Deutschuk , ein Götzenbild der Mongolen, welches jedoch die ihnen verwandten und nachbarlichen Kalmücken nicht anerkennen. Es stellt den Beherrscher der Götterstadt vor, und wird auf ihren Gemälden gewöhnlich in einer solchen den Vorsitz führend abgebildet. Erscheint dieser Gott einzeln, so ist er blau, ...
Elben ( Deutsch. Volksgl. ), die eigentliche deutsche Form des Namens jener Geister, die ... ... ⇒ Elfen nennt. Die deutschen E. waren im Fortgang der allgemeinen Bildung grössten Theils vergessen, als ihrem Stamme im vorigen Jahrhundert durch moderne deutsche Schriftsteller die kräftiger treibenden und ...
Wichtel , Wichtelmaennchen ( Deutsche M. ). Das Wort Wicht hiess im Alt-Deutschen so viel als Geschöpf überhaupt. Hat es nun im Neu-Hochdeutschen immer eine gewisse geringschätzige Nebenbedeutung erhalten, wie man sagt: ärmlicher Wicht, Bösewicht, ...
... unter beachtunggwerthen Gründen zurück. Der Bedeutsamkeit der vergleichenden Mythologie entzieht sich auch Schelling nicht. Wir dürfen geradezu sagen, ... ... sei, oder dass ein Mord im Schiffe stattfinden werde. Ebenso wenig sind in Deutschland die Sagen von den Hexen des Harzes und von dem Rübezahl des Riesengebürgs ... ... gestalteten, nicht aber immer einfach und deutsch. Wir gestehen gerne zu, dass sie arglos verfuhren, und dass ...
Gaue , ( Frau ), ( Deutsche M. ), eine Göttin der fruchttragenden Erde. Noch im vorigen Jahrhundert waren in einigen niederdeutschen Gegenden Spuren des Glaubens an sie zu finden. Wenn die Schnitter, heisst es ...
... Verehrungsweise W.s haben wir, da das deutsche Heidenthum ausgetilgt wurde, ehe es Zeit gewinnen konnte, schriftliche Denkmale ... ... Als dem Kriegsgotte, gelobten dem W. die zur Schlacht ziehenden Deutschen, ihm nach der Schlacht alle Gefangenen zu opfern, welches nicht selten auf ... ... Gesellschaft und Wohnung aufnimmt. Das Sternbild des grossen Bären hiess bei den alten Deutschen W.s-Wagen, die Milchstrasse ...
Druden oder Trutten ( Deutscher Aberglaube ), in Niederdeutschland der Volksname für Hexenmeister und Hexen, oder auch ... ... Der Name kommt ohne Zweifel her vom althochdeutschen Truhtin, Herr, angelsächsisch Dryhten, altnordisch Drottin, worauf auch der noch in einigen Gegenden Norddeutschlands gebräuchliche Amts-Titel Droste hinweist ...
Ekerken ( Deutsch. Abergl. ), ein Lokalspukgeist, welcher sich in der Gegend von Cleve aufhalten sollte, und dem man die Gestalt eines Eichhörnchens zuschrieb (daher der obige plattdeutsche Name), in welcher er auf den Landstrassen umhersprang und drollige, mitunter jedoch auch ...
... ( German. M. ), erdgeborner Stammgott der Germanen, von welchem alle Deutsche Nachkommen sein sollen; er ward mit seinem Sohne Man hoch verehrt, ihm wurden von den Druiden Menschenopfer geschlachtet, was nach Cäsar nicht nur in Deutschland, sondern auch durch ganz Gallien geschah. Von Einigen wird er für ...
... auch ganz einerlei mit Frau ⇒ Holda , erscheint gerade in den oberdeutschen Gegenden, wo diese aufhört, in Schwaben, Elsass, Schweiz, Baiern und ... ... fürstlichen Person an. - Es hat Vieles für sich, dass einige in den deutschen Ueberlieferungen berühmte Frauen dieses Namens, wie Bertha, die Mutter, ...
