66. Da von der Erde fortzugehn verhängt uns o wie bald ist, Ein Frevel wär's, entsagten wir der Liebe und dem Zechen. Tor, ob der Ewigkeit der Welt den Kopf dir zu zerbrechen! Muß ich hinweg, was kümmert's mich, ...
66. Jener Freund, dem Herzen schmeichelnd, Weckt bald Dank in mir, bald Klage; Kennest du den Geist der Liebe, So vernimm was ich dir sage. Jeder Dienst, den ich geleistet, Hat des Lohns und Danks entbehret: Diene ...
66. Wer trägt zu Königen die Kunde Von mir, dem Bettler, hin und spricht: »Im Gau der Wirthe gilt ein Becher Das, was zweitausend Dscheme nicht.« Ein Wüstling ward ich, ward verrufen Und dennoch hoff' ich ...
66. Nicht immer ist der Ssofis Münze Von allem Beisatz rein; O wie verdient so manche Kutte Des Feuers Raub zu sein! Mein Ssofi, den die Morgenandacht Berauschte, gleich dem Wein, Wird, siehst du ihn zur Abendstunde, ...
66. Ich gab den Unterricht des Morgens Für Sehnsucht nach dem Weinhaus hin, Und opferte dem Seelenfreunde Der Andacht heiligen Gewinn. Die Garbe hundert weiser Männer Wird lichterloh in Brand gesetzt Durch jenes Maal das ich, der Tolle, ...
66. Ich sprach: »Was für ein Maal, ein süsses, erblicke ich an dir?« »Einfältig, schwach und blöde bist du«, entgegnete Er mir. »Im Spiegel meiner holden Reize erblickt man Maale nicht: Den Stern nur deines Auges siehst du in meinem Angesicht ...
247. Wo sind die Sänger? wo ist der Wein! Geschwinde nun eingeschenkt! Gesegnet sei mir das Herz, das fromm des Morgentrunkes gedenkt! Von allem auf dieser Erde sind drei Dinge das Beste, glaubt: Ein holdes Liebchen, der Morgentrunk und ein ...
245. Ich weiß nicht, wer zu diesem Sein auf Erden mich erschaffen hat, Ob es ein guter Himmelsgeist, ob es ein böser Dämon tat; Das aber weiß ich: heut erquickt mich guter Wein an Leib und Geist, Und erst in weiter Ferne ...
246. Auf nun und das Frühlied sing! den Becher voll Weines mir bring; Was gäb' es, o mein Idol, auf Erden Besseres wohl, Wo hunderttausend Herrscher das Rad Der rollenden Zeit zermalmt schon hat?
Erste Abteilung: Von den Königen und dem Hofleben Man erzählt, daß, als einst ein König den Befehl zur Hinrichtung eines Gefangenen gegeben, dieser Unglückliche in seiner verzweifelten Lage anfing, in seiner Muttersprache Schmähreden und Lästerungen gegen ihn auszustoßen; denn das Sprichwort sagt: Wer keine Hoffnung ...