82. Sieh, wie der Rosen Knospenkleid zerrissen hat der Morgenwind! Horch, wie, von ihrem Reiz entzückt, die Nachtigall ihr Lied beginnt! Ruh zwischen diesen Rosen denn und denk, wie oft dem Erdenschoß Sie schon entstiegen und dann neu ...
81. Teure, deren Kuß so süß ist, wie des Paradieses Flüsse, Gib Erlaubnis nicht dem Becher, daß er deine Lippen küsse! Denn, wenn er sie je berührte, o! in eifersücht'ger Wut, Meinen ...
... Zwei Sekunden währt das Leben nur – geschwind drum trinke Wein! Denn die hingeflohnen Tage, wisse, holst du nimmer ein! Diesen Untergang von allem, ahme du ihn nach! sei munter Und bei Tag geh wie zur Nachtzeit im Genuß des Weines unter.
84. Wie lieblich wieder nun alles ward! Wie zart ist des Rasens duftendes Grün! Komm, laß uns des Frühlings genießen, Doch tritt auf die Halme nicht zu hart, Denn rosig hat einst das Gesicht geblüht, aus dessen Staube sie sprießen ...
83. Klag nicht den Himmel dafür an, daß Qual Und Lust und Weh der Liebe dich durchtoben, Denn so verliebt wie du, nur tausendmal Hilfloser, taumelt er dahin dort oben.
55. Den Wein her! ich kann ihn erwarten kaum, Denn ach! wie währt das Leben so kurz! Auf! auf! das Glück ist nichts als ein Traum, Und die Jugend verrauscht wie ein Wogensturz.
18. Gib einen Fußtritt dem Himmel! laß ab Von Andacht und Fasten und von Gebet; Denn keiner der Toten jemals gab Dir Kunde, wie es da drüben steht.
... , wahrlich, hast du unserm Wesen aufgedrückt, Und staunen muß man hundertmal, wie sehr dein Schöpfungswerk geglückt! Nicht besser machen kann ich mich, trüg' ich danach auch viel Verlangen, Denn, wie ich bin, just so bin ich aus deiner Hand hervorgegangen.
150. Weinhändler, sprich, wie mag nur feil dir sein der flüssige Rubin? Nichts, was nur irgend gleich ihm kommt, einhandeln kannst du ja für ihn; Denn seit am Himmel Sonn' und Mond zuerst begannen ihre Fahrt, Ward Köstlicheres ...
205. O Gott, wenn du barmherzig bist, wie das der Gläub'ge von dir sagt, Was hast den ersten Sünder du denn aus dem Paradies gejagt? Daß du an Fromme Gnade schenkst, nicht ...
292. Dein göttliches Erbarmen kennt der Fromme nicht, denn er ist blind; Nicht kennt ein Fremder dich so gut, wie wir, die deine Freunde sind. Du hast gesagt: »Wer Sünden tut, ...
191. O mein Herz! da dieses ganze Weltall Lug nur ... ... viel mit Kummer plagst du? Sei's damit genug! Unterwirf dich dem Geschicke! Denn, wie schwer du auch bedrängt, Deinethalb verändern wird es nichts von dem, was ...
129. O mein Herz! das große Rätsel wirst du nimmermehr durchdringen! Nur so hoch, wie andre Weisen, hoffe dich nicht aufzuschwingen! Schaffe drum mit Wein und Bechern dir ein Paradies auf Erden, Denn du weißt nicht, wird dir jenes drüben je erschlossen werden.
207. Einst am Ende wird vom Leibe dir der Tod die ... ... Geheimnis hinter Gottes Vorhang wirst du dann erkennen; Doch bis dahin zeche tapfer, denn, wie viel du immer spähst, Nicht ergründest du, woher du kommst, und nicht ...
... Zeit doch oft zuvor Wie ein Kaiser seinen Mantel, Seine Kron' ein Fürst verlor. Werde nüchtern, denn schon trunken Ist der Vogel auf der Flur; Werde wach, denn Todesschlummer Ist bereits dir auf der Spur. Wie du ...
... , Sprich ja von etwas And'rem nie, Denn ich bekümm're mich um Niemand Als um das Weinglas ... ... sie. Wenn die Narcisse prahlt, sie äugle So hold wie du, so zürne nicht: Denn einem Blinden folgt ja nimmer ...
... Und sprach: »Entferne dich von diesem Thor!« Was traf mein Haupt denn für ein harter Schlag, Dass es des Thürstaub's nimmer werth sein mag? Wasch' diese Kutte der Engherzigkeit, Denn auf dem Markte der Einförmigkeit Sind ... ... Sorge werth für so ein grosses Heer. Streb', wie Hafis , nach der Genügsamkeit, Nicht ...
... einem weisen Manne In keiner Lage schlimm ergeh'n! Wie kann man seinen Wunsch erreichen? Wenn man, was man gewünscht, ... ... Die Turteltaube klagen mag? Auch sie vielleicht nährt einen Kummer, Wie ich ihn nähre Nacht und Tag. Dein süsser Freund, er ...
... entbehren, Ähnlich deinem Lockenhaar? Welchen Schmerz du mir bereitest, Wie du hart verfährst mit mir, Ahntest du es im Geringsten, ... ... hat den Muth: Herzen, brennend wie das Feuer, Augen, strömend wie die Fluth. Stets getrennt ...
... willkommen, O eile, eile her! Wie lebt Sělmă und Jeder Der Su Sělēm bewohnt? Wie steht's um uns're Nachbarn, Hat sie das ... ... feste Haus: Befragt die wüste Stätte. Wie jetzt es sehe aus? Auch warf nun finst ...
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Diese Blätter, welche ich unter den geheimen Papieren meiner Frau, Jukunde Haller, gefunden habe, lege ich der Welt vor Augen; nichts davon als die Ueberschriften der Kapitel ist mein Werk, das übrige alles ist aus der Feder meiner Schwiegermutter, der Himmel tröste sie, geflossen. – Wozu doch den Weibern die Kunst zu schreiben nutzen mag? Ihre Thorheiten und die Fehler ihrer Männer zu verewigen? – Ich bedaure meinen seligen Schwiegervater, er mag in guten Händen gewesen seyn! – Mir möchte meine Jukunde mit solchen Dingen kommen. Ein jeder nehme sich das Beste aus diesem Geschreibsel, so wie auch ich gethan habe.
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1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.
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