Perty, Maximilian

[534] Perty, Maximilian, geb. 1804 in Ohrnhau, Prof. in Bern, gest. 1884 daselbst. = P. vertritt einen spiritistischen Mystizismus. Nach P. ist Gott selbstbewußter Geist, dessen planmäßig geordnetes Werk die Welt ist. Diese und jedes Wesen in ihr strebt, nach einem unbewußten Ideal, einem Ziele. Die Welt ist ein Mittel zur Verwirklichung sittlicher Ziele. Die Seele ist ein »einheitliches, immaterielles Prinzip«, eine Substanz. Das Idealbild des Menschen war von Anfang im göttlichen Geiste, aus dem der Mensch hervorgegangen ist und an dem er einen gewissen Anteil hat: Zu den »mystischen Tatsachen« gehört die »magische« Wahrnehmung aus der Ferne, »durch erweiterte Wirksamkeit der individuellen Seele oder durch Einwirkung fremder Intelligenzen«. Die Seele ist unsterblich und zwar wird sich der künftige Zustand eines jeden nach seiner Natur bestimmen. Spiritistische Materialisationen von Geistern bestehen. »Durch die magischen Kräfte des Menschengeistes, überhaupt der Geister, stehen dieselben mit dem Innersten der Welt in Beziehung.«[534]

Schriften: Allgemeine Naturgeschichte, 1837-44. – Anthropologische Vorträge, 1863. – Über das Seelenleben der Tiere, 1865; 2. A. 1875. – Die Natur im Lichte philosophischer Anschauung, 1869. – Blicke in das verborgene Leben der Menschengeister, 1872. – Die mystischen Erscheinungen der menschlichen Natur, 2. A. 1872. – Die Anthropologie, 1873-74. – Der jetzige Spiritualismus, 1877. – Die sichtbare und die unsichtbare Welt, 1881. – Ohne die mystischen Tatsachen keine Psychologie, 1883. – Erinnerungen, 1879, u. a.

Quelle:
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. Berlin 1912, S. 534-535.
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