... unsern Schulen keinen Begriff mehr davon. Selbst auf den Universitäten, sogar unter den eigentlichen Gelehrten der Philosophie beginnt Logik ... ... vor allem jenen verwachsensten Begriffs-Krüppel, den es je gegeben hat, den großen Kant, gibt keinen ... ... von der vornehmen Erziehung abrechnen, Tanzen-können mit den Füßen, mit den Begriffen, mit den Worten: habe ich noch zu ...
... niaiserie allemande zu guter Letzt, war ich durch den Psychologen behütet, den ich in mir trug. Ich sah ihren ... ... Ganz anders berührt es uns, wenn wir den Begriff »griechisch« prüfen, den Winckelmann und Goethe sich gebildet haben ... ... Folglich verstand Goethe die Griechen nicht. Denn erst in den dionysischen Mysterien, in der Psychologie des dionysischen ...
Friedrich Nietzsche Autobiographisches aus den Jahren 1856–1869
500 Wider den Strich . – Ein Denker kann sich Jahre lang zwingen, wider den Strich zu denken: ich meine, nicht den Gedanken zu folgen, die sich ihm von innen her anbieten, sondern denen ... ... zu verpflichten scheinen. Endlich aber wird er krank: denn diese anscheinend moralische Überwindung verdirbt seine Nervenkraft ebenso gründlich ...
492 Unter den Südwinden . – A: Ich verstehe mich nicht mehr! Gestern noch war es in mir so stürmisch und dabei so warm, so sonnig – und hell bis zum äußersten. Und heute! Alles ist nun ruhig, weit, schwermütig, dunkel, wie ...
77 Von den Seelen-Martern. – Bei irgendwelchen Martern, ... ... machen gewußt, daß es überall das Kruzifix aufrichtete und dergestalt die Erde als den Ort bezeichnete, »wo ... ... Szenen, welche auf ihm seither gesehen wurden, mit den entsetzlichen Tönen, welche hier zum ersten Male möglich ...
31 Der Stolz auf den Geist . – Der Stolz des Menschen, der sich gegen die Lehre der Abstammung von Tieren sträubt und zwischen Natur und Mensch die große Kluft legt, – dieser Stolz hat seinen Grund in einem Vorurteil über das, was ...
50 Der Glaube an den Rausch . – Die Menschen der ... ... sie sind die unersättlichen Unkraut-Aussäer der Unzufriedenheit mit sich und den Nächsten, der Zeit- und Weltverachtung und ... ... . – Zu alledem pflanzen jene Schwärmer mit allen ihren Kräften den Glauben an den Rausch als an das Leben im Leben: einen furchtbaren ...
249 Wer ist denn je allein! – Der Furchtsame weiß nicht, was Alleinsein ist: hinter seinem Stuhle steht immer ein Feind. – Oh, wer die Geschichte jenes feinen Gefühls, welches Einsamkeit heißt, uns erzählen könnte!
118 Was ist denn der Nächste! – Was begreifen wir denn von unserm Nächsten als seine Grenzen, ich meine das, womit er sich auf und an uns gleichsam einzeichnet und eindrückt? Wir begreifen nichts von ihm als die Veränderungen an uns , deren ...
16 Über den Steg. – Im Verkehre mit Personen, ... ... empfinden einen plötzlichen Haß gegen den, welcher sie auf einem zärtlichen oder schwärmerischen und hochgehenden Gefühle ertappt, wie ... ... ihn eben betreten wolltest, fragte ich dich: »willst du zu mir über den Steg?« – aber da ...
198 Seinem Volke den Rang geben . – Viele große ... ... Menschen der Kultur, welche ihrem Volke den Rang geben. In Frankreich und Italien tat dies der Adel, in Deutschland, wo der Adel bisher im ganzen zu den Armen im Geiste gehörte (vielleicht ...
300 Gnädig gegen den Schmeichler . – Die letzte Klugheit der unersättlich Ehrgeizigen ist, ihre Menschenverachtung nicht merken zu lassen, welche der Anblick der Schmeichler ihnen einflößt: sondern gnädig auch gegen sie zu erscheinen, wie ein Gott, der nicht anders als gnädig sein kann. ...
146 Auch über den Nächsten hinweg . – Wie? Das ... ... wie es bisher der Staat und der Fürst taten, die den einen Bürger den anderen zum Opfer brachten, »der allgemeinen Interessen wegen«, ... ... allgemeine und vielleicht allgemeinere Interessen: warum sollten den kommenden Geschlechtern nicht einige Individuen der gegenwärtigen Geschlechter zum Opfer ...
318 Vorsicht vor den Systematikern ! – Es gibt eine Schauspielerei der Systematiker: indem sie ein System ausfüllen wollen und den Horizont darum rund machen, müssen sie versuchen, ihre schwächeren Eigenschaften im Stile ihrer ...
[Aus den Jahren 1868/69] Was ich ... ... Wissenschaft. Sodann die Sehnsucht, aus den raschen Gefühlswechseln künstlerischer Neigungen sich in den Hafen der Objektivität zu retten. ... ... , die von der Wissenschaft nichts als den gelehrten Staub kennen: ich hätte den Gedanken weit weggeworfen, jemals einer ...
Von den Hinterweltlern Einst warf auch Zarathustra seinen Wahn jenseits des ... ... neuen stolz lehrte mich mein Ich, den lehre ich die Menschen: nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, ... ... Einen neuen Willen lehre ich die Menschen: diesen Weg wollen, den blindlings der Mensch gegangen, ...
113 Zur Lehre von den Giften. – Es gehört so viel zusammen, damit ein wissenschaftliches Denken entstehe: und alle diese nötigen Kräfte haben einzeln erfunden, geübt, gepflegt werden müssen! In ihrer Vereinzelung haben sie aber sehr häufig eine ganz andere Wirkung gehabt als ...
340 Der Augenschein ist gegen den Historiker . – Es ist eine gut bewiesene Sache, daß die Menschen aus ... ... , die neben ihrer Mutter stehen, die Hypothese als sehr ungereimt erscheinen; sie hat den Augenschein gegen sich.
Friedrich Nietzsche Ein Neujahrswort an den Herausgeber der Wochenschrift »Im neuen Reich« ... ... seinem »freien« Pathos? Zu den Lesern des »Neuen Reichs«: innerhalb der vier Wände dieses »Neuen Reichs«, ... ... Alfred Dove in der beschwerlichen Aufgabe unterstützen müssen, den unnatürlichen Geschmacksgelüsten der Leser des »Neuen Reiches« psychiatrisch ...
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