Der Löwe und der Esel auf Jagd Zur Feier seines Namenstages wollte Der Tiere König einen Jagdzug ... ... geschwinden Beinen, Und daß die Jagd gelinge, bot der Grimme Den Esel auf, um seiner Stentorstimme Sich bei dem Treiben zu bedienen. Der Löwe ...
Auf Lindorn Es ist doch eine wahre Pein Mit Lindorn umzugehn: Man findet sich nicht ganz allein, Und ist auch nicht zu zween.
Auf Sunims Grab Ihr, deren Chor bey Abels Todtenfeyer ... ... Schooß. Sie thut sich auf; der Sarg entsteigt, vom Schimmer Des Monds bestrahlt, der Dunkelheit ... ... Er, der in seinem Raupenstand, Dem jungen Lenze gleich, auf Rosen thronte Und wie der junge Lenz verschwand? Wo ...
Auf Radulfs Grab In dieser Marmorgruft Verwesen Radulfs kalte Reste; Er war Minister, sonst verweste Er in der freyen Luft.
Auf Eudoxiens Grab Eudoxia verließ die Welt Aus Gram nach ihres Mannes Tode: Dieß ist die erste neue Mode, Die jungen Weibern nicht gefällt.
Auf Germans Grab German ruht unter diesem Steine. Der treue Patriot Trank sich in lauter deutschem Weine Auf Deutschlands Wohl zu todt.
Auf Marulls Grab Marull schläft unter diesem Stein, Ein Handelsmann von schöpferischen Gaben: Er würde, wär er nicht schon längst gemein, Den Bankerott erfunden haben.
IV. Der Wolf auf dem Todbette Fab. Aesop. 144. Phaedrus lib. I. Fab. 8 Der Wolf lag in den letzten Zügen und schickte einen prüfenden Blick auf sein vergangenes Leben zurück. Ich bin freilich ein Sünder, sagte er; aber ...
Epistel an Phöbe auf Ihrem vierzehnten Geburtstag Heut vierzehn Jahre; theures Kind ... ... Gesicht, Das ihm von Quebeck bis nach Posen Auf seinen Zügen aufgestoßen. Reich, sprach er, Mädchen, bin ich nicht ... ... der Pflicht gekämpft; Ein Seufzer des Geliebten dämpft Den heilgen Aufruhr. Ach! mein Gatte, ...
Der Milchtopf Lisette trug auf ihrem Kopf Auf rundem Kissen einen Topf Voll Milch zur Stadt, ... ... gewiß, sie hätte dann Der schönsten Kückchen bald den schönsten Haufen. Und weiter spann Lisette so im Laufen: »Ich werde tüchtig mich bemühen ...
Der Wolf und das Pferd Im Lenz, da linder Wind ... ... Und Ziege, Roß und Rind, Dem engen Stall entrückt, Nach Nahrung gehn auf frischer Weide, Da sah ein Wolf ein Pferd beim Schmaus. Malt selbst ...
Der Hahn und der Fuchs Auf einem Baume saß ein ... ... mich, von nun an sind wir Brüder. Gleich muß ich weiter auf beschwingten Sohlen, Noch zwanzig andre Leute aufzusuchen. Komm nur herab, dort unter jenen Buchen Kannst du mit deinen ...
... und der Fuchs Herr Rabe auf dem Baume hockt, Im Schnabel einen Käs. Herr Fuchs, ... ... Von mir nimm dafür die Belehrung: Ein Schmeichler lebt von dem, der auf ihn hört. Die Lehre ist gewiß den Käse wert.« Der ...
Das Pferd und der Esel Man muß einander helfen in der Welt; Denn, stirbt dein Nachbar, kann es leicht geschehen, Daß seine Last auf deinen Rücken fällt. Ein Esel mußte einst mit einem Pferde gehen, ...
... in meinem Sack.« »Nein,« sprach die Katze drauf, »in meinem Beutel ist Nur eine einzige List; Doch steh ich dafür ein, sie wiegt ein ganzes Pack Von tausend Listen auf.« Schon ist der neuste Streit in Lauf: Ob ja, ob ...
... Esel bewerten das nur, was sie sehen; Der Fuchs jedoch weiß auf den Grund zu gehen: Betrachtet solchen Kopf von allen Seiten her, ... ... so richtet er Ein Wort an ihn, das er recht fein Auf eine Heldenbüste einst geprägt, Die man ihm, groß ...
... Der Affe und der Leopard Verdienten auf der Messe Geld, Indem sie sich zur Schau gestellt, Einer ... ... meinem Nachbarn schaut, Die trag ich auch bei mir, Doch nicht auf meiner Haut, Vielmehr in meinem Geist. Weit bin ich hergereist ...
... Gauklerhunde. Einst stieß ein so gerüstetes Schiff Nicht weit von Athen auf ein Felsenriff. Es wäre alles umgekommen, Wenn nicht Delphine mitgeschwommen ... ... Durch seine Menschenähnlichkeit, Den sichern Rücken hingebogen. Der Aff stieg auf voll Ernst und Würde, War wie Arion anzusehn. ...
... noch des Hahnes Morgenruf bezweckt?« So sprach er. »Ich bin früher auf als er. Wozu? Um Kraut zu Markt zu tragen! Ist' ... ... gibt es nebenbei nicht einen Zwetschenkern. Fast nichts als Hiebe werden mir hier aufgetischt.« Er wünscht Veränderung. So kam der graue Renner ...
... ihre wichtige Erscheinung Allein die Sache vorwärts bringe; Setzt auf die Deichsel, auf des Kutschers Nase sich, Als ob die Reise ... ... Beklagt sich, daß sie niemand unterstütze, Daß ganz allein auf ihr die ganze Sache sitze, Daß einzig sie sich mit ...
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Als Hoffmanns Verleger Reimer ihn 1818 zu einem dritten Erzählzyklus - nach den Fantasie- und den Nachtstücken - animiert, entscheidet sich der Autor, die Sammlung in eine Rahmenhandlung zu kleiden, die seiner Lebenswelt entlehnt ist. In den Jahren von 1814 bis 1818 traf sich E.T.A. Hoffmann regelmäßig mit literarischen Freunden, zu denen u.a. Fouqué und Chamisso gehörten, zu sogenannten Seraphinen-Abenden. Daraus entwickelt er die Serapionsbrüder, die sich gegenseitig als vermeintliche Autoren ihre Erzählungen vortragen und dabei dem serapiontischen Prinzip folgen, jede Form von Nachahmungspoetik und jeden sogenannten Realismus zu unterlassen, sondern allein das im Inneren des Künstlers geschaute Bild durch die Kunst der Poesie der Außenwelt zu zeigen. Der Zyklus enthält unter anderen diese Erzählungen: Rat Krespel, Die Fermate, Der Dichter und der Komponist, Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde, Der Artushof, Die Bergwerke zu Falun, Nußknacker und Mausekönig, Der Kampf der Sänger, Die Automate, Doge und Dogaresse, Meister Martin der Küfner und seine Gesellen, Das fremde Kind, Der unheimliche Gast, Das Fräulein von Scuderi, Spieler-Glück, Der Baron von B., Signor Formica
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