Im Alter Ich bin so müd, so herbstesschwer Und möcht am liebsten scheiden gehn. Die Blätter fallen rings umher; Wie lange, Herr, soll ich noch stehn? Ich bin nur ein bescheiden Gras, Doch eine Aehre trag auch ich, Und ob ...
Alter Spaß Ja – meine Sonnenkälber Sind mit Öl begossen, Sind naß wie Badelaken Und erweichte Schrippen. Ich weiß mit diesen feuchten Märchenweltschleimtieren Nichts anzufangen – nichts. Solche alten Späße Sind doch eigentlich abscheulich.
Alter Ego Der eine ist ein Dummkopf, der andre ist ein Tor, Drum stellt der andre den einen zum Leben treffend vor.
Alter und Jugend (1842) Ihr könnt nicht uns verstehen Und wir ... ... Wir wollen für dich werben, Die Zukunft soll dich erben! Das Alter mag im Lehnstuhl ruhn: Doch will Gott uns was Gutes tun, ...
Frühling im Alter 1841. Singen die Vöglein im grünen Wald, Klingen die Bächlein bergunter, Lockt es den Alten mit Lustgewalt, Klopfet das Herz ihm so munter: Denket der Wonnen verschienener Lenze, Denket der Kränze und denket der ...
[Ein alter Mann] Ein alter Mann, Ein altes Weib, Ein alter Junggesell Die Träger unsrer Krone sind, Als Stützen für ein altes Kind. Soll es da nicht beim alten bleiben, Wo Altersschwächen ihr Handwerk treiben. ...
Alter Das aber ist des Alters Schöne, Daß es die Saiten reiner stimmt, Daß es der Lust die grellen Töne, Dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt. Ermessen läßt sich und verstehen Die eig'ne mit der fremden Schuld, ...
Alter und Winter Alter und Winter, Herbheit der Natur! O daß man auch im Kampf der Elemente Noch duftend wie die Blume sterben könnte! Doch ach! man stirbt nicht, man vertrocknet nur. Und so vertrocknet lebt man sich ...
Das Alter Nach der eilften Ode Anakreons Euch, lose Mädchen, hör' ich sagen: »Du bist ja alt, Anakreon. Sieh her! du kannst den Spiegel fragen, Sieh, deine Haare schwinden schon; Und von den trocknen Wangen ...
Im hohen Alter Aus dem Italienischen des Michael Angelo. Ach, ich Armer, wenn ich an die Jahre Meines Lebens nun zurück gedenke, Ach, von allen nicht ein Tag, der mein war! Eitles Hoffen, trügendes Verlangen, ...
Alter Berliner Weihnachtsmarkt Laß die Glocke läuten vom Dome, Keiner hört es im Menschenstrome. Christmarkt, Waldteufel, Trompeten, juchhei! Wenig Wolle und viel Geschrei. Alles besehen, wenig erstehen, Nur zum Pläsier mal darüber gehen, Eine Baßgeige ...
Auf das Alter Dem Alter nicht, der Jugend sei's geklagt, Wenn uns das Alter nicht behagt.
[Alter, Krankheit, jederzeit] Alter, Krankheit, jederzeit Waren sie der Dichtkunst Fluch, Deine Liebenswürdigkeit Reizt nun freilich zum Versuch.
Wünsche im Alter 1813. Kehret zum Greise zurück, schuldlose Freuden der Kindheit! Vor den Freuden der Welt ekelte lange mich schon. Andern befehlen, und mit zu regieren: das suchen die Meisten; Nicht, zu beglücken den Staat, nein! zu ...
Die drei Alter der Natur Leben gab ihr die Fabel, die Schule hat sie entseelet, Schaffendes Leben aufs neu gibt die Vernunft ihr zurück.
Das Verbrennen alter Zeit Wenn der Mensch, ein faulend Aas, Lieget unter ... ... Menschlicher Alfanserei. Glaubt, am schönsten wär' noch heut Das Verbrennen alter Zeit, Feuer läßt zurücke keine Totenköpf' und Totenbeine, Was ...
Ein Blatt aus alter Zeit An Julius Grosse. Mit alten Schätzen, die ich ... ... Heut sucht sich die Erinnrung altvertraute Begrenzte Stätten, Giebeldächer, Straßen, Verschönt durch alter Lieder Jugendlaute. Auch wessen Kreise weit die Welt durchmaßen Weiß ...
Alter Mann spricht junges Mädchen an Guten Tag! – Wie du dich bemühst, Keine Antwort auszusprechen. »Guten Tag« in die Luft gegrüßt, Ist das wohl ein Sittlichkeitsverbrechen? Jage mich nicht fort. Ich will dich nicht verjagen. ...
Da geht ein alter Schäfer Da geht ein alter Schäfer, Sieht ohne Gruß die Welt, Gebückt tief wie ein Schläfer, Der schlafend Reden hält. Sein Hund fällt mit Gekeife Die kleinste Fliege an. Der Schäfer ...
Die vier Alter Ein Knabe/ der nun Fuß und Zunge brauchen kan/ Hebt ... ... ihm späte Reu und Schande kan entstehn. Viel Ungelegenheit sieht man beym Alter blühn; Es scharrt/ und will ihm doch selbst den Genüß/ Gebrauch entziehn ...
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1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.
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