürzten) Lesefassung garantiert. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de 4 CD, 317 Minuten

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Stefan Baumgartner fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Flacher Humor, der sich viel zu schnell abnützt

Jesus muss das jüngste Gericht einleiten, doch bevor er mit den guten Menschen ins ewige Himmelreich abdüst und den Rest dem Teufel vor die Füße wirft, will er noch ein kleines bisschen seiner alten Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Dem Hobeln. Als Zimmermann natürlich. Als er einen Dachstuhl reparieren will, trifft er dabei auf Marie, die gerade ihren Verlobten vor dem Altar stehen hat lassen. Begeistert von der unglaublichen Ausstrahlung verliebt sich Marie in den Heiland. Und als Jesus beginnt, diese Liebe zu erwidern, entscheidet er die Apokalypse doch noch ein wenig herauszuzögern.

In den ersten Seiten des Buches konnte ich Tränen lachen. Der Humor war außerordentlich spritzig und hat richtig bei Laune gehalten. Hie und da ein Wortwitz, dann wieder eine oberschlaue Bemerkung, fein ein paar Comics eingestreut und als Sahnehäubchen den Retro-Jesus, der lernen muss, dass sich die Welt in den letzten 2000 Jahren auch ohne ihn gedreht hat.

Soweit, so gut. Doch was anfangs noch witzig erscheint, verliert viel zu schnell den Reiz. Der Humor nutzt sich unglaublich schnell ab, und wo 30 Seiten vorher der Hobel-Witz noch zum Schmunzeln verleiht hat, hat man später einfach die Schnauze voll davon. Es wirkt fast so, als ob der Autor nach der guten Grundidee und der ebenso guten Umsetzung dieser einfach nicht wusste, wohin er seine Geschichte lenken soll und ein Notende mit flachen Witzen in die Länge gezogen hat. Und als dann tatsächlich die Apokalypse eintritt und man nur noch mit Blödeleien konfrontiert wird, die man höchstens aus miesen TV-Sketchshows kennt, ist man nahezu geneigt, das Buch vorzeitig zu beenden und den Tag des jüngsten Gerichts selbst zu stoppen.

Gut, es gibt Lichtpunkte: Die Dates zwischen Jesus und Marie sind göttlich. Einen salsatanzenden und karaokesingenden Erretter der Welt muss man gesehen haben. Ganz zu schweigen von den Mochitos, viel lecker als in Wein verwandeltes Wasser. Auch die Comics, die von Maries Schwester gezeichnet wurden haben ihren gewissen Charme und können einen durchaus zum Schmunzeln bringen.

Der Rest hingegen ist flach, gezwungen, und erinnert viel zu sehr an schlechte Fernsehkomödien. Schade, dass der Humor hier bei mir nicht zünden konnte, die Grundidee fand ich nämlich ganz prima.

Diese Rezension von Daniela Möhrke fanden 66 von 82 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Jesus liebt mich? "HILFE", würde ich denken!

Der Autor von "Jesus liebt mich", David Safier, war mir bereits von seinem ersten Roman "Mieses Karma" bekannt und schon da liebte ich seinen Schreibstil und sein grandioses Ideenreichtum. Auch die TV-Serien, für die er die Drehbücher schrieb, wie etwa "Mein Leben und ich", haben mich immer zum Lachen gebracht.

Demetensprechend hoch waren nun meine Erwartungen an dieses neue Buch - ich hatte schon richtig auf das Erscheinen hingefiebert.

Natürlich wurde ich nicht enttäuscht.

Safiers Humor ist einfach unvergleichlich, seine Ideen brilliant! Was für eine Fantasie muss man doch haben, um sich einen so facettenreichen Plot zu überlegen?!

Marie, eine von allen (auch sich selbst) als recht durchschnittliche Frau mittleren Alters betrachtet, ist die Hauptfigur in diesem Roman. Alles beginnt damit, dass sie ihren langjährigen Freund Sven unbedingt in der Kirche heiraten möchte (Von einem wirklichen Glauben ist bei ihr eigentlich nichts zu erkennen, aber haben Kirchen nicht ein tolles Flair? Das denkt sich jedenfalls Marie!). Vorm Traualtar jedoch kommt ihr der Gedanke, dass dies wohl doch nicht das Wahre ist und so kommen ihr nicht die erwarteten Wörtchen "Ja ich will" über die Lippen. Die Hochzeit ist geplatzt und Marie zieht erstmal wieder bei ihrem Vater im alten Kinderzimmer ein. Zu allem Überfluss hat er neuerdings eine Freundin, die jünger als Marie selbst ist und zudem ist die Decke in Maries Zimmer undicht. Das hört sich schon alles nicht berauschend an. Noch am selben Tag kommt ein Mann vorbei, der die Decke reparieren soll und man mag es nicht glauben, aber Marie ist sofort von seiner Erscheinung gebannt. Nur stellt sich heraus, dass dieser Mann ein ziemlicher merkwürdiger Kerl ist, der auch noch behauptet Jesus zu sein. Stellt sich die Frage, wer verrückt ist: Marie oder er?