Led , Leda ( Slav. M. ), der Gott ... ... einen Helm auf dem Haupte, einen Speer in der Hand. Weil L. auf deutsch Eis heisst, und der Gegensatz von dem slavischen Kriegsgott Koleda, der Gott des ...
Raba ( Slav. Rel. ), Diener der Priester bei den Wenden Rugiern und norddeutschen Slaven; das, was Fratres in den Klöstern der Christen waren, dienende Brüder.
... angelsächsisch Aelf, dänisch Elve, deutsch eigentlich ⇒ Elbe; die jetzt im Hochdeutschen einzig übliche Form E. ist, nachdem die deutschen Elben aus der Kunde der gebildeten Welt verschwunden waren, ... ... schneebedeckten Alpen, der klaren Elbe, das schwedische Wort Elf für Fluss, das mittelhochdeutsche Elbez für Schwan , ...
... eine freundliche, milde Göttin der alten heidnischen Deutschen, ohne Zweifel diejenige, welche Tacitus Nerthus nennt und mit der ... ... den Roken an oder besudelt ihn. - Manche Spuren weisen den Zusammenhang dieser deutschen Gottheit mit nordischem Glauben nach. Snorri Sturleson gedenkt einer Zauberin Namens Huldr, ...
Haine ( Germ. u. slav. M. ). Nirgends ging wohl die Verehrung heiliger Bäume und H. weiter, als unter den alten Deutschen und Wenden der Ostsee. Von Dänemark bis zum fernen Litthauen findet man noch ...
Etzel ( Deutsche M. ), ein fabelhafter König eines östlich gelegenen fernen Landes, an dessen Hofe die Helden des Nibelungenliedes, des Heldenbuches u. a., durch Verrath und durch deutsche Krieger untergehen. Man glaubt, dass die Sage auf ihn die verdunkelte Erinnerung an ...
Ostar ( Nord. M. ), wahrscheinlich ein Mondgott, dem zu Ehren alle Jahre ein Fest gefeiert und ein Stier geschlachtet wurde; Einige glaubten, das deutsche Wort Ostern komme von diesem Gotte her.
Catta ( Nord. M. ), eine von den weisen Frauen, Wahrsagerinnen der Deutschen; ist vielleicht eins mit der Jetta, einer Zauberin.
... Leyer, wahrscheinlich mit fünf Saiten bespannt. Ob die alten Deutschen den Namen B. gekannt, ist zweifelhaft, das Wesen aber, die Dichter und ihre Gesänge, theilten die Deutschen mit den andern alten Völkern des nördlichen Europa 's. Carl der Grosse liess solche deutsche Heldengesänge sammeln, Papst Silvester aber liess Alles verbrennen, was er davon auffinden ...
Jettha ( Altdeutsche Sage ). Ein gewisser Hubertus Thomas Leodius meldet um 1530 in einer Abhandlung über die Alterthümer Heidelbergs, er habe in einem Buche, das mit uralten Schriftzügen geschrieben war, gefunden, dass zur Zeit der ⇒ Weleda auf dem Berge, wo ...
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»Es giebet viel Leute/ welche die deutsche poesie so hoch erheben/ als ob sie nach allen stücken vollkommen wäre; Hingegen hat es auch andere/ welche sie gantz erniedrigen/ und nichts geschmacktes daran finden/ als die reimen. Beyde sind von ihren vorurtheilen sehr eingenommen. Denn wie sich die ersten um nichts bekümmern/ als was auff ihrem eignen miste gewachsen: Also verachten die andern alles/ was nicht seinen ursprung aus Franckreich hat. Summa: es gehet ihnen/ wie den kleidernarren/ deren etliche alles alte/die andern alles neue für zierlich halten; ungeachtet sie selbst nicht wissen/ was in einem oder dem andern gutes stecket.« B.N.
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