66. Da von der Erde fortzugehn verhängt uns o wie bald ist, Ein Frevel wär's, entsagten wir der Liebe und dem Zechen. Tor, ob der Ewigkeit der Welt den Kopf dir zu zerbrechen! Muß ich hinweg, was kümmert's mich, ...
66. An meinen Vater Von einem Reisenden. In wärmeren Gegenden näher der Sonne Am Ufer des vielentscheidenden Rheins, Umschwärmt von aller Thorheit und Wonne Leichterer Sitten, und feurigen Weins, Denk ich in die beschneiten Gefilde Ach! der Einfalt und ...
66. Der Ausschluß Ausschließt ... sich selbst von Deutschland, wahrlich, zu loben Ist der Entschluß; er beweist, daß es sich redlich geprüft.
66. An die Dorilis Dein Hündchen, Dorilis, ist zärtlich, tändelnd, rein: Daß du es also leckst, soll das mich wundern? nein! Allein dein Hündchen lecket dich: Und dieses wundert mich.
66. Tadele nicht alles Du tadelst alle ding' vnd suchst dich zubeweisen/ Mit deiner klügeley: dir ist nichts gut genug/ Vnd wär' es noch so gut/ vnd wer ist wol so klug/ Der deinen grossen witz nicht billich müsse preisen? ...
Der 6. (66.) Kühlpsalm Als er schaute am 9. Nov. 1680, sechtzig Jahre nach der Friderichsschlacht, sich wider aufstehen; an seinem 28 Jenner 1681 bei der Rosenlilge in Oxfurt den wesentlichen anfang, und endlich nach den Ulmischen gesichtern des 9 Jenners am ...
66. Hoffart Hoffart heget nicht Vernunfft; wer auß Hoffart wen veracht, Dessen lacht man, wie es Brauch, das man eines Narren lacht.
66. Tadler Wer mich tadelt, gibt zu kennen, daß was gutes an mir sey; Sonst, wer nichts ihm dran gelegen, dürffte keiner Tadeley.
66. Von Umbrone Was Umbro schreibt, das schreibt er Menschen, die noch zur Zeit nicht Menschen sind; Er schreibt vielleicht für keinen Alten; er schreibt vielleicht nur für ein Kind.
66. Schmeichler Schmeichler haben keine Straffe, weil sie niemand ie verklagt; Schmeicheln ist fast wie natürlich, weil es keinem mißbehagt.
66. Die gezuckerte Welt Der Zucker ist ietzt so gemein; Fisch, Vogel, Thier und Frucht Taug nicht, wie die Natur es gab; im Zucker wirds gesucht; Iedoch der Zucker machet Schleim, und Krafftmeel fälscht ihn oft. Wer, was die ...
66. Hofe-Spiel Daß man führt bey Hof ein Spiel: wie gefällt dir dein Geselle? Schickt sich recht; man hebt daselbst einen gern auß seiner Stelle.
66. Gesundheit Wer am Leibe nicht Gebrechen, im Gemüthe Lüste fund, Dieser kan sich billich rühmen, daß er völlig sey gesund.
66. Regier-Kunst Der Grund, worauff ein Thron sein festes stehen fand, Ist (was man auch sonst sagt) ein richtiger Verstand; Um den bat Salomo; da den er kunte haben, Da fehlt ihm sonsten nichts an königlichen Gaben.
66. Zeit-Verlust Red und antwort ist zu geben Beym Gericht in jenem Leben Für gesamte nütze Gaben, Die wir her von oben haben. O gewiß! das Zeit-vernichten Wird man auch gar ernstlich richten.
66. Undanckbarkeit Der uns gibt die gantze Welt, der uns wil den Himmel geben, Fodert nichts dafür als Danck, kan ihn aber nicht erheben.
66. Auff Hermetem Hermes ist der beste Redner weit und breit und um und um; Ein Gebrechen ist bedencklich: manchmal ist er Silber-stumm.
66. An das Frauen-Volck Lieben Weiber, lasst mir zu, daß ich sag: ihr seyd wie Nüsse. Diesen ist in zarte Haut eingehüllt deß Kernes Süsse; Drauff folgt gar ein harter Schild, letzlich dann die bittre Schale: So seyd ihr, ...
66. Hofordnung Wo der Pavian ist König, kommen Affen nur zu Ehren. Löwe, willst Minister werden, laß dir Affentänze lehren!
66. Geduld und Zorn Wer erst das Hemd der Geduld zerreißt, Gar oft die eigenen Blößen weist. Des Zornes Mantel ist zwar weit, Trügst du ihn nur mit Schicklichkeit. Du wirfst ihn dreifach um den Kopf, Und doch ...
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