Daraus entspinnt der Autor eine köstliche Geschichte über Liebe und Freundschaft, Skurriles und alltägliche Probleme. Obwohl diese Geschichte eigentlich undenkbar ist, wirkt sie doch nie überzogen und man kann herrlich mit den Figuren mitfiebern. Ab und zu wird es sogar richtig gefühlvoll zwischen Marie und Jesus, aber auch zwischen ihr und Mitgliedern ihrer Familie (etwa ihrer kranken Schwester Kata, die trotzdem einen Humor für 10 Leute hat) oder ihren Eltern, mit denen sonst auch nicht immer alles glatt läuft. Da kann man sogar ein zwei Tränchen verdrücken, um dann auf der nächsten seite wieder einen Lachanfall zu bekommen. Besonders auf die Gespräche Jesus' mit Marie kann man sich auf jeden Fall sehr freuen, denn diese sind gespickt mit einem Humor, wie man ihn selten erlebt.

Das Buch deckt buchstäblich die komplette Palette an Gefühlen ab, die beim Leser ausgelöst werden können. Mal lacht man, dann trauert man mit, plötzlich wird es unglaublich spannend und dann kommt wieder so ein Wohlfühlmoment, zu dem man am liebsten die Zeit anhalten würde.

Mir hat dieses Buch unglaublich viel Freude bereitet. Es lässt sich sehr gut lesen und ist sprachlich trotzdem gekonnt umgesetzt. Dieser Autor muss unbedingt mehr schreiben, denn ich glaube, davon kann ich nie genug bekommen.

Diese Rezension von S. Herrmann fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Lustige Idee - detailllos verpackt

Sie hätte mich warnen sollen ! Die Ausgangssituation, meine ich. Da schwärmt man mir wochenlang was vor vom "Miesen Karma",solange, bis ich kaufwillig bin. Betrete zielstrebig einen Buchladen, sehe, dass die Bedienung noch an der Kasse mit einer Kundin tätig ist, schaue also mal links, mal rechts, aha, Kasse frei. Wohlauf "Mieses Karma" - ich will Dich jetzt ! "Oh, das tut uns leid, unser letztes Exemplar haben wir vor 30 Sekunden verkauft... aber schauen Sie, gnädige Frau, hier haben wir den Nachfolger..." Oh, ja... räusper... sieht ja ganz lustig aus. Also gekauft.

Die Geschichte ist witzig - keine Frage. Ich lese das Buch aber eher wie die Beschreibung für das Zusammenschrauben eines Nasenhaarschneiders. Für mich viel zu detailllos. Langweilig. Grosse Gefühle ? Denkste. Herzklopfen und Achterbahnfahrt (wie es wohl jede Frau hätte, die sich in Jesus verliebt)... nicht die Bohne. Fettnäpfchentreten - wohl vorhanden, selten aber mit dem Leser-Grinse-Effekt. Schade eigentlich.

Immerhin. Dieses Buch regt meine eigene Schriftstellerfantasie an. Ich habe stets das Bedürfnis, diesen oder jenen Satz umschreiben zu müssen, damit der Witz und der Charme dieser Geschichte das hergibt, was ich mir zuvor versprochen habe. Und juhu... vielleicht liebt mich Jesus dann auch ?!?

Diese Rezension von Johann Weber fanden 23 von 30 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Apokalypse oder die Tortenschlacht der abgedroschenen Klischees

Mit einem ähnlichen Background ausgestattet wie Tommy Jaud, bestellt Gabriel Safier den gleichen literarischen Acker wie dieser. Nachdem er sich für seinen Erstling in die okkulte Welt der Karmen und Pseudowissenschaften verstieg, lässt er in "Jesus liebt mich" alles Obskure hinter sich und holt sich höchstgöttliche Hilfe an den Schreibtisch. Die ersten paar Kapitel lesen sich flockig weg und fallen ob der (beinahe schon übertrieben...) hohen Gagdichte auf, beinahe jede Situation, jedes gesprochene Wort präsentiert sich originell bis lustig. Und das obwohl weder der Ausgangsplot noch die Konzeption der Hauptfiguren aufregend neu sind, der Autor versteht es einfach seine auch "alten Hüte" schmissig, kurzweilig, ja gut zu verkaufen.

