Glocken

613. Gußformen.
613. Gußformen.

[690] Glocken werden aus Glockenmetall(Glockengut, Glockenspeise), das eine Legierung von etwa 80 Teilen Kupfer und 20 Teilen Zinn, dünnflüssig und gelblichgrau ist, oder aus Gußstahl in Lehmformen gegossen. Die Tonhöhe der G. wird durch die Größe, die Stärke der Wandungen, bes. des Schlagrings, an den der Klöppel schlägt, bestimmt. Der Glockenstuhl ist das Gerüst, in welchem die G. an den Henkeln aufgehängt werden und schwingen, er befindet sich in der Glockenstube. Die größten G.: die Kaiserglocke in Moskau (4320 Ztr., nicht mehr benutzt), die G. auf dem Turme Iwan Velikij zu Moskau (1000 Ztr.), die Kaiserglocke des Kölner Doms (543 Ztr.), die Hauptglocke der Peterskirche zu Rom (380 Ztr.). Das Formen großer G. geschieht mittels Schablone (s. Formerei [Abb. 613 b u. c]). Kleine G., Klingeln (Tisch- und Haus-G.) von nicht mehr als 150-200 g Gewicht werden fabrikmäßig aus Glockengut mit Beimischungen von Zink, Blei u.a. in zweiteiligen Formen gegossen. – Vgl. Otte (2. Aufl. 1884).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 690.
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