So geht Gabriel Safier auch bei weitem nicht so früh und schnell die Puste aus wie Tommy Jaud aber ab dem zweiten Drittel wird das Pulver bedenklich prohibitioniert... das Tempo versandet, die Gags werden rar, die Handlung verflacht, ja blutet aus. Das liegt vor allem daran, dass Safier, um nicht den Zorn so facettenreicher Sittenwächter wie kirchlicher Würdenträger & Co. auf sich zu ziehen, damit beginnt einen politisch korrekten Hürdenlauf, um nicht zu sagen Eiertanz, aufzuführen. Zwar lässt er keine der brisanten und bisher ungelösten, da unbeantwortbaren Glaubensfragen unbenannt. Doch statt, wie zu Anfang seines Buches, mit Kodderschnauze und relativ wenig Respekt diese einfach ebenso mutig wie unbekümmert zu beantworten, umschifft er genau diese Antworten mal recht logisch, mal relativ elegant, in der Summe aber feige und ab einem gewissen Punkt vorherseh- und sagbar. Dieser Umstand führt unweigerlich dazu, dass der Autor seinem höchsteigen erdachten Plot wie einem wackeligen Eselskarren auf Schleuderkurs im Gefälle die Handbremse ein paar Raster zu fest anzieht, und diesen von nun an hinter sich herziehen muss, mit Maulkorb, Scheuklappen und handbremslichen Fussfesseln versehen zur Unkenntlichkeit wie Unbeweglichkeit verdammt. Zwischenzeitlich wechselt Safier dann auch komplett den Stil ganz weg vom satirisch Humoresken hin zum versachlichten Erzählen, nur um keineswegs anzuecken. Da ja nicht stattfindet was nicht sein darf ist das finale letzte Drittel nur noch schales Abwasser. In wenigen, erschreckend uninspiriert ausgeschmückten Sätzen wird die Apokalyse abgehandelt um nicht zu sagen abgekanzelt, es passiert nichts Unerwartetes mehr, Biss, Witz und Würze hat die Erzählung da längst schon eingebüßt. Kurz vor Ende greift der Autor zwar noch einmal ein paar seiner erfrischenden sprachlichen Stilelemente vom Beginn der Geschichte auf, so dass Esprit und Witz nochmals aufflackern, doch am faden Beigeschmack ändert das dann auch nichts mehr.

Wie so häufig vermochte auch Safier es nicht, seine recht gute Ausgangsidee in der zunächst umgesetzten Form konsequent zu Ende zu bringen. Wenn Jesus liebt, dann dieses Buch sicher nicht vorbehaltlos- AMEN!

Diese Rezension von Lesezeichen fanden 27 von 36 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Das jüngste Gericht naht

Stellen Sie sich vor, dass das Jüngste Gericht naht und Gut (Gott) und Böse (Satan, zeitweilig in der Gestalt von George Clooney) nach vorheriger Absprache sich in Stellung zu bringen versuchen. Gott schickt wieder Jesus auf die Erde, der als Dachdecker auf Marie trifft und die sich auf der Stelle in ihn verliebt. Marie hat derzeit etwas Probleme mit ihrem Gewicht (kämpft gegen die "7"), ihrem Freund (sie antwortet auf die Frage aller Fragen vorm Altar mit "Nein"), ihrem Vater (hat sich via Internet in eine blutjunge Weißrussin mit Kind verliebt), ihrem Pfarrer (entpuppt sich als Mensch gewordener Erzengel Gabriel, der sich im Übrigen in Marie's Mutter verliebt hat) und ihrer Schwester (ist auch ihre beste Freundin und leidet an einem Gehirntumor). Und nun soll sie Jesus helfen, die Menschen auf das Jüngste Gericht vorzubereiten.

Wer David Safier's Erstlingsroman "Mieses Karma" gelesen hat, hat bereits eine Ahnung, was ihn in "Jesus liebt mich" erwartet, nämlich ein unglaubliches Feuerwerk an Skurilitäten sowie absurden und unglaublich komischen Situationen, jede Menge Wort- und Sprachwitz von platt bis feinsinnig. Ich jedenfalls musste immer wieder lauthals lachen, weil viele dieser Situationen, in die Marie rein- und auch wieder rausstolpert einfach so unglaublich abgefahren sind.

Und trotz allem ist das Buch nicht nur Slapstik, sondern spielt auf überaus amüsante Weise mit dem durchaus nachdenkenwerten Gedanken "Was wäre, wenn Jesus heute wieder auf Erden wandeln würde". So weicht das eine oder andere mal auch das Lachen einem nachdenklichen Grübeln - wie z.B. als Jesus in einer Pizzeria einen stadtbekannten Obdachlosen zum Brot- bzw. Pizzateilen einläd und diesen dazu bringt zu erzählen, wieso er obdachlos geworden ist.

Einen besonderen Reiz zieht "Jesus liebt mich" auch aus der Person der an einem Hirntumor leidenden Schwester von Marie, die als Cartoonzeichnerin viele Lebensweisheiten auf den Punkt bringt. Die Cartoons sind Bestandteil dieses Buches und für sich absolut liebenswert und gelungen.

Ich finde es schwer, dieses Buch mit "Mieses Karma" zu vergleichen - auch wenn beiden gemein ist, dass die Grundhandlung vollkommen absurd und skurril ist. Es ist schon ein etwas unterschiedlicher Stil, den David Safier in "Jesus liebt mich" gewählt hat und sicherlich wird die Handlung an sich die Rufe nach Blasphemie - ähnlich wie bei Monty Python's "Das Leben des Brian" - aufkommen lassen. Doch wer versteht, auch in religiösen Dingen, mit einem sehr eigenen und durchaus anarchischen Humor umzugehen, der wird aufs reichlichste entschädigt.

Für mich ist "Jesus liebt mich" ein absolutes Lesehighlight und mindestens 5 Sterne wert.